Von Malerei bis zu Romeo und Julia

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Eine Hand voll Lehrer, darunter Konrektor Otto Haus, musste mit Improvisationstheater zu „Romeo und Julia“ die Schülerschaft überzeugen.

Babenhausen - Ein letztes Mal traten die Schulabgänger der Bachgauschule zur ersten Stunde um 7.45 Uhr an – jedoch nicht etwa, um Unterricht zu machen. Denn dieser war am Dienstagmorgen nur Nebensache. Hauptsache war der alljährliche „Abischerz“: Zu diesem Zweck wurden Tische und Stühle auf dem Schulhof aufgestellt, es gab Snacks und laute Musik. Von Katrin Görg

Sogar eine Hüpfburg wurde aufgeblasen, auf der die Schüler herum sprangen..

Noch einmal so richtig Kind sein konnten die jungen Erwachsenen dabei, bevor es für sie nach der Zeugnisausgabe am Freitagabend beim Abiturball in Sachen Zukunft allmählich ernst wird. „Gescherzt“ wurde mit den Lehrern: Wie jedes Jahr kamen sie nicht darum herum, sich durch Spielchen, ausgedacht vom Abischerzkommitee, vorführen zu lassen. So musste eine Hand voll Lehrer, darunter Konrektor Otto Haus, mit Improvisationstheater zu „Romeo und Julia“ die Schülerschaft überzeugen. „Abschreiben – das geht gar nicht!“,mahnte Stefanie Hoos (20) vom Abischerzkomitee, als sich drei Lehrer im Schreiben beweisen mussten. Direktorin Marion Pritz hatte, wie auch zwei ihrer Kollegen, aus „Abitur 2009, Apokalypse, Schiller, Revolution, Bachgauschule“ ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder einen Zeitungsartikel zu basteln. Durch den Zeitdruck von zehn Minuten kam Klausurstimmung auf.

Stefanie Hoos gebrauchte die unter den Abiturienten altbekannten Worte: „So, jetzt bitte zu Ende kommen“, einem typischen Lehrersatz, wenn angedeutet werden soll, dass in den nächsten Minuten alle Klausurhefte auf dem Pult liegen sollen – ob der Schüler nun fertig geschrieben hat oder nicht.

Künstlerisch tätig wurden Kunstlehrer Horst Lange und die drei Geschichtslehrer der Bachgauschule: In Zweierteams aufgeteilt, malte jeweils ein Lehrer ein zusammengesetztes Nomen, während sein Spielpartner dieses erraten musste. Die Kunstwerke wurden anschließend unter den Schülern versteigert. Das Startgebot lag bei fünf Cent. Das Bild „Der Giftschlangenzahn“ von Horst Lange ging für 17 Cent weg; „Das Eisbärgehege“ von Volker Weber wurde sogar für 1,05 Euro versteigert. Die unteren Klassen blieben selbstverständlich nicht in ihren Klassenräumen sitzen, sondern feierten gemeinsam mit den Dreizehnern.

Quelle: op-online.de

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