Neuer Anlauf für Merin-Gelände

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Stadt könnte das Areal für 872 000 Euro kaufen.

Babenhausen - Sie sind alles andere als ein erbaulicher Anblick und geben für die Stadt keine schöne Visitenkarte ab. - Von Stefan Scharkopf

Die Brandruinen an der B26 müssen hier und da für wilde Müllablagerungen herhalten und auch mal als Schlafstätte für jene dienen, die ansonsten kein Dach über dem Kopf haben.

In der Vergangenheit wurden mehrfach Anläufe unternommen, um diesen Schandfleck zu beseitigen. Die Gespräche wurden unter anderem deswegen verschoben, weil keine Klarheit darüber herrschte, ob das Areal als Gewerbe- oder Mischgebiet einzuordnen ist. Diese Klassifizierung ist aber wichtig für die Festlegung des Quadratmeterpreises. Jetzt ist das Gelände wieder in der Diskussion. In der jüngsten Zeit gab es einigen E-Mail-Verkehr zwischen dem Besitzer des Geländes, Tony Merin, und Bürgermeisterin Gabi Coutandin.

Stadt müsste 872.000 zahlen

Zugrunde liegt ein Wert, den der Gutachterausschuss des Landkreises ermittelt hat. Demnach müsste die Stadt für den Erwerb 872 .000 Euro zahlen. Laut Coutandin zeigt sich der Besitzer mit diesem Preis zufrieden. Für die Stadt kämen noch Nebenerwerbs- und Räumungskosten hinzu, so dass es alles in allem auf etwa eine Million Euro hinausläuft.

Der frühere Bürgermeister Reinhard Rupprecht hatte sich bereits 2008 dafür stark gemacht, dass Geviert im Zwischenerwerb zu kaufen und es wieder zu veräußern, um so dafür zu sorgen, dass die Brandruinen vor den Toren Babenhausens verschwinden. Das hatte sich damals zerschlagen.

Vorgesehen war ursprünglich mal, das etwa 7.000 Quadratmeter große Gelände für rund 1,3 Millionen Euro zu erwerben, was einem Quadratmeter von zirka 189 Euro entspricht. Das erschien vielen Stadtverordneten als zu teuer. Die Stadt hatte nach wie vor Interesse am Grundstück, allerdings zu einem Preis für Gewerbegelände.

Schließlich votierte der Magistrat 2011 dafür, den Gutachterausschuss des Landkreises einzuschalten. Mit den 872  000 Euro liegt der Preis für das Geviert – eine Mischkalkulation – nun deutlich niedriger.

Merin-Gelände als Schlüsselgrundstück

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept führt das Merin-Gelände als Schlüsselgrundstück für Babenhausen und für die Stadtentwicklung. Zum Stadtumbaugebiet gehören neben den Arealen nördlich der B 26, die Kaserne, das ehemalige Mattel-Gelände und das Bahnhofsumfeld. Wegen des riesigen ehemaligen US-Militärgeländes gilt Babenhausen als größtes Stadtumbaugebiet in Hessen. Die Stadt erhält dafür auch Zuschüsse.

Absicht war es seinerzeit gewesen, das gesamte Areal nördlich der B26 als Gewerbegebiet auszuweisen. Das wurde vom damaligen Mehrheitsbündnis im Rathaus abgelehnt, unter anderem weil man die Osttangente nicht gefährden wollte. Die neue Mehrheit hatte daraufhin entschieden, einen Teil – bis zum sogenannten Hauck und Nöth-Gelände – zu entwickeln. Ziel von Coutandin ist die Realisierung des gesamten Areals. Die Stadt habe, so die Bürgermeisterin, jüngst das Gelände eines früheren Autohandels in Nachbarschaft des Merin-Areals erworben, was gut ins Gesamtkonzept passe. Heute Abend beschäftigt sich der Finanzausschuss mit dem Ankauf. Der Magistrat hat dem mehrheitlich zugestimmt.

Quelle: op-online.de

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