Neuer Vorstoß fürs Feuerwehrgelände

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Es dient seit Jahren als Parkplatz: Jetzt gibt es einen neuen Anlauf zur Bebauung des Gevierts in der Altstadt.

Babenhausen - Es gab schon ganz heftige Debatten um die Bebauung des ehemaligen Feuerwehrgeländes im Parlament. Seit Jahren wünscht sich die Stadt, dass auf dem Areal etwas entsteht. Bislang vergeblich. Von Stefan Scharkopf

Im Jahr 2000 wurde ein „Städtebaulicher Realisierungswettbewerb“ ausgeschrieben, um „sowohl Konzepte für den Wohnungsbau als auch gewerbliche Nutzungen zu erhalten.“ Des Weiteren wurden „gestalterische Impulse für weitere Neubauten in der Altstadt“ erwartet. Das Preisgericht entschied sich damals für einen Entwurf, der Seniorenwohnen, Altentreff und Sozialstation integrierte und die Parkplätze in einer Tiefgarage unterbrachte. In den nächsten Jahren gelang es aber nicht, geeignete Investoren für ein vergleichbares oder abgewandeltes Konzept zu finden -oder es gab Widerstände. Nun gibt es einen neuen Anlauf: Gleich zwei Bewerber haben diese Woche dem Magistrat ihre Projekte vorgestellt.

Beide Entwürfe greifen die Wettbewerbsideen auf, die unterschiedlich interpretiert werden. Wohnen für Senioren, die mögliche Integration der Sozialstation, Läden und Arztpraxen sind in beiden Konzepten vorgesehen. Berücksichtigt ist auch der Bedarf an öffentlichen Parkplätzen. Der Wunsch der Stadt, die bewegte Geschichte Babenhausens auf einem Altstadtrundweg entlang der Stadtmauer erlebbar zu machen, findet sich ebenfalls wieder, wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin in einer Mitteilung verlauten lässt.

Einladung an Projektentwickler und Inverstoren

Der Magistrat lädt nun beide Projektentwickler und Investoren in die nächste öffentliche Bauausschuss-Sitzung ein, die voraussichtlich am 15. August stattfindet; auch der Ortsbeirat der Kernstadt erhält eine Einladung. Die Debatten über den Bau eines Seniorenpflegeheims auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände gehörten mit zu den am heftigsten geführten im Stadtparlament. Über das Für und Wider seniorengerechter Wohnungen an diesem Standort wurde 2008 lange diskutiert.

Das Projekt wurde schließlich wegen politischer Kontroversen und letztlich Problemen aus Sicht des Denkmalschutzes aufgegeben. Entscheidend war, dass die Denkmalschützer des Landkreises abgewunken hatten. Nach deren Meinung würde ein solcher Bau in unzulässiger Weise die Sicht auf die Stadtmauer verdecken. Da die Behörde keine denkmalschutzrechtliche Baugenehmigung erteilte, platzte das Projekt.

Die Forderung, die Gebäudefläche stark zu reduzieren, um das Kulturdenkmal besser zur Geltung zu bringen, war für den Betreiber aus pflegetechnischen und ökonomischen Gründen inakzeptabel. Der Verkauf des Areals hätte der Stadt über 800 .000 Euro gebracht. Der selbe Investor baut nun eine Seniorenresidenz auf dem Michelsbräu-Gelände. Jetzt gibt es eine neue Impulse fürs FFW-Areal.

Quelle: op-online.de

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