Nach Brandschutzmängeln

Hallenschließungen: Vereine in der Krise vereint

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Die Versammlungs- und Übungsräume im Bürgerhaus Hergershausen sind seit einer Wochen wegen brandschutztechnischer Mängel für die Vereine gesperrt.

Babenhausen - Ein an sich schon denkwürdiges Treffen zwischen Hergershäusern und Sickenhöfern, die sich seit ewigen Zeiten in einem nachbarschaftlichen – heute nicht mehr ganz ernst gemeinten – Zwist gegenüberstehen, hat zu Wochenbeginn stattgefunden. Von Walter Kutscher 

Es ging um die wegen erheblicher Brandschutzmängel geschlossenen Hallen in den beiden Stadtteilen. In der Krise vereint. Auf Initiative von Eline Kuipers (TV Hergershausen), Manfred van Bürk (Gesangvereins Liederkranz) und Hanna Cordier (TV Sickenhofen) war eine illustre Schar an Vereinsvertretern im Vereinsheim des SV Kickers Hergershausen zusammen gekommen. Vertreten waren neben den Initiatoren auch der Gesangverein Bruderkette Sickenhofen, der Sickenhöfer Karnevalsverein und die Feuerwehr, der SV Kickers und der DRK-Ortsverband Hergershausen sowie der Ortsverschönerungsverein und die Theatergruppe SiLT aus Sickenhofen. Das Gesprächsthema: die wegen brandschutztechnischer Mängel geschlossene Friedel-Wiesinger-Halle in Sickenhofen und das Bürgerhaus Hergershausen. Wie berichtet, hatte in der zurückliegenden Stadtverordnetenversammlung ein Antrag der Freien Wähler eine Mehrheit gefunden, die beiden Einrichtungen unverzüglich zu schließen. Der Magistrat setzte diesen Beschluss dann vor einer Woche auch postwendend um.

Reihum berichteten die Betroffenen von den Folgen der Schließung und den damit verbundenen notwendigen Maßnahmen. So erzählte Manfred van Bürk, dass durch den Ausfall der Singstunden dem Verein Kosten entstehen, da der Dirigent auch dann bezahlt werden muss, wenn die Absage nicht vier Wochen vorher erfolge. Als erste Reaktion haben die Sänger einen offenen Brief an den Magistrat geschrieben (wir berichteten). Beate Höreth vom Sickenhöfer Karnevalsverein (SKV) meinte, dass die aktuelle Fastnachtszeit zwar vorbei sei, aber „nach der Kampagne ist vor der Kampagne“. Außerdem, so fügt sie hinzu, hat der Verein die Planungen für den „Tanz in Mai“ bereits begonnen, der in der Friedel-Wiesinger-Halle stattfinden sollte, aber nun abgesagt werden muss. Damit bricht eine potenzielle Einnahmequelle weg.

Im Vereinsheim des SV Kickers kamen Vereinsvertreter aus Hergershausen und Sickenhofen zu einer Krisensitzung zusammen.

Besonders betroffen sind in beiden Stadtteilen die Turnvereine mit ihren vielen Kinder- und Jugendgruppen. Nicht nur für die Kleinen sind Ersatzmaßnahmen notwendig, auch deren Eltern nutzen oft die Zeit der Abwesenheit der Kinder für eigene Erledigungen. In Sickenhofen weicht man teilweise in die ehemaligen Klassensäle der alten Schule aus und nutzt das Angebot des SV 58 im Sportlerheim zu üben. Julia Hennig vom TV 1909 ergänzte, dass auch Sportgeräte in den Hallen lagern, die nur in Begleitung städtischer Mitarbeiter geholt werden können und schließlich sind für den Transport eines Barren oder Schwebebalkens auch kräftige Helfer gefragt.

Unisono äußersten die Teilnehmer, dass der Informationsfluss katastrophal war und kein Vereinsvorstand bis dato eine offizielle Mitteilung zur Sachlage der Sperrung seitens des Magistrats erhalten hat. Lediglich kurze Notizen erhielten der Angelsportverein Sickenhofen und der SV Kickers Hergershausen wegen des Ausfalls des Kindermaskenballs.

Überrascht sind die Vereinsvertreter bei der Diskussion über die Motive aus der Stadtverordnetenversammlung zur Schließung. Da werde von „Gefahr für Leib und Leben“ gesprochen, obwohl bereits vor acht Jahren die Brandschutzmängel aufgezeigt wurden. Jährlich seien Mittel zur Sanierung der Hallen eingeplant gewesen, heißt es aus der Verwaltung. Gerade in der Zeit, als die kommunalen Dienstleistungen noch als Eigenbetrieb der Stadt geführt wurden, ist dies nachweisbar, aber immer wieder wurden die dringenden Arbeiten nicht durchgeführt. Nun ist der Eigenbetrieb in den städtischen Kernhaushalt überführt worden und jetzt fehlen dort die Mittel im Investitionsplan.

Der DRK-Ortsverein Hergershausen steht nun vor der Frage, wie die nächsten Blutspendetermine abgewickelt werden sollen. Die geplanten Termine werden jährlich gemeldet und bereits jetzt ist der Mai-Termin online beim Blutspendedienst nachzulesen. Die Bachwiesenschule in Nachbarschaft zum Hergershäuser Bürgerhaus steht auch vor dem Problem, dass der Sportunterricht nun dort nicht mehr stattfinden kann. Lösungen dafür müssen auch mit der Landkreisverwaltung erörtert werden. Da die Hallen auch für private Feiern und Veranstaltungen vermietet werden, müssen bereits festgelegte Termine storniert werden, was auch dazu führt, dass städtische Einnahmen wegfallen.

Nach rund einstündiger Diskussion kamen die Anwesenden zu dem Ergebnis, dass jeder Verein seine eigenen Daten hinsichtlich der Übungszeiten, der Personenzahl und weiteren Details der Stadt vorlegt. Ein Ausweichen auf Hallen anderer Stadtteile werde zwar geprüft, bringt jedoch zusätzliche Probleme und Sicherheitsaspekte, denn gerade bei den großen Jugendgruppen ist der Transport ohne Bus kaum zu bewältigen und die verfügbare Zeit verkürzt sich um Fahrzeiten, die im Berufsverkehr beispielsweise zwischen Hergershausen und Harreshausen mal 20 Minuten ausmachen können.

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Quelle: op-online.de

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