Narrensieg trotz Konfettisalve

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Prinzessin Anke I und Prinz Harald II haben die Macht übernommen. Bürgermeisterin Gabi Coutandin übergab ihnen die Stadtkasse und den Rathausschlüssel.

Babenhausen ‐ Damit hatten die närrischen Revolutionäre wohl nicht gerechnet. Hatte Bürgermeisterin Gabi Coutandin die Stadtkasse im vergangenen Jahr noch mit einer kleinen Damen-Konfettipistole verteidigt, wurden beim Rathaussturm am Samstag ganz andere Geschütze aufgefahren. Von Petra Grimm

Dreimal rollte eine beachtliche Kanone aus der Rathaustür auf die Treppe und feuerte Konfettisalven auf das überraschte Prinzenpaar, das mit seinem Gefolge auf dem Marktplatz schunkelnd und singend Stellung bezogen hatte. Unterstützt von den strammen Gardisten des Männerballetts, die mit Blumen im Gewehrlauf angelegt hatten, forderten die Tollitäten Prinzessin Anke I. und Prinz Harald II. Einlass ins Rathaus. Davon ließen sie sich auch durch den heftigen Konfetti-Niederschlag nicht abbringen.

„Die Narren an die Macht! Für den Elferrat ist es eine Kleinigkeit hier zu regieren“, rief der Prinz der Bürgermeisterin zu, die in diesem Jahr besonders wortgewandt Widerstand leistete. Es sei ja „unerhört, dass ausgerechnet die, die jedem Weiberrock hinterher rennen, wochenlang Schampus trinken und das Geld verprassen“, die Macht übernehmen wollten, rief sie aus dem geöffneten Fenster über der verbarrikadierten Rathaustür ins Volk. „Auch die Lengschder machen mit bei dem Krawall. Ist das der Dank für die neu Hall’? Die Tür bleibt zu“, rief Gabi Coutandin und ließ die Konfetti-Kanone abfeuern. An Stelle der Kasse bot sie Wein und Brot an. Aber das Prinzenpaar ließ sich nicht einwickeln. „Schaut her, wir sind ne Menge Leute und warten auf ne fette Beute“, rief Prinzessin Anke unter dem Applaus der Menge.

Nach dem humorigen Wortgeplänkel mit dem Prinzenpaar kapitulierte die Rathauschefin schließlich, öffnete die Tür und übergab dem Prinzenpaar den Rathausschlüssel und die mit Schokoladentalern gefüllt Stadtkasse. Prinzessin Anke I warf die süßen Goldstücke lachend ins Volk, das die unblutige, feucht-fröhliche Machtübernahme feierte. Bis Aschermittwoch werden die Narren jetzt die Stadt regieren und die Uhren anders gehen.

Der Kapitulation vorausgegangen war der Einmarsch der CVB-Tanzgarden und des Elferrats, angeführt von Hofmarschall Frank Bornschlegell. Auch die Fastnachter aus den Ortsteilen beteiligten sich am fröhlichen Tohuwabohu auf dem Marktplatz, wo der Reitverein mit einem Imbisswagen für die Verköstigung der revolutionären Truppen und des aufständischen Volks sorgte.

Die Mittlere Garde des CVB schwang auf dem Pflaster gekonnt ihre Tanzbeine und natürlich schunkelte und sang sich die Menge mit beliebten Fastnachtshits warm. „Einmal Prinz zu sein“ und andere Lieder zum Mitmachen tönten durch die Bummelgasse.

Der CVB-Vorsitzende Klaus Fengel informierte über eine Neuerung im traditionellen Fastnachtsprogramm. So wird es in diesem Jahr am Fastnachtssamstag an Stelle des sonst üblichen CVB-Maskenballs in der Stadthalle einen Kappenabend in der Reiterschänke geben. Der Eintritt ist frei und jeder dazu eingeladen.

Quelle: op-online.de

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