Neue Überlegungen für alte Halle

+
Der Turnverein bleibt mit seiner Halle in der Ziegelhüttenstraße und will den alten Bau aufhübschen.

Babenhausen - Der Turnverein hat Pläne für einen Neubau seiner in die Jahre gekommenen Halle in der Ziegelhüttenstraße aufgegeben. Stattdessen wird das alte Objekt wieder in Schuss gebracht. Von Stefan Scharkopf

Stefan Kratz, Leiter des Arbeitskreises Halle des TVB, führt gleich mehrere Gründe dafür an. Dort, wo die neue Halle ihren Platz hätte finden sollen, wurde ein Bewegungsraum für die Offene Schule (OSB) errichtet. Beim Neubau der OSB, der mit einer leichten Verschiebung der Baukörper einhergeht, hätten sich die TV-Verantwortlichen gefragt, wo denn noch Platz für ihr Vereinsheim sei.

Und schließlich gaben auch wirtschaftliche Gründe den Ausschlag. Der TVB, Babenhausens größter Verein, verliert Mitglieder. 1999, als es erste Überlegungen für einen Neubau gab, wurden noch 2200 Mitglieder gezählt, derzeit hat sich die Zahl auf 1900 eingependelt. Zum einen kehren Jugendliche dem Verein den Rücken, weil sie durch die verkürzte Gymnasialzeit, G8, weniger Zeit für Sport haben, zum anderen geben die Babenhäuser wegen der Finanzkrise weniger Geld aus.

Landessportbund gibt wertvolle Tipps

Startschuss dafür, Hand an das alte Gemäuer zu legen, könnte im kommenden Jahr sein. Allerdings wartet der TVB auf einen Landeszuschuss. Bereits 2002/03 wurden das Geld beantragt, bewilligt ist es bis dato nicht, weil der TVB nicht an erster Stelle auf der Prioritätenliste stehe, wie Kratz sagt.

Vertreter des Landessportbundes haben derweil die alte Halle gecheckt und dem Arbeitskreis wertvolle Tipps gegeben. Zwei Architekturbüros haben bereits Pläne angefertigt, die sich ähneln, wie Kratz sagt. Die günstigere Variante würde sich alles in allem auf 1,1 Millionen Euro belaufen. Für den Neubau an der Offenen Schule hatte die Stadt einen Zuschuss von 400.000 Euro und die gleiche Summe als Bürgschaft zur Verfügung gestellt. Da die Pläne nicht weiterverfolgt werden, ist diese Zusage nun hinfällig. Jetzt würde die Stadt 360.000 Euro zuschießen, der Rest käme vom Verein selbst und dem Zuschuss des Landes, der sich auf 20 Prozent der Investitionssumme beläuft. Der TVB ist, wie Kratz erläutert, auf der Prioritätenliste des Landkreises Darmstadt-Dieburg, der sich beim Land für den Babenhäuser Verein stark macht.

Im Gesamten wird die Halle etwas größer sein

Geplant ist, dass der alte Hallenkörper im Wesentlichen bleibt, im vorderen Bereich aber zweistöckig wird. Rundum werden alle Räume flott gemacht, der Eingang wird von der Lache weg an die Stirnseite beim Zebrastreifen verlegt. Die Geschäftsstelle zieht mit ein und ein Clubraum wird eingerichtet. Auch einen weiteren Gymnastik-raum soll es geben. Im Gesamten wird die Halle etwas größer sein. Vorteil: Sportbegeisterten könnten neue Angebote gemacht werden, die Ju-Jutsu-Abteilung beispielsweise hätte mehr Platz für ihre Matten. Die Ballsportarten müssten wie bisher auch in der Schulsporthalle ausgetragen werden.

Sollten sich aus Gründen nicht gewährter Zuschüsse die Planungen zerschlagen, würde der TVB seine Halle eben nur sanieren. Der über 100 Jahre alte Bau, an dem dreimal angebaut und erweitert wurde, hätte es nötig. Die Kosten würde der Verein mit seinen Rücklagen bestreiten.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare