Kunst

Horst Käse stellt Gemälde in der Sparkasse aus

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„Sahra beim Absinth“ ist der Titel des Werkes von Künstler Horst Käse (links), das sich auch Sparkassen-Filialleiter Jörg Schöpp genauer anschaute.

1876 malte der berühmte Impressionist Edgar Degas „Der Absinth“. Derzeit scheint das Bild nach Babenhausen in die Schalterhalle der Sparkasse gewandert zu sein

Babenhausen –  Wer das Motiv mit den beiden Personen am Tisch allerdings genauer beäugt wird überrascht: er erkennt Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine. „Im Vergleich zum Original habe ich die Gesichter ausgetauscht“, sagt der Babenhäuser Künstler Horst Käse, der damit einen etwas anderen Degas geschaffen hat. Auch Angela Merkel, Siegmar Gabriel und Gregor Gysi hat er bereits in heiteren Szenen auf die Leinwand gebracht.

„Kunst ist frei“ – das ist die wohl treffendste Aussage, die sich auf die derzeitige Bilderschau von Horst Käse in den Räumen der Sparkasse anstellen lässt. Eröffnet wurde sie von Filialleiter Jörg Schöpp. Der Zuspruch zur Vernissage konnte sich mit zahlreichen Besuchern sehen lassen. 2012 schaffte es Sylvia Kloetzel mit einer Anfrage der Stadt, die Finanzdienstleister in puncto Kunst und Kultur mit ins Boot zu holen. „Jedes Jahr im Herbst zeigen wir in unseren Räumlichkeiten Werke lokaler Künstler“, erklärt Schöpp. In der Vergangenheit stellten hier auch schon Heide Jakob, Willi Seibert und Ine Reichart aus.

Mit Horst Käse kommt nun ein weiterer bekannter Babenhäuser Kunstschaffender hinzu. Insgesamt umfasst die Schau 16 Gemälde, die in der Filiale die Möglichkeit bietet, für kurze Zeit der Hektik des Alltags zu entfliehen. „Die Schau stellt eine Mischung aus alten und neuen Werken dar. Einige entstanden erst in den letzten Monaten“, so Käse.

Der Wahl-Babenhäuser wurde 1940 in Frankfurt geboren. Als Dienststellenleiter bei der Post arbeitete und lebte er viele Jahre im Taunus. Erst im Ruhestand führte der Weg 2011 in die Stadt an der Gersprenz. Schon als Kind hat er gerne gemalt und auch schon Wettbewerbe gewonnen. Die Zahl seiner bisherigen Ausstellungen ist formidabel. Nicht minder bemerkenswert ist die Wandlungsfähigkeit des Künstlers: gemalt wird in Öl und Aquarell, bei den Zeichnungen auch mit Kreide, Bleistift oder Kohle. Die Motive rangieren von Landschaft, über Stillleben bis zu Porträts.

Wegen der großen Bandbreite ist die aktuelle Ausstellung mit keinem Titel versehen. Sie stellt einen Querschnitt der Schaffenskraft von Horst Käse dar. Zu den schönsten Motiven gehört zweifellos die sehr naturalistisch gehaltene Ansicht des Hexenturms. Ein Lächeln oder sogar Lachen dürften jene Bilder hervorbringen, auf denen bekannte Politiker mit gekonntem Pinselstrich Eingang finden. Darunter ist auch jenes Motiv, das Merkel und Gysi vereint unter einem Sonnenschirm der Kanzlerin darstellt. Für Käse ist es legitim, dass Künstler Politiker mit einem heiteren Augenzwinkern betrachten. Ohnehin haben seine Darstellungen eher etwas Liebenswürdiges als etwas Bissiges.

Auf einem anderen Gemälde ist Albert Einstein, das Weltall und die Relativitätsformel verewigt. Vielleicht entfacht es einen Anstoß sich mit der berühmtesten Formel der Welt zu beschäftigen. „Mir fiel es zumindest immer schwer zu verstehen, um was es dabei genau geht“, gibt der Künstler unumwunden zu. " Die Ausstellung ist bis Freitag, 29. November, zu sehen.

VON MICHAEL JUST

Quelle: op-online.de

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