Networking bei Kaffee und Brötchen

Babenhausen - (mj) Was man früher schlicht „Kontakte knüpfen“ nannte, wird heute gern mit der „Errichtung von Netzwerken“ umschrieben. Welche Ausdrucksweise am Ende auch immer favorisiert wird, stets ist die Absicht damit verbunden, eine möglichst große Summe von sozialen oder beruflichen Verbindungen herzustellen, bei denen man sich gegenseitig nutzt.

Der Begriff „Netzwerk“ prägte auch von Anbeginn das Babenhäuser „Unternehmerfrühstück“, das die städtische Wirtschaftsförderung im letzten Jahr etablierte. Das Ziel: Alle lokalen Wirtschaftsbetriebe, aber auch Verbände zusammenzuführen und durch diesen Austausch Geschäfte zu generieren.

Beim Unternehmerfrühstück am Donnerstagmorgen konnten die Gastgeberinnen Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Sylvia Kloetzel von der Wirtschaftsförderung zufrieden sein: Über 50 Teilnehmer füllten den Gesellschaftsraum in der Keglerklause, darunter auch der neue Schlossbesitzer Spartak Arushanyan. Nicht wenige suchten - wenn auch äußerst vorsichtig - Kontakt zu ihm, denn mit seinen Plänen das Schloss in eine internationale Fünf-Sterne-Luxusherberge zu verwandeln sind Investitionssummen im Gespräch, die bei jedem Firmeninhaber in Zeiten der Wirtschaftskrise das Adrenalin verstärkt fließen lassen. „Das gilt natürlich nur dann, wenn Herr Arushanyan bei seinen Plänen auch die lokale Wirtschaft berücksichtigt“, sagte ein Babenhäuser Unternehmer. So bot sich bei frischem Kaffee- und Brötchenduft eine Kontaktmöglichkeit mit dem Ukrainer. Zu dieser Begegnung wäre es ohne das Unternehmerfrühstück wohl nicht gekommen.

Die Rathauschefin legte nochmals ihre Absichten dar, ihre Wirtschaftsförderung auf neue Füße zu stellen, sowie ein neues Tourismus-Konzept anzugehen. Wie sie sagte, bringe man die sanierte Altstadt noch zu wenig an „Mann und Frau“. Folgen soll auch ein moderner Internet-Auftritt der Stadt sowie ein Branchenverzeichnis im Netz. Coutandin sagte : „Wir machen auch Betriebsbesuche, wenn das erwünscht ist.“ Derzeit lägen schon zahlreiche Pläne für eine bessere Wirtschaftsaufstellung vor. Trotzdem bleibe es abzuwarten, wie sich alles entwickelt. Da man auf Rückmeldungen angewiesen sei, bat die Bürgermeisterin das Gewerbe um Kritik und Vorschläge.

Das Unternehmerfrühstück stand unter dem Motto „Babenhausen geht neue Weg“. Ob dies bald besonders umweltfreundlich mit einem Elektroauto in Diensten der Stadt geschieht? Ulrich Rösner, Leiter des Fachbereichs Eigenbetriebe erläuterte seine Erfahrungen mit einem Versuchsfahrzeug des hessischen Umweltministeriums. Er lobte dessen Drehmoment und Anzug, insgesamt sei es aber abenteuerlich aufgrund der geringen Reichweite und der Batteriebelastungen im Winter ohne Handy wegzufahren. „Eine Steckdose oder einen Schlepper sollte man eigentlich immer in seiner Nähe wissen“, so Rösner. Dennoch finde er das Konzept interessant und mit stärken Batterien durchaus zukunftsfähig. Sylvia Kloetzel sagte: „Es gibt bereits Anfragen für eine „Elektrotankstelle“ in Babenhausen. Derzeit fände eine Prüfung statt, was eine Einrichtung - eventuell auch mit Hilfe von Sponsoren - koste. „Wie innovativ sind wir?“, stellte Kloetzel von der Wirtschaftsförderung in den Raum.

Beim Unternehmerfrühstück gaben auch zwei neue Betriebe in Babenhausen ihre Visitenkarte ab, darunter ein Beerdigungsinstitut und eine selbstständige Fotografin. In beiden Fällen konnte die Wirtschaftsförderung bei der Niederlassung helfen. Zum Vormittag gehörte auch das innovative Konzept einer Babenhäuser Druckerei, die mit ihrem „Produkt des Monats“ neue Wege im Marketing-Bereich geht.

Besonders begeistert - von der ungewöhnlichen Kultur Frühstück und Wirtschaft zu verbinden- zeigte sich Wolfgang Hrycak vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Und so legte er mit Sylvia Kloetzel noch einen neuen Frühstückstermin fest. Dieser ist am 6. Mai und er will diesen auch mitgestalten.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare