Mit Nebel, Wasserfall und roten Autos

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Geselligkeit unter den zahlreichen Besuchern stand beim Fest der Babenhäuser Feuerwehr im Mittelpunkt.

Babenhausen - Stolz wie Oskar steht der zweieinhalbjährige Elya da, auch wenn die Uniform und der Helm viel zu groß sind, die man ihm übergestülpt hat. Von Michael Just

Aber für das Foto in Original-Feuerwehrmontur nimmt das der Dreikäsehoch gerne auf sich. „Die Übergröße ist natürlich Absicht“, sagt Jens Assmann von der Jugendwehr Babenhausen: „Es soll putzig aussehen und die Kids nebenbei animieren, da zukünftig reinwachsen zu wollen.“

Der Nachwuchs, wie der zweieinhalbjährige Elya auf unserem Foto, konnte schon einmal testen, wie ihm die Uniform steht. 

Neben dem Schaffen von Erinnerungswerten auf Fotopapier, das sofort ausgedruckt werden konnte, nahm die Jugendwehr beim diesjährigen Feuerwehrfest ebenfalls die Geräteschau an den frei zugänglichen Einsatzfahrzeugen in die Hand. „Unser Nachwuchs engagiert sich in diesem Jahr ganz besonders“, lobte Pressesprecher Werner Flechsenhar und wies darauf hin, dass neben dem Fotoservice auch die Geräteschau ein Novum darstellt: „Anfragen dazu waren im letzten Jahr da und so haben wir die Sache mit eingebunden, um dem Interesse gerecht zu werden.“

Glück im Unglück hatten die Babenhäuser Blauröcke mit dem Wetter: Zwar öffnete der Himmel ein ums andere Mal kurz seine Schleusen, doch ins Wasser fiel das Sommernachtsfest deshalb nicht. Immer wieder gab es trockene Stunden, in denen sich – gehüllt in Pullover oder Strickjacke – auch ohne Sonnenschein gut draußen sitzen ließ. Alles andere hätten die Kameraden auch nicht verdient, denn zu groß waren die Anstrengungen im Vorfeld: Vor zwei Wochen wurden schon die ersten Einkäufe getätigt, am Donnerstag begann bereits der Aufbau der Zelte und des Küchenareals.

Bis zum Ende des Festes, das die Verantwortlichen in ihrer Ankündigung auf vier Uhr am Sonntag morgen festgesetzt hatten, waren über 110 Helfer im Einsatz. „Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Schließlich sind Ferien“, sagte Wehrführer Florian Sawallich und verwies auf das Heer der Freiwilligen, das aktive und passive Mitglieder, die Alters- und Ehrenabteilung sowie die Jugendwehr einschloss. Vor allem in der Küche war ab 18 Uhr Hochbetrieb, wo der Hackbraten und die Hamburger besonders gut liefen.

Geselligkeit auch in interner Runde

Für Stimmung sorgte wie im vergangenen Jahr das Quartett „Metronom-Music“ aus Obertshausen. Am späteren Abend strömte dann das jüngere Publikum zum Feuerwehrstützpunkt, wohlwissend, dass in der ausgeräumten Fahrzeughalle eine Bar wartete. Die ließ es an Erfindungsreichtum nicht mangeln, wie ein Wasserfall zeigte: Über einen dünnen Schlauch wurde das Wasser rund vier Meter hoch in ein langes Rohr gepumpt. Durch die nebeneinander gereihten kleinen Löcher, die man zuvor mit der Bohrmaschine schuf, stürzte das Wasser in ein kleines Bassin am Boden. Das zeigte sich ebenfalls einfallsreich: Bierkästen bildeten die erhöhte Umrandung, darüber befand sich eine große Folie. Bunte Lichter und Nebel sorgten für Disko-Atmosphäre. „Die Nebelmaschine haben wir sonst zu Übungszwecken“, weiß Heinrich Siebenschuh, Vorsitzender des Feuerwehrvereins. So stand einem langen Sommernachtsfest nichts im Wege.

Und da viele in bester Feierlaune nur schwer ein Ende finden, war Pressesprecher Werner Flechsenhar hie und da gezwungen, eine ernüchternde Info weiterzuleiten: Auf die hoffnungsvolle Frage, ob am Sonntag auf dem Stützpunkt auch was los sei, folgte die etwas überraschende Antwort: „Klar geht’s weiter! Ab neun Uhr ist Abbau. Herzlich willkommen.“

Quelle: op-online.de

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