Neuer Lebensabschnitt beginnt

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Die ersten Senioren ziehen in die Residenz auf dem Gelände der Michelsbräu ein. Binnen eines Jahres sollen alle 112 Plätze belegt sein.

Babenhausen - Heinrich Drescher sitzt in einem großen Sessel. Auf seiner Lehne liegen zwei Dutzend Fliegerzeitschriften, die er sortiert. Auf dem Bett dahinter ist Kleidung ausgebreitet, die noch in den Schrank kommt. Von Michael Just

Neben den Umzugskartons fallen im Raum vor allem ein großer Globus und ein bunter Blumenstrauß ins Auge.

Für den 85-Jährigen beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Er gehört zu den ersten sieben Bewohnern, die in die K&S Seniorenresidenz einziehen. Zuvor lebte Drescher 50 Jahre lang in Harreshausen. Als er nach dem Krieg von Sachsen nach Babenhausen kam, baute er im Stadtteil von 1960 bis 1962 ein Haus. Jetzt hieß es für ihn, für immer vom Eigenheim in die Seniorenresidenz zu wechseln.

Bezug nur in Gruppen

„Wir freuen uns, dass der Bezug endlich beginnt. Schließlich haben wir lange daraufhin gearbeitet“, sagt Claudia Herold von der Hausleitung. „Sieben Personen ziehen heute ein, in diesem Monat werden weitere zehn folgen“, weiß K&S-Regionalleiterin Waltraud Heimbeck. Binnen eines Jahres, davon gehen die Frauen aus, sind alle 112 Plätze belegt. Vor jedem Bau macht K&S eine Standortanalyse. Auch für Babenhausen und dessen Umfeld wurde in einem 20-Kilometer-Radius die Bewohnerstruktur analysiert und dann entschieden, das 25. Seniorenheim der Unternehmensgruppe in der Gersprenzstadt zu errichten.

Bezogen wird in die „Residenz“ stets in kleinen Gruppen. „Das macht Sinn“, weiß Heimbeck und ergänzt: „Ziehen zu viele Personen auf einmal ein, können wir die Pflegequalität nicht mehr gewährleisten. Jeder Bewohner hat individuelle Ansprüche und Anforderungen, so dass es eine ganze Reihe verschiedener Tagesabläufe zu organisieren und zu koordinieren gilt.“

Von 125 qm auf 15 qm Wohnfläche

 Die offizielle Eröffnung der K&S-Seniorenresidenz findet am 20. September statt. Am 23. schließt sich ein Tag der offenen Tür an.

Auffallend ist dieser Tage, dass bei den neuen Bewohnern die Stimmung nicht so gedrückt ist, wie es der Umzug in ein Seniorenheim vermuten lässt. Das gilt auch für Heinrich Drescher. „Natürlich war es heute Morgen nicht leicht für ihn, das Haus zu verlassen, in dem er 50 Jahre gewohnt hat. Vorher hatte er 125 Quadratmeter, jetzt sind es 15“, erzählt Tochter Barbara (56), die mit ihrer Schwester den Umzug managt. Beide sind extra aus Hamburg gekommen, um den Papa zu unterstützen. Bis zuletzt hat der Senior, der geistig fit ist, mit seiner Frau und der Hilfe der Sozialstation in Harreshausen gewohnt. Als vor zehn Monaten seine Frau starb, sah Drescher schnell ein, dass der Weg ins Pflegeheim die beste Lösung ist. „Danach hat er sich informiert und es war sein Herzenswunsch hierher zu kommen“, berichten die Töchter.

In den neuen Lebensabschnitt blickt Heinrich Drescher, der es einst vom Schreiner zum Werksleiter in einem Maschinenbaubetrieb brachte, optimistisch. Am meisten wird er seine Werkstatt vermissen, die jahrelang neben der Fliegerei sein Leben war. Einiges wird aber auch bleiben, wie die enge Verbindung zum Babenhäuser Luftsportclub (LSC). Hier freut er sich schon jetzt, wenn ihn der Verein zum nächsten Seniorentreffen abholt.

Quelle: op-online.de

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