Neue Halle des Turnvereins

Auf alten Mauern neu errichtet

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Der Turnverein Babenhausen hat seine Sporthalle wieder. Nach einjährigem Umbau steht die Eröffnung bevor.

Babenhausen - „Ohne Beanstandungen“ – So lautet das Ergebnis der Abnahme der neuen Halle des Turnvereins Babenhausen. Von Michael Just

Bei der machten sich die TVB-Vertreter Bert Bernhardt, Stefan Kratz, Klaus Bornschlegell sowie Klaus Meinzinger auf die Runde mit Architekt Andreas Nasedy, Bauleiter Uwe Manz und dem Fachplaner für Sanitär, Alexander Fies. Rund zwei Stunden dauerte die Abnahme, die durch alle Räumlichkeiten führte und in der die TVB-Verantwortlichen alles genau protokollierten –zur Sicherheit, falls sich doch noch Nachforderungen ergeben sollten. Schon während der Bauphase fanden im zwei- bis vierwöchentlichen Rhythmus Begehungen statt, damit am neuen Schmuckstück alles so wird, wie gewünscht. „Dabei hat uns unser Architekt, als ausgewiesener Fachmann für Sportstätten, stets hilfreich und kompetent unterstützt“, berichtet Vorsitzender Bert Bernhardt.

„Fast exakt im Zeit- und Kostenplan“

Bei vielen Baumaßnahmen treten heutzutage immer wieder unliebsame Überraschungen bezüglich Mehrkosten oder Bauverzögerungen auf. Dass dies bei der TVB-Halle nicht der Fall ist, komplettiert das Erfolgskonzept der Bauherren, die den größten Verein der Stadt repräsentieren. „Fast exakt im Zeit- und Kostenplan ist auf einem Teil der alten Mauern eine zukunftsfähige, moderne und architektonisch ansprechende Turnhalle entstanden“, konstatiert Bernhardt. Nur um wenige Tage verzögerte sich die Fertigstellung. Die Mehrkosten von 130 000 Euro waren bei Auftragsvergabe vor zwei Jahren den Folgen der Finanzkrise geschuldet. Sie brachte eine unverhoffte Kostensteigerung gegenüber den ersten Planungen mit sich. Die Bauzeit betrug ein Jahr. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,52 Millionen Euro. Hiervon wurden 360 000 Euro von der Stadt Babenhausen, 220 000 Euro aus Mitteln des Landes Hessen, 51 000 Euro vom Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie 11 500 Euro vom Landessportbund finanziert. Mit den 240 000 Euro Eigenmitteln des TVB und einem aufgenommenen Darlehen von 640 000 Euro waren die Gesamtkosten gedeckt. Den Kredit wird der Verein gestaffelt über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren zurückzahlen.

Die Fundamente der ersten Turnhalle stammen aus dem Jahr 1899, danach wurde in Abständen von meist 30 Jahren erweitert. Anfang der 1980er wurde das letzte Mal etwas verändert. In den letzten Jahren musste der TVB immer wieder feststellen, dass die stark frequentierte Sportstätte für den Verein, der derzeit 1 830 Mitglieder zählt, zu klein ist und die räumlichen Grundlagen erheblich in die Jahre gekommen sind. Von modernen Anforderungen der Gegenwart war das Gebäude an der Einfahrt zur Ziegelhüttenstraße weit entfernt. Allenfalls Nostalgie-Freunden ging beim Anblick des schönen, wie robusten Holz-Parkett-Bodens das Herz auf. So gab es bereits im 1998 erste Überlegungen, die Turnhalle zu sanieren. In der Diskussion stand in der Folgezeit lange die Frage, eine komplett neue Halle zu bauen oder die alte zu sanieren. Am Ende entschieden sich die Verantwortlichen im März 2011 mehrheitlich für eine Hallensanierung mit weitreichendem Umbau. Dieser brachte durch Aufstockung mehr Raum. „Jetzt ist es vollendet, der Umbau ist fertig!“, klingt es dieser Tage nun überglücklich vom TVB. Nach den Sommerferien wird der Sportbetrieb an alter und zugleich neuer Stätte wieder aufgenommen. Für die Verantwortlichen des Vereins endet damit ein organisatorischer wie logistischer Kraftakt. Während der Umbauphase sollte nämlich so wenig Sport wie möglich ausfallen.

Mit viel Geduld und Hingabe Großes geleistet

Über Monate mussten diverse Ausweichquartiere in vielen Gesprächen zum Teil wöchentlich neu abgestimmt und vereinbart werden. Das traf zum Beispiel auf die Stadthalle zu, in der mit zahlreichen Kulturveranstaltungen, Blutspende-Terminen, Abi-Ball oder Kleintierschau fast immer etwas los ist. Zwischen Auf- und Abbau oder der Reinigung wurde versucht, die Turn- und Übungsstunden der verschiedenen Abteilungen zu platzieren. „Da liefen immer wieder Telefonleitungen heiß“, weiß Bernhardt und hebt heraus, dass hier mit viel Geduld und Hingabe von den Kollegen Großes geleistet wurde. Für die entbehrungsreiche Zeit des Umbaus hatte der Vorstand sogar einkalkuliert, dass rund zehn Prozent der Mitglieder austreten. „Doch der große Schwund blieb aus. Fast alle Mitglieder sind uns treu geblieben und haben die Bauarbeiten samt den daraus resultierenden Auswirkungen akzeptiert“, sagt Stefan Kratz, zuständig im Vorstand für das Resort „Sportstätten“.

Seit Mitte Juli sind der Umbau und die Sanierungsmaßnahmen offiziell abgeschlossen. Da die Abnahme keine Beanstandungen brachte, darf nun gefeiert werden. Vieles riecht noch wunderbar neu und das Schmuckstück gliedert sich – optisch komplett verändert – architektonisch perfekt in das Umfeld der benachbarten Häuser ein. Offiziell werden die Sektgläser am übernächsten Wochenende erhoben. Am Freitag, 16. August, steht zunächst eine akademische Feier an. Die TVB-Verantwortlichen präsentieren an diesem Tag rund 300 geladenen Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft die neue Turnhalle. Einen Tag später haben ab 14 Uhr alle Mitglieder, Freunde sowie die Babenhäuser Bevölkerung Gelegenheit, die neue Halle zu besichtigen. Mit Beginn des Schuljahres erlebt die Halle dann auch ihre sportliche Taufe.

Quelle: op-online.de

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