Mechaniker oder lieber Polizist?

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Beim Zweiradshop Niederhofer können die Schüler nicht nur zuhören, sondern auch mal selber am Rad schrauben. Niederhofer war eine von 49 Firmen, die sich gestern präsentierten.

Babenhausen ‐ Anna-Lisa Geißler (14 Jahre) will einmal Medizin studieren. In ihrem Berufswunsch ist sie bei der Job-Info-Börse der Joachim-Schumann-Schule Babenhausen bestätigt worden. Von Ulrike Bernauer

Als erstes hat sie sich über Gesundheits- und Pflegeberufe informiert. Insgesamt 49 Firmen, Betriebe, Schulen und Institutionen nahmen am Freitagvormittag an der Börse teil und werben bei den 300 Neunt- und Zehntklässlern um künftige Auszubildende.

Für das Bildungszentrum für Gesundheit Mathildenhöhe ist Arndt Blessing gekommen. Er erläutert den fünf Mädchen, die sich eingefunden haben, den Beruf der „operationstechnischen Assistenz“. „Blut sollte man schon sehen können, handwerkliches Geschick und einen großen Ordnungssinn braucht man in diesem Beruf ebenfalls“, erläutert der Schulleiter des Bildungszentrums. Blessing preist die Pflegeberufe insgesamt als krisensicher und von der Arbeitszeit als sehr flexibel an, „gerade für Frauen gut geeignet“.

Zahl der Mädchen und Jungen hält sich die Waage

Schülerin Geißler hat diese Veranstaltung besucht, „weil das am besten zu meinem Berufswunsch passt“. Ihre Klassenkameradin Lara Intili (15 Jahre) hingegen weiß noch nicht, was sie später für einen Beruf ausüben möchte, sie wollte sich einfach mal informieren. Die Firma Merck hat sie noch auf ihrem Laufzettel stehen, aber auch das Polizeipräsidium.

Der Klassensaal, in dem Hauptkommissar Werner Klose Informationen zum Beruf des Polizisten gibt, ist mit Interessenten gut gefüllt. Beim zweiten Durchgang hält sich die Zahl von Mädchen und Jungen auch in der Waage. Michelle Schecker (15 Jahre) überlegt, ob sie eine Polizeilaufbahn einschlagen soll, „ich finde den Beruf sehr interessant und Frauen können das genauso gut“. Marlin Löffler ist nach dem Vortrag von Klose hingegen eher abgeneigt, einmal Polizist zu werden. „Ich fand das meiste, was vorgestellt wurde, sehr gut, was ich mir nicht vorstellen kann, ist vor Demonstranten zu stehen, die für eine Sache streiten, die ich selbst gut finde.“ Hauptkommissar Klose hat den Schülern Teile des Eignungstests vorgestellt und darin ganz geschickt die Anforderungen an einen Polizeibeamten verpackt. Gut besucht ist auch der Stand der Bundeswehr, hier nehmen sich viele Jugendliche Infomaterial mit.

Erwartungen klaffen manchmal auseinander

Nicht ganz zufrieden ist Marco Weiß vom Zweiradshop Niederhofer, der Zweiradmechaniker hätte sich mehr Fragen von den Schülern gewünscht. Weiß hatte extra was zum Schrauben vorbereitet, von acht Schülern haben dieses Angebot jedoch nur drei angenommen. Boris Beck (15 Jahre) war unter den Schraubern, „aber ich weiß noch nicht wirklich, was ich machen will“.

„Die Erwartungen zwischen den Ausbildern und ihren potenziellen Auszubildenden klaffen manchmal schon auseinander“, bestätigt Schulzweigleiterin Barbara Meuer, „für viele unserer Schüler ist es der erste Kontakt mit einem Betrieb“. Viele der Schüler nehmen diese Jobbörse jedoch sehr ernst und manche der Jungen haben sich heute sogar einen Anzug angezogen. „Wir merken, dass die Schüler von diesem Tag profitieren“, sagt Meuer, „vielen hat die Job-Info-Börse schon bei ihrer Entscheidung geholfen.“

Das bestätigt der Schulleiter des Bildungszentrum für Gesundheit Blessing: „Wir haben schon einige Auszubildende von der Joachim-Schumann-Schule in den Beruf begleitet, Erstkontakt war hier bei der Jobbörse“.

Quelle: op-online.de

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