1,8 Millionen für neue Pumpen

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Wasserspiele gehörten zum Programm der Hergershäuser Versorger.

Hergershausen ‐ „Das ist ausgelegt für die nächsten 50 Jahre“, sagte Dr. Klaus Lötzsch, Verbandsvorsitzender des Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg (ZVG), und deutete nicht ohne Stolz auf das neue Netzpumpenwerk. Von Michael Just

Die moderne Technik wird künftig am Sitz in Hergershausen dazu beitragen, 40.000 Haushalte beziehungsweise 150.000 Menschen effektiver mit Trinkwasser zu versorgen.

Am Freitagnachmittag war offizielle Inbetriebnahme mit Politikern und Verbandsvertretern, am Samstag hatte die Bevölkerung beim Tag der offenen Tür Gelegenheit, sich ein Bild zu machen. Die Verantwortlichen hatten dazu ein großes Programm aus Unterhaltung und Information vorbereitet.

Der ZVG lud zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Bei Führungen konnte auch das neue Netzpumpenwerk in Augenschein genommen werden.

Mit dem neuen Netzpumpenwerk hat der ZVG einen weiteren Schritt zu seiner Zukunftsfähigkeit gemacht. In einem für mehrere Jahre anberaumten Modernisierungsplan sollen vor allem die Arbeitsabläufe rentabler werden. „Die alten Pumpen sind 40 Jahre ununterbrochen gelaufen“, weiß Lötzsch. Jetzt ließen sich hier alleine 50.000 Euro pro Jahr an Energiekosten einsparen. 1,8 Millionen Euro hat man für die neue Technik investiert, insgesamt verschlang der nun abgeschlossene Abschnitt drei Millionen Euro. Vorausgegangen waren in den letzten Jahren die Sanierung der Filterhalle - einschließlich aller Aggregate und Rohrverbindungen - sowie die Installation einer Photovoltaik-Anlage, Kosten: ebenfalls rund drei Millionen Euro. Laut Lötzsch ist die Erneuerung der Technik nun weitestgehend abgeschlossen, jetzt stünden noch eine moderne Lagerhaltung und ein neues Heizsystem für den Standort aus, das mitHilfe von Wärmepumpen erfolgen soll.

Derzeit fördern beim ZVG 30 Brunnen sieben Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr.

„Wir stehen oft in der Kritik“

Dem Wasserwerk ist aber nicht nur der Anschluss an die Zukunft wichtig, sondern auch das Bewusstsein in der Bevölkerung, dass man in der Lage ist, die Versorgung quantitativ und qualitativ zu sichern. Dazu diente der Tag der offenen Tür. „Wir stehen oft in der Kritik wegen unserer Monopolstellung oder dass die Wassergebühren zu hoch sind“, sagt Lötzsch. Hier gelte es aufzuklären, „dass Wasser nicht umsonst zu haben ist - und schon gar nicht in der Qualität, in der wir es bieten.“ Der Verbandsvorsitzende denkt wegen mehr Transparenz darüber nach, einen Tag der offenen Tür, wie er das letzte Mal vor fünf Jahren stattfand, im Sinne einer wirksamen Öffentlichkeitsarbeit regelmäßiger zu veranstalten.

Von der Bevölkerung wurde der Blick hinter die Kulissen am Samstag gut angenommen. Vor allem die im dreiviertelstündigen Takt angebotenen Führungen, Vorträge und Filme, wie das Nass seinen Weg vom Grundwasser in den Hahn findet, stießen auf reges Interesse.

„Ich will mich über die neue Technik informieren“, sagt Thomas Gehringer (42), der mit Frau und Kindern gekommen ist. Das letzte Mal war er vor 25 Jahren hier, als sein Großvater, der für den ZVG arbeitete, ihm einen Einblick gewährte. „Der Wandel der Technik hinterlässt seine Spuren“, sagt Gehringer beeindruckt. Vom Tag der offenen Tür erfuhr der Hergershäuser durch die Zeitung und als er auf die Internet-Seite des ZVG ging, um den Härtegrad des hiesigen Wassers für den Anschluss eines neuen Gerätes zu erfahren.

Fülle von Informationen

Staunende Augen gab es bei ihm und vielen anderen vor allem in der „Reinwasserbehälter“-Station. Es ist der Sammelbereich des aufbereiteten Trinkwassers, bevor es in die Haushalte geht. Durch die Glasscheiben fällt der Blick auf zwei gleichgroße, geschlossene Bassins mit je tausend Kubikmeter glasklarem Nass. „Das Beste ist das Wasser“ steht in großen Lettern die Weisheit des griechischen Dichters Pindar (522- 445 v. Chr.) an der gegenüberliegenden Wand.

„Der Anblick lädt zum Schwimmen ein“, lacht ein Mitarbeiter des ZVG und schickt gleich hinterher, dass man es in dem zwölf Grad kalten Nass aber nicht lange aushalten würde. „Die verwendeten Materialien für die Station sind nur vom Feinsten und geben keinerlei Stoffe ab“, erläutert Lötzsch. Neben „absolut sauber“ seien die Wasserspeicher auch einbruchssicher für den Fall, dass ein Anschlag auf die Bevölkerung über deren Wasser stattfinden soll. Wegen der hygienischen Herausforderungen lagen hier während der Sanierungsarbeiten die schwierigsten Prozesse vor.

So hielt der Tag der offenen Tür beim Wasserwerk eine Fülle von Informationen parat, die zum Staunen anregten und manchmal sogar etwas Erheiterndes hatten. Wie Lötzsch sagte, lassen sich beim Wasser genauso wie beim Strom Stoßzeiten genau registrieren. Hohe Abnahmen verbinde man derzeit mit der Fußball-WM, vor allem während der Halbzeitpausen der Deutschland-Spiele: „Dann sehen wir am Verbrauch, dass in den meisten Haushalten besonders oft die Stillen Örtchen aufgesucht werden.“

Quelle: op-online.de

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