Einrad: „Man kann mehr ausprobieren“

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Die Einradfahrer des TVB bei einer Eröffnung neuer Geschäftsräume in Babenhausen.

Babenhausen „Es ist schon anders, als wenn man auf einem Fahrrad mit zwei Rädern fährt. Vor allem ist es anstrengender, weil man ja die ganze Zeit treten muss, sonst fällt man um“, sagte Ines Nickenig lachend. „Man kann auf dem Einrad aber viel mehr ausprobieren. Von Petra Grimm

Das macht einfach Spaß“, ergänzte Alessa Buchwald. Die beiden 17-Jährigen, die schon seit gut sieben Jahren beim TVB Einrad fahren, gehörten zum vierköpfigen Mädchenteam, das mit einer gekonnten Vorführung die Gäste einer Feier zur Eröffnung neuer Geschäftsräume unterhielt.

Die TVB-Einradfahrer bereichern beispielsweise auch regelmäßig städtische Veranstaltungen mit ihren sportlichen Vorführungen und ernten viel Applaus für ihr Können. Eingeführt hat diese eher ungewöhnliche Sportart Kurt Gebhardt, der 1999 als Trainer mit einem Einrad-Kurs beim TVB startete. „Eigentlich wollte ich damals eine Jonglier-Gruppe gründen. Ich hatte zum Training mein Einrad mitgebracht und das fand dann wesentlich mehr Zuspruch bei den Kindern. So haben wir eine Einrad-Gruppe gegründet, die innerhalb eines halben Jahres von zehn auf 30 Jugendliche angewachsen ist“, erinnert sich Gebhardt an die überraschend große Resonanz auf dieses Angebot, das seither besteht. Derzeit gibt es zwei Gruppen, die freitags von 17.30 bis 19 Uhr in der Schulsporthalle und mittwochs zur gleichen Zeit in der Aula der Schule im Kirchgarten trainieren.

„Die ersten zehn Jahre haben wir Anfänger und Fortgeschrittene getrennt. Inzwischen nicht mehr. Da werden Neueinsteiger in die bestehenden Gruppen integriert“, so Gebhardt, der sich darüber freut, dass drei seiner ersten Einradfahrerinnen inzwischen als Trainerinnen im Einsatz sind. Stefanie Pfau, Alexandra Weinzetl und Anke Scharwinski geben ihr Können an den Nachwuchs weiter.

Geeignet für diesen Sport sei eigentlich jeder, so Gebhardt. „Man sollte allerdings mindestens 1,30 Meter große sein. Ich hatte schon Fünfjährige beim Training dabei und habe auch in den Sommerferien schon Kurse für Erwachsene angeboten. Ein gewisses Gleichgewichtsvermögen ist Voraussetzung, dann lernt eigentlich jeder das Balance halten. Man muss es sich einfach zutrauen“.

Die Verletzungsgefahr beim Fahren in der Halle sei sehr gering, da man ja mit einem niedrigen Tempo unterwegs sei. „Ich erinnere mich eigentlich nur, dass sich mal jemand an der Hand verletzt hat. Die Hände sind dabei noch am ehesten gefährdet, weil man sich damit ja auffängt und abstützt beim Fallen“. Wer allerdings mit einem Cross-Rad draußen in Feld und Flur unterwegs ist, für den ist auch auf dem Einrad unbedingt eine komplette Schutzausrüstung, vor allem Handschuhe, wichtig. An Wettbewerben nehmen die Babenhäuser Einradfahrer nicht teil.

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„Wir betreiben diesen Sport nicht als Leistungssport, sondern verstehen das Angebot eher als Ergänzung zu anderen Sportarten“, erklärte Gebhardt, der Interessierte einlädt, einmal unverbindlich bei den Trainingsstunden vorbeizuschauen. Einsteiger können sich am Anfang auch ein Einrad beim Verein ausleihen.

Wobei die Kosten für ein eigenes Trainingsgerät überschaubar sind. „Man bekommt ein geeignetes Rad schon zwischen 50 und 100 Euro“, sagte der Mann, der schon über 200 Kindern das Fahren auf einem Einrad beigebracht hat.

Quelle: op-online.de

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