Jetzt schlüpften die ersten Küken

Nandus als urwüchsige, gefiederte Rasenmäher

+
León Kaeppel lässt seine Wiesen in Sickenhofen jetzt von seinen gefiederten Freunden aus Südamerika mähen: Er hält sich Nandus, flugunfähige Vögel im Urzeit-Look.

Sickenhofen - Urwüchsig sehen sie aus, die südamerikanischen Laufvögel, die in Sickenhofen bei Familie Kaeppel eine schöne Heimat gefunden haben. Auf einem großen Grundstück in Nähe der Bahnlinie tummeln sich mehrere dieser flugunfähigen Vögel und erfreuen sich bei bester Gesundheit ihres Lebens. Von Walter Kutscher

Vor gut drei Jahren kam dem Sohn der Familie, León Kaeppel, die Idee, dass das Mähen der Wiese nicht durch ihn, sondern durchaus auch anderweitig erledigt werden kann. Seinen ersten Einfall, Schafe für diesen Zweck einzusetzen, verwarf er schnell wieder, denn damit konnte sich die Familie nicht anfreunden. Nach mehreren Kontakten und Gesprächen mit Bekannten und Freunden wurde schließlich die Idee geboren, den Nandus die Arbeit zu überlassen.

Gesagt – getan, die Vögel wurden beschafft. Seitdem bevölkern der Hahn „Martin“ und seine zwei noch namenlosen Hennen das Gelände. In den vergangenen Tagen schlüpfte der erste Nachwuchs in diesem Jahr und nun laufen neben den drei Altvögeln noch zehn hühnergroße Küken über den spärlichen Rasen.

Nach der Eiablage übernahm der Hahn das rund fünf Wochen dauernde Brutgeschäft, während die Hennen es sich auf der kargen Wiese gemütlich machten. Der Untergrund entspricht der spärlichen Bodenbeschaffenheit in der Pampa von Argentinien und Uruguay, ihrer südamerikanischen Heimat, berichtet León Kaeppel. Und er erzählt weiter, dass leider nicht alle Jungvögel auch überleben. Doch dies kommt ja auch bei unseren heimischen Störchen vor. Nandueier sind auch für den Menschen genießbar. Ein Ei entspricht rund 14 Hühnereiern.

Bilder: Ostermarkt in Babenhausen

Nandus sind bis von der Sohle bis zum Scheitel bis zu 1,40 Meter groß und können bis 25 Kilogramm schwer werden. Zur ihrer Verteidigung nutzen sie die starken Füße und setzten auch ein dornartiges Gewächs unter dem Flügel als Waffe ein. Das graue Federkleid sieht etwas zerzaust aus, die Beine sind lang und die drei Zehen an den Füßen erinnern an einen Urvogel. Die Tiere sind nicht scheu und beäugen neugierig alles, was sich bewegt. Flink kommen sie angerannt, wenn ihr Futternapf gefüllt wird und gerade die Küken wuseln zwischen den großen Beinen der Altvögel und der Menschen herum. Wenn’s ihnen mal zu brenzlig wird, können sie mit bis zu 60 Sachen die Flucht ergreifen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare