Lachewiesen I

Parkplatzärger im Neubaugebiet

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Kurios: Der gepflasterte öffentliche Parkplatz vor der Doppelgarage in der Elise-Richter-Straße.

Babenhausen - Auf den ersten Blick sieht es nach einem Schildbürgerstreich aus. In der Elise-Richter-Straße im Neubaugebiet Lachewiesen I hat sich ein Häuslebauer eine Doppelgarage neben sein neues Domizil gesetzt. Ob er diese uneingeschränkt nutzen können wird, ist fraglich. Von Norman Körtge 

Denn vor der einen Garageneinfahrt ist – durch die dunkle Pflasterung deutlich zu erkennen – ein öffentlicher Parkplatz entstanden. Es sind Fälle wie dieser, die Heiko Hähnlein in Rage bringen. Er selbst hat seinen nur zirka 100 Meter Luftlinie vom beschriebenen Kuriosum gelegenen Bungalow im Marie-Curie-Ring im März 2015 bezogen. Für ihn hat der Ärger im vergangenen Herbst begonnen, als die Baustraßen endausgebaut, sprich gepflastert, wurden. Und öffentliche Parkplätze entstanden. Einer direkt gegenüber seiner Garageneinfahrt. Parkt dort ein Auto, kommt er zwar aus seiner Einfahrt rein und raus, aber nur mit „enormen Schwierigkeiten“. Sollte dort mal ein größeres Auto stehen, könne er die Zufahrt gar nicht mehr nutzen, so seine Befürchtung. Daher schrieb er Ende Oktober einen Brief an die Stadt und bat um Verlegung des Parkplatzes.

Eine Reaktion gab es danach erst einmal nicht. Im Dezember und Januar schrieb er die Stadt erneut an, schaltete schließlich einen Rechtsanwalt ein. Dieser erhielt eine Antwort von Bauunternehmer Markus Aumann. Zusammen mit der Firma Früchtenicht entwickelt das Unternehmen Aumann das Neubaugebiet, zusammengefasst in der ARGE Lachewiesen GbR. Aumann stellt die Faktenlage dar: Ihm zufolge haben die Hausbauer in den Lachwiesen I bereits im Jahr 2014 detaillierte Ausbaupläne mitsamt öffentlichen Parkplätzen erhalten. Nach diesen Vorgaben hätten die Eigenheimbesitzer beziehungsweise deren Architekten handeln müssen. Im speziellen Fall von Hähnlein schlägt Aumann vor, dass dieser selber die Einfahrt zu seiner Garage einfacher gestalten könne, indem er auf seinem Grundstück die aus Steinsäulen bestehende Einhausung für die Mülltonnen versetzt.

Bungalow-Besitzer Heiko Hähnlein ärgert sich darüber, dass gegenüber seiner Einfahrt eine Stellfläche geschaffen wurde.

Für Hähnlein ist das keine Lösung. Zwar gibt er zu, dass er die Pläne seinerzeit bekommen habe, er die tatsächliche Situation so aber nicht eingeschätzt habe. Vielmehr wirft er nun der ARGE vor, die „Unerfahrenheit der Bauherren ausgenutzt“ zu haben. Diesen Vorwurf weist Markus Aumann auf Nachfrage entschieden zurück. „Wir machen diese Planung, damit es nicht aussieht wie Kraut und Rüben.“ Wenn sich die Hausbesitzer nicht daran halten, müssen sie die Konsequenzen tragen, wie eben auch in der Elise-Richter-Straße. Deutliche Worte findet auch Bürgermeister Joachim Knoke. Er habe „keinerlei Verständnis“, wenn sich nicht an Pläne gehalten werde. Ausführlicher äußert er sich in einem Mitte der Woche verschickten Schreiben an Hähnleins Anwalt (liegt der Redaktion vor).

Heiko Hähnlein hat indes damit begonnen, Briefe an die übrigen Bewohner in der Lachewiesen I zu verteilen. Mit dem Verweis, dass sein Anwalt noch Mandanten annimmt.

Für ambitionierte Bauherren: Wohnen in historischer Fabrik

Quelle: op-online.de

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