„Mutwillig und vorsätzlich“

+
Pferdebesitzer Wolfgang Bereiter (links) und Landwirt Peter Metzler halten die abgeschnittenen Enden der durchtrennten Gummibänder aneinander.

Langstadt ‐ „Wir haben früher auch Unsinn gemacht und anderen Leuten Streiche gespielt, aber wir haben nichts mutwillig kaputt gemacht. Das hat mit Schabernack nichts zu tun!“ Von Niels Britsch

Peter Metzler aus Langstadt ärgert sich über einen Akt des Vandalismus: Unbekannte hatten Zäune seiner Pferdeweiden zerschnitten. Insgesamt 17 der heißblütigen Vierbeiner versorgt der Landwirt, allesamt Pensionspferde. Aus Sicherheitsgründen bringt Peter Metzler die Tiere über Nacht in den Stall – eine gute Vorsichtsmaßnahme, wie sich nun nach der Zaun-Attacke herausstellt. „Den Tätern ist nicht klar, was sie damit anrichten können. So eine freilaufende Herde kann ganz schön gefährlich für Autofahrer und Spaziergänger werden. Außerdem ist es auch Tierquälerei, wenn sich die Pferde verletzen.“

Den ganzen Tag über gehen Mütter mit ihren Kindern und auch ältere Menschen in den Feldern um Langstadt spazieren, eine Gruppe aufgeregter Heißblüter stellt da tatsächlich keine unerhebliche Gefahrenquelle dar.

Wolfgang Bereiter, einem der Pferdebesitzer, war gestern Morgen beim Ausreiten der Schaden aufgefallen: Auf einer Weide hatten die Täter den Zaun durchgeschnitten. Dieser besteht aus einem knapp zehn Zentimeter breiten Gummiband, das innen noch mit einem metallähnlichen Material verstärkt ist. Bei einer Dicke von knapp einem Zentimeter kein leichtes Unterfangen, das stabile Band zu durchschneiden.

Glücklicherweise sind weder Menschen noch Pferde zu Schaden gekommen.

„Ohne besonderes Werkzeug geht das gar nicht, mit einer Metallsäge oder einer Flex muss man da schon ran“, sagt Peter Metzler und demonstriert mit einem kleinen Sägemesser, dass das Material nicht so leicht zu durchtrennen ist. Vor mehr als 20 Jahren hatte Peter Metzler seinen Stacheldrahtzaun durch das Gummimaterial – das von ehemaligen Bergwerk-Förderbändern stammt – eingetauscht, gerade weil es so stabil ist: „Das hält immer noch!“

Wenn es denn nicht jemand mutwillig zerstört hätte, denn der glatte Schnitt deutet zweifelsohne darauf hin. Auch auf der aktuellen Winterweide hatten die Täter den Elektrozaun entzweit, glücklicherweise war der Schnitt jedoch aufgefallen, bevor die Pferde morgens wieder auf die Weide getrieben wurden. „Da die Elektro-Litze am Abend zuvor noch in Ordnung war, nehmen wir an, dass es in der Nacht passiert ist“, vermutet Bereiter. Der Elektro-Zaun war schnell repariert, anders verhält es sich bei dem Gummiband: „Materieller Schaden ist uns nicht entstanden, aber um das wieder in Ordnung zu bringen, benötigen wir schon ungefähr drei Stunden.“

Morgens die Zäune der Weiden überprüfen

Peter Metzler wird Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt erstatten, „aber ich wüsste auch nicht, wer uns Böses will“, tappt er auf der Suche nach Motiv und Täter im Dunkeln. „Es gibt gar keinen Grund, so etwas zu machen“, zeigt sich auch Bereiter ratlos. Besonders irritiert die beiden, „dass jemand vorsätzlich entsprechendes Werkzeug mitgebracht haben muss“.

Angst, dass der oder die Täter nun tagsüber versuchen, die Pferde durch Zerstören des Zaunes freizulassen, haben sie nicht. „Das Gummiband hat man ja nicht in fünf Minuten durchgesägt“, sagt Metzler. „Außerdem gibt es einen ordentlichen Elektro-Schlag“, warnt Bereiter potenzielle Täter.

Allerdings sieht sich Pferdewirt Metzler nun gezwungen, morgens die Zäune seiner Weiden zu überprüfen, bevor er die Tiere zum Grasen schickt.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare