Vom Marsch bis zum „King of Pop“

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In Blau spielten am Sonntagabend die Musiker des Blasorchesters des TV Hergershausen auf. Der Eintritt war frei, die Spenden kommen dem Bläsernachwuchs zugute.

Hergershausen - Mit Wehmut dürften sich die Musiker des Blasorchesters an ihr Serenadenkonzert vor einem Jahr an gleicher Stelle erinnert haben: Zwar war damals das Wetter ebenfalls durchwachsen, doch der Regen hielt sich zurück – zumindest bis zum letzten Lied. Von Michael Just

2008 schlug man Petrus sogar ein Schnippchen, indem man auf die Pause verzichtete und so gerade noch trockenen Fußes – oder besser gesagt, trockener Instrumente – davon kam. Am Sonntagabend, bei der dritten Auflage des Serenadenkonzerts in der Langsmühle, hatte es schon vorher immer mal wieder geregnet oder getröpfelt. In weiser Voraussicht hatten sich die Musiker deshalb für ihren Auftritt unter eine kleine, überdachte Fläche des großen Hofes zurückgezogen.

Am Samstag, bei der Generalprobe, sind wir zweimal nass geworden. Deshalb die Entscheidung, unter dem Dach Schutz zu suchen“, erzählt Christel Winter, die das Blasorchester des TV managt und durch ihre langjährige Zugehörigkeit als die „Mutter“ oder zumindest gute Seele der Vereinigung gilt. Auch Dirigent Reiner Laumann bevorzugte den geschützten Ort, und das nicht nur wegen der dunklen Wolken: „Die Akustik ist einfach besser“, meinte der Experte.

Das dunkle Firmament führte dann aber dazu, dass sich die Zahl der Gäste in Grenzen hielt und nicht wenige Stühle frei blieben, was schade war. Denn auch in diesem Jahr hatten sich die 30 Bläser ein abwechslungsreiches Stelldichein ausgedacht. Fast ein dutzend Stücke enthielt das Programm, die entweder zum festen Repertoire der Bläser gehören oder die eigens für diesen Auftritt einstudiert wurden. Volkstümliches war ebenso zu finden wie kraftvolle Märsche, ein Ausflug in die Operette und der Brückenschlag in die neuere Zeit mit Simon and Garfunkel. Mit dem Stück „Heal the World“ von Michael Jackson packte man in die Zugabe ein Tribut an den kürzlich verstorbenen Popstar aus Amerika.

Auch wenn am Sonntagabend ein blauer Himmel den Musikern verwehrt blieb, leuchtete dafür ein anderes Blau im Hof der Langsmühle: So verfehlten die königsblauen Uniformen der Bläser in dem historisch-bäuerlichen Ambiente ihre Strahlkraft nicht. „Blau ist die Farbe der deutschen Turnvereinsmusiker“, weiß Winter. Wie sie sagt, habe man die Anzüge aber nicht mehr allzu oft an, was auch im vergangenen Jahr beim Serenadenkonzert der Fall gewesen sei: „Alles, was mit Uniform zu tun hat, wird heutzutage nicht mehr allzu innig geliebt.“ So bedürfe es bei den Mitgliedern schon einiger Überredungskunst, in die Anzüge zu schlüpfen.

Dazu habe ein Modewechsel stattgefunden: „Schwarz wird immer mehr zur bevorzugten Farbe“, sagt die Hergershäuserin. Das sei vor allem bei den Blasorchestern der Fall, bei denen sinfonische Elemente Einzug in die Musik hielten.

Nach dem Serenadenkonzert am Sonntag dürfen die TV-Musiker nun die Sommerferien genießen. Danach haben sie schon das Jahresende im Visier, wenn die Vorbereitungen fürs Weihnachtskonzert im Bürgerhaus beginnen.

Quelle: op-online.de

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