Nach Jahren wieder „Labbesfest“

+
Zum 20-jährigen Bestehen der „Vöchel“ wird im malerischen Ortskern gefeiert. Tina Lindemayer, Harald Weidler und sein Sohn Robin sorgten für ofenfrischen Labbes.

Harreshausen - Die Durststrecke ist zu Ende und nach längerer Pause war es jetzt soweit: Die Harreshäuser „Vöchel“ haben wieder zum „Labbesfest“ in den malerischen Ortskern eingeladen. „Anlass für dieses Fest, das 2005 zum letzten Mal stattfand, ist unser Jubiläum. Von Petra Grimm 

Seit 20 Jahren gibt es die Vöchel“, sagte Joachim Funk, der zur rührigen Freizeitgruppe gehört, die im Stadtteil regelmäßig für Veranstaltungen sorgt und inzwischen auch über ausreichend junge Helfer verfügt. Zu den 14 älteren Vöcheln sind inzwischen zehn jüngere gestoßen. Die jungen Männer zwischen zwölf und 19 Jahren, die meisten Söhne der Stammmitglieder, sind mit großem Eifer dabei. „Sie werden von uns angelernt, dass sie irgendwann in unsere Fußstapfen treten können“, sagte Harald Weidler, der mit seinem Sohn Robin und Tina Lindemayer in einem Hof der Gersprenzstraße für frisch gebackenen Labbes sorgte. „Die jungen Vöchel machen verschiedene Dienste, haben sich für heute um die Musik gekümmert und bewirtschaften die Bar ganz alleine“, sagte Joachim Funk, froh über das Engagement der jungen Männer, die wie die älteren Vöchel für Leben im Ort sorgen wollen. So erinnern sich bestimmt viele Harreshäuser gerne an die von der Freizeitgruppe ab Ende der 90er Jahr organisierte Scheuerkerb, die inzwischen von der Glühweinkerb zwischen den Jahren abgelöst wurde. Auch am 1. Mai laden die Vöchel zum Feiern ein.

Das Labbesfest zum Jubiläum sorgte am Samstagabend für fröhliches Treiben in der von Fachwerkhäusern gesäumten Straße, in der auch die Band Atze and Friends eine Bühne aufgebaut hatte. Deftige Grillspezialitäten und natürlich frischer Labbes sorgten für Stärkung. An dieser traditionellen Speise konnte man früher sehen, wie wohlhabend eine Familie war. „Die ärmeren Leute haben ihren Labbes, der früher aus den Resten des Brotsauerteigs hergestellt wurde, mit Zimt und Zucker bestreut und die Reichen haben Schinken und Schmand oben drauf gemacht“, sagte Harald Weidler.

Hefe- statt Sauerteig als Grundlage

Auf großen Blechen, in der Arme-Leute-Version mit Zimt und Zucker bestreut, verschwand der Teig am Samstag im Pizzaofen, den der Wirt des „Schwartzen Löwen“ den Harreshäuser Vöcheln für ihr Fest zur Verfügung gestellt hatte.

Bis Ende der 1960er Jahre gab es in Harreshausen das von allen Dorfbewohnern gemeinsam genutzte Backhaus und so lange wurde auch Labbes gebacken. Die Grundlage für dieses traditionelle Gebäck, das geschmacklich und auch optisch an süßen Blechkuchen erinnert, hat sich inzwischen allerdings geändert. „Der Labbes aus Sauerteig hat uns und unseren Gästen nicht so gut geschmeckt“, sagte Joachim Funk. „An Stelle des Brotsauerteigs nehmen wir einen Hefeteig, der mit gekochten Kartoffeln vermischt ist“, erklärte Harald Weidler.

Mit einem siebenköpfigen Team hat der gelernte Bäcker, der inzwischen in einem anderen Beruf arbeitet, den Teig hergestellt. An Helfern hat es den Vöcheln beim Fest insgesamt nicht gemangelt, wie Weidler erzählt: „Fast 60 Leute waren sofort dabei und wollten freiwillig mitmachen und Dienste übernehmen. Da mussten wir nicht lange bitten. Es haben sich sogar einige beschwert, dass wir sie nicht gefragt haben“. Da träumen wohl einige der größeren Vereine in der Stadt davon.

Quelle: op-online.de

Kommentare