Neues Erasmusprojekt an der Offenen Schule

Das Welterbe für die Zukunft bewahren

Babenhausen - Mitte Dezember geht es für sechs Schüler der Joachim-Schumann-Schule nach Lissabon. Gemeinsam mit der dortigen Partnerschule sowie den Einrichtungen aus Barcelona und Lentvaris beschäftigen sie sich mit dem Thema „Erbe“. Dabei beziehen sie sich auf Gegenstände, Monumente und Traditionen. Von Lars Herd 

„Was wollen wir für die Zukunft bewahren?“ – das ist eine der Fragen, die sich Schüler aus vier europäischen Ländern seit Anfang Oktober stellen. Da die Motivation für die Bewahrung jeden Erbes – seien es Gegenstände, Monumente oder Traditionen – Wertschätzung und Begeisterung sind, heißt das aktuelle Erasmus-Projekt „Carry on the flame“ (Wahre die Flamme). Die Partnerschulen dieses von der Europäischen Kommission geförderten Schulprojektes sind neben der Joachim-Schumann-Schule Einrichtungen in Barcelona (Spanien), Lissabon (Portugal) und Lentvaris (Litauen). Aus allen Partnerinstitutionen trafen sich Ende Oktober Lehrer an der Offenen Schule Babenhausen, die für die Laufzeit von zwei Jahren als koordinierende Institution wirkt. Neben der inhaltlichen Vorbereitung des Projektes nutzten die Delegationen die Zeit auch, sich die Altstädte von Babenhausen und Seligenstadt anzusehen. Mitte Dezember findet dann ein erstes Arbeitstreffen der Schülergruppen in Lissabon statt. Am 8. Dezember machen sich sechs Schüler und zwei Lehrer aus Babenhausen auf den Weg nach Portugal, am 14. geht’s wieder zurück.

Vor allem geht es den jeweils sechs Schülern aus den vier Ländern um das Thema „Erbe“. Egal, ob im eigenen Land oder auf der ganzen Welt. Dabei stellen sie sich Fragen wie beispielsweise „was ist mir wichtig?“, „was muss für unsere Nachfahren erhalten bleiben?“. Nicht nur das Weltkulturerbe spielt dabei eine Rolle, sondern auch Traditionen und die Geschichte. „Wir machen auch traditionelle Spiele aus den jeweiligen Ländern und bringen sie uns gegenseitig bei“, erklärt Andreas Murmann von der Offenen Schule, „vor allem Karten- aber auch Würfelspiele, wie Mäxchen, bringen wir den anderen Schülern dann bei.“ Schließlich soll die Reise für die Kinder und Jugendlichen nicht zu einer langweiligen Geschichtsreise werden. Viel mehr ist es das Ziel, dass sie sich untereinander austauschen und auch Spaß haben. Unter anderem wird am Ende der Reise in mehrsprachiges, internationales Spielebuch zusammengestellt.

Ausgewählt wurden die Schüler von Murmann. Vier davon sind aus dem neunten Jahrgang und belegen sein Wahlpflichtfach „Science the cross Europe“ (Wissenschaft aus ganz Europa), in dem sich die Schüler hauptsächlich mit Erinnerungskultur beschäftigen. Aber nicht nur mit Traditionen und Monumenten, sondern auch mit der Geschichte – vor allem mit der Unangenehmen, wie beispielsweise dem Dritten Reich. Neben den vier Schülern aus diesem Kurs entschied sich Murmann, noch zwei aus der achten Jahrgangsstufe mitzunehmen. Nachdem die Reise ausgeschrieben wurde, flatterten viele Bewerbungen bei Murmann ein, von denen er einige auswählte. Die „Auserwählten“ mussten anschließend noch passend zum Thema einen Vortrag auf Englisch halten. „Es ist wichtig, dass die Teilnehmer in der Lage sind, sich zu verständigen und im Nachgang über die Reise berichten können“, betont Murmann, der die Gruppe mit einem weiteren Kollegen nach Portugal begleitet.

Am Ende der Reise soll neben den Erfahrungen, die die Schüler machen, auch ein Video-Beitrag entstehen. In diesem soll das Welterbe der verschiedenen Länder dokumentiert werden. Außerdem möchte Murmann beim Elternsprechtag eine kleine Ausstellung präsentieren, zu der neben den Eltern jeder andere Besucher eingeladen ist. Auch im Internet soll nach der Reise eine Art virtuelles Museum zu finden sein, in dem alles mit Bildern und Texten dokumentiert ist.

Lecker in Lissabon: Salzige Sardinen und süßer Kirschlikör

„In Lissabon werden die Teilnehmer in sechs verschiedene Gruppen à vier Schüler aufgeteilt und auf die Straßen geschickt“, erklärt Murmann – aus jedem Land einer. So sollen die Schüler sich mit den Kindern und Jugendlichen aus den anderen Schulen zusammentun und verschiedene Anhaltspunkte zum Thema Welterbe einbringen. Zunächst setzen sie sich dabei mit Monumenten, Weltdokumentenerbe und traditionellen Bräuchen auseinander. Anschließend soll das Projekt regionaler werden und sich mit dem Erbe in und um Lissabon, Barcelona, Lentvaris und Babenhausen – wie den Przewalski-Pferden oder auch der Grube Messel – befassen.

Auf die anderen Einrichtungen ist Murmann über eine Art Partnerbörse für Schulen aufmerksam geworden – beziehungsweise eher umgekehrt. „Ich habe unser Projekt ausgeschrieben und dann haben mich die Lehrer aus Spanien und Litauen kontaktiert“, sagt Murmann, „mit der Schule aus Lissabon haben wir schon seit Längerem eine Kooperation.“ Gesamtkoordinator dieses Projektes ist die Joachim-Schumann-Schule, in Person von Murmann, der schon seit 2001 viele Aktionen des Erasmus-Projektes an die Offene Schule geholt hat.

Quelle: op-online.de

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