Millionen für die Leitungen

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Keine Gebührenerhöhungen sind beim Gruppenwasserwerk Dieburg geplant - Verbandsvorsitzender Dr. Klaus Lötzsch (links) und kaufmännischer Leiter Reinhard Eder.

Hergershausen ‐ Der Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg (ZVG) mit Sitz in Hergershausen investiert auch 2010 einen Millionenbetrag für Leitungssanierungen und das Beheben von Rohrbrüchen. Von Michael Just

Der Wirtschaftsplan, der in der jüngsten Verbandsversammlung vorgestellt wurde, weist beim Erfolgsplan Erträge und Aufwendungen in Höhe von insgesamt 13,6 Millionen Euro aus. „Nicht nur aufgrund unserer Monopolstellung wollen wir die auf mehrere Jahre angelegte Komplett-Sanierung des Wasserwerks fortsetzen“, so Verbandsvorsitzender Dr. Klaus Lötzsch. Darunter fielen unter anderem das Rationalisieren der Abläufe, die Anschaffung moderner Pumpen oder die systematische Rohrleitungserneuerung. Die Erhebung von Betriebs- und Investitionsumlagen an die Mitgliedsgemeinden sei aktuell aber nicht nötig. „Dies dürfte wegen der prekären Finanzlage der Gemeinden ohnehin nicht durchsetzbar sei“, konstatierte der Sickenhöfer.

Übersicht umfasst 66 Stellen

Am Gesamtaufwand machen die Personalkosten rund 30 Prozent aus. Insgesamt umfasst die Übersicht 66 Stellen und ist damit unverändert gegenüber 2009. Im neuen Jahr sind erneut sechs Plätze für Auszubildende vorgesehen. Insgesamt schließt der Erfolgsplan für 2010 positiv ab: Entwickeln sich die Erträge und Aufwendungen wie vorgesehen, steht am Ende ein Plus von rund einer Million Euro. Was die Verbraucher am meisten interessieren dürfte ist die Tatsache, dass derzeit keine Gebührenerhöhungen geplant ist. Zudem will man die Kredite abbauen und keine Netto-Neuverschuldung eingehen.

Laut Lötzsch stehe das Gruppenwasserwerk in den nächsten Monaten vor größeren Aufgaben. So soll für die Brunnen im kommenden Jahr eine Bewertung ihres technischen Zustands samt Standort durchgeführt werden. Zur Sicherung des Förderpotenzials gehöre zudem die Ausweisung von Wasserschutzgebieten für eine Vielzahl von Brunnen, die bisher nur über veraltete und nicht angepasste Schutzauflagen verfügen. Derzeit sei man laut dem Verbandsvorsitzenden besonders zeitaufwändig mit Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinien (EU-WRRL) beschäftigt. Diese stellten ein Jahrhundertwerk dar um in Europa einheitliche Standards für Oberflächen-, Quell- und Grundwasser zu schaffen. „Das setzt eine intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten wie etwa den staatlichen Institutionen, der Land- und Forstwirtschaft oder den Kiesgrubenbetreibern voraus“, so Lötzsch. Wie das RP kürzlich in einem Beschluss festlegte, muss der ZVG zukünftig mit dem ZWO (Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach) bei bestimmten Erhebungen für die EU-WRRL noch enger kooperieren.

Wasserwerker unterstützen Brunnen-Aktion

Darin wird eine wirksame Maßnahme gesehen, eine hohe Qualität des Grund- und Trinkwassers zu garantieren. Eine Zusammenarbeit findet bereits durch die Wasserlieferungen des ZVG an den ZWO statt. Der dazugehörige Vertrag wurde in der ZVG-Verbandsversammmlung erneut verlängert.

Beim ZVG kann man derzeit auch etwas Gutes tun. Die Hergershäuser Wasserwerker haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt und helfen bei der Verbreitung von sogenannten „Brunnenaktien“. Nicht im Dax verzeichnet und ohne Verlustrisiko kommt der Wert des Papiers den Entwicklungsländern für neue Brunnen und sauberes Trinkwasser zu Gute. Hinter der Brunnenaktie steht der Verein „arche noVa – Initiative für Menschen in Not“ aus Dresden. Der Kontakt des ZVG zu dieser Hilfsorganisation kam auf dem Jubiläumskongress der deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches zustande.

Wie Verbandsvorsitzender Klaus Lötzsch sagte, beschäftigt sich der ZVG in einer globalisierten Welt auch mit der Trinkwassermisere in der Dritten Welt. So habe man kürzlich ein überaltetes, aber noch voll funktionsfähiges Leckortungsfahrzeug kostenfrei nach Algerien übergeben. „Von uns ist sogar Personal nach Afrika geflogen und hat die Mitarbeiter in die Bedienung vor Ort eingewiesen“, erzählt Lötzsch und ergänzt, dass marode Wasserleitungen in Entwicklungsländern zu einem Wasserverlust von bis zu 50 Prozent führen.

Quelle: op-online.de

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