Neue Erkenntnisse zur Geschichte der Hanau-Lichtenberger

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Philipp Melanchthon, reformatorischer Theologe und Humanist. Er lehrte in Tübingen und Wittenberg. Als Luthers Freund war er maßgeblich an der Neuordnung des Kirchenwesens beteiligt.

Babenhausen - (st) Der bekannte Lokalhistoriker Hans Dörr beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Akten aus dem Staatsarchiv Darmstadt aus dem 15. bis zum 18. Jahrhundert, soweit sie die Grafschaft Hanau-Lichtenberg und die Residenzstädte Babenhausen und Bouxwiller betreffen.

Am Donnerstag, 23. April, wird er um 20 Uhr in der Stadtmühle in der Vortragsreihe des Heimat- und Geschichtsvereins Babenhausen (HGV) seine neuesten Forschungsergebnisse vorstellen.

Im ersten Teil seines Vortrags geht es um den Briefwechsel zwischen Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (Regierungszeit 1538 bis 1590) und dem großen Humanisten und Reformator Philip Melanchthon (1497 bis 1560). In den von Hans Dörr wiederentdeckten Briefen geht es im Wesentlichen um die Auseinandersetzungen zwischen dem Grafen und Erasmus Alberus nach dessen Entlassung. Alberus war vom Grafen mit der Einführung der Reformation in der Grafschaft, also auch in Babenhausen betraut worden. Differenzen mit dem Grafen führten aber bald zu seiner Entlassung. Die Melanchthon-Briefe berichten auch über die Bemühungen, für Babenhausen einen neuen Pfarrer zu finden.

Im zweiten Teil seinestrags beschäftigt sich Hans Dörr mit der Witwe von Graf Johann Reinhard II., mit Gräfin Anna Magdalena, die 1671 bis 1693 im Schloss Babenhausen residierte. Sie ist eine besonders interessante Frau in der Geschichte der Grafschaft. Sie hat sich persönlich aktiv um den Wiederaufbau des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten und entvölkerten Landes gekümmert. Hans Dörr wird über die Gründe für die Wahl von Babenhausen als Witwensitz, der eigentlich im „badischen Hanauerland“ beheimateten Gräfin berichten. Von Babenhausen aus hat sie unter anderem in Harreshausen eine Meierei einrichten lassen, die der Versorgung ihres Hofstaats mit Nahrungsmitteln diente.

Der Vorstand des HGV bittet um zahlreichen Besuch. Gäste sind willkommen. Es besteht die Möglichkeit, die publizierten Ergebnisse der Forschungsarbeit von Dörr an diesem Abend käuflich zu erwerben.

Quelle: op-online.de

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