„Näher zusammenrücken“

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Eine Lichtinstallation anlässlich des Zusammenschlusses der beiden Dekanate Reinheim und Groß-Umstadt zum Dekanat Vorderer Odenwald zauberte in der evangelischen Kirche von Groß-Umstadt prächtige Farbenspiele an die Wände.

Darmstadt-Dieburg/Groß-Umstadt ‐ „Ihr seid das Salz der Erde.“ Unter diesem Motto stand die Predigt von Dr. Volker Jung, dem Präsidenten der hessisch-nassauischen Kirche. In einem festlichen Gottesdienst in der evangelischen Kirche von Groß-Umstadt wurde der Zusammenschluss der beiden Dekanate Groß-Umstadt, zu dem Babenhausen gehörte, und Reinheim zum Dekanat Vorderer Odenwald gefeiert. Von Ulrike Bernauer

Den Gottesdienst gestalteten die Mitglieder der beiden ehemaligen Dekanate wie die beiden Präses Volker Ehrmann (Dieburg) und Christoph Kleinert (Babenhausen), sowie die beiden Dekane Heinz-Walter Laubscheer und Joachim Meyer. Anschließend gab es eine „Talkrunde vor dem Altar“. Eingeladen, Rede und Antwort zu stehen, waren Personen der Kirche, aber auch Menschen aus sozialen Institutionen, aus Politik und Gesellschaft.

Genau an die soziale und gesellschaftliche Verantwortung von Kirche erinnerte Groß-Umstadts Bürgermeister Joachim Ruppert: „Kirche erfüllt bei uns schon jetzt soziale Aufgaben, ich denke dabei an Kindergärten, die in kirchlicher Verantwortung stehen, die Diakoniestation, aber auch die Arbeit im kulturellen Bereich.“

Die Jugend ließ die Kirche beim Talk vor dem Altar in Form der beiden Moderatoren Claudia Harms und Christopher Kanlinasch zu Wort kommen, die beim Winzerfestradio Weinwelle mitmachen.

Die Arbeitsloseninitiative Kompass stellte Mitbegründerin Karin Puschmann vor: „Viele meiner Kollegen in der Arbeitslosigkeit trauen sich nicht mehr vor die Tür. Dabei schreiben wir viele Bewerbungen, aber gerade wenn man älter ist, gibt es keine Jobs.“

Die soziale Komponente von Kirche stellte auch Beate Braner-Möhl, Präses des Dekanats Vorderer Odenwald heraus. Braner-Möhl ging auf die Demenzarbeit ein, „vor kurzem noch ein solches Tabuthema, dass sich die Angehörigen nicht trauten, mit ihren Angehörigen in die Öffentlichkeit zu gehen“.

„Was Menschen brauchen, ist Gemeinschaft und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen“, stellte Monika Fahrenholz-Müller für die Caritas Dieburg fest. In der Arbeit mit Menschen in Krisensituationen gehe es darum, die Ressourcen von Menschen zu entdecken und zu stärken. „Noch ein Stück zusammenrücken“, das wollte Landrat Klaus Peter Schellhaas, der an das Zusammenrücken der Altersstufen im Mehrgenerationenhaus in Groß-Zimmern erinnerte. „Hier wird nicht zusammen gewohnt, aber gesungen, gebacken, gelesen und miteinander geredet.“

Applaus erhielt der katholische Dekan Erhard Weilbächer für seine Forderung: „Gerade in Zeiten, wo die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander geht, müssen beide Kirchen mit einem Mund reden.“

Eine Premiere konnten hauptsächlich die Besucher des Vereinigungsgottesdienstes auf der Empore genießen. Den „Vorderen Odenwalzer“ spielten drei Kirchenmusiker sechshändig auf der Orgel.

Quelle: op-online.de

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