Von Musen, Göttinnen und Anmutigen

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Skulpturen von Bildhauerinnen aus drei Generationen sind an diesem Wochenende in Babenhausen zu bestaunen.

Babenhausen ‐ Die eine war schon Meisterschülerin an der Münchener Kunstakademie, als die zweite noch nicht geboren war. Die dritte schnitzte ihre erste Skulptur, als die Erste schon längst im Ruhestand hätte sein können: drei Frauen, drei Bildhauerinnen, drei Generationen. Von Veronika Szeherova

Bei der Winterausstellung der Babenhäuser „galerie gARTenhaus“ zeigt der Galerist Norbert Brähler die Arbeiten der drei, stellt sie nebeneinander, gegeneinander und macht deutlich, dass sie der gleichen Tradition entstammen: Das zu Zeigende auf seine Wesentlichkeit zu reduzieren.

Margot Eberle, die schon 1948 mit dem Kunststudium begann, zeigt Arbeiten der letzten Jahre aus Metall. Den menschlichen Körper in meditativer Ruhe oder auch in tanzender Bewegung. Sie zeigt sie in ihrer sparsamsten Form, mit klaren Umrissen und glatten Flächen, mit fast unmerklichen Nuancen die rigide Form belebend. Die für ihre Groß-Skulpturen und Brunnen bekannte Bildhauerin zeigt hier kleinere Arbeiten, die ihren großen Plastiken in Ausdruck und Aussage in nichts nachstehen.

Immer neue Ansätze, Empfindungen und Deutungen

Erika Hacker, die Bildhauerin der „mittleren Generation“ arbeitet in Stein und Bronze. Sie holt behutsam aus dem harten Stein die weichen Formen heraus, ist modern, ohne jemals modernistisch zu sein: Könige und Wächter, Liebende, Vereinte, Verlassene; oder auch die typischen Formen des Tieres in seiner Ruhe und Eleganz. Die Münchenerin Erika Hacker ist schon seit vielen Jahren in der „galerie gARTenhaus“ vertreten, überrascht aber immer wieder mit neuen Ansätzen, Empfindungen und Deutungen.

Die dritte im Bunde ist Waltraud Schroll. Ursprünglich von der Malerei kommend, entdeckte sie Ende der neunziger Jahre die Dreidimensionalität der Skulptur. Hauptthema ihrer Arbeiten ist der menschliche Körper, wichtigstes Werkzeug die Kettensäge. Ganz bewusst und aus Prinzip verwendet sie für ihre Arbeiten nur heimische Hölzer – Apfel, Birne, Birke, Eiche. Risse sind nicht immer vermeidbar, aber oft gewollt, das Holz ist gesägt, geschliffen, poliert.

Spannend ist das Miteinander dieser drei Künstlerinnen, deren Arbeiten 60 Jahre künstlerischen Schaffens umspannen.

Heute eröffnet die „galerie gARTenhaus“ ihre Winterausstellung und ist von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Am morgigen Samstag und am Sonntag, 21. November, ist von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

Danach ist die Ausstellung noch bis April nur nach vorheriger Anmeldung zu besuchen. Galerie „gARTenhaus“, Seligenstädter Str. 42. Mehr Informationen auch auf der Internetseite von Galerie Gartenhaus.

Dazu die Arbeiten des Babenhäuser Malers Arno Räder, der eine große Anzahl neuer Ölgemälde in der Galerie zeigt Momente und Eindrücke, oft autobiographisch, jedoch dem Betrachter Raum lassend, seinen eigenen Augenblick zu sehen, sich zu erinnern an Ort und Zeit und Gefühl. Eigene Texte verarbeitet er auf der Leinwand, abstrahiert Landschaften, in bunten Farben aber auch in erdigen Tönen, starken schwarz-grau-weiß Schattierungen. Wildheit und kontemplative Ruhe kontrastieren und passen in ihrer stark strukturierten freien Form gut zu den strengen Skulpturen der Bildhauerinnen.

Quelle: op-online.de

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