Mindestens zwei Millionen Euro günstiger als geplant

Neues Verfahren soll Geld beim Kita-Bau in Babenhausen sparen

Auf diesem städtischen Grundstück neben der Bachwiesenschule soll der Kita-Neubau entstehen.
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Auf diesem städtischen Grundstück in Babenhausen neben der Bachwiesenschule soll der Kita-Neubau entstehen.

2,8 bis 3,6 Millionen Euro statt 5,6 Millionen Euro – der Neubau der Kita Hergershausen soll deutlich günstiger werden als noch vor gut einem Jahr beschlossen.

Hergershausen – In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung machte ein einstimmiges Votum den Weg für ein innovatives Ausschreibungs- und Planungsverfahren frei, das die Kosten deutlich senken soll. Lediglich bei den Kosten für die juristische Begleitung scherten die FWB, die FDP und der fraktionslose Adolf Breer aus. Denn es ist die Hanauer Kanzlei Nickel, die die Stadt bereits in diversen Verfahren juristisch beraten hat, die nach einer Markbefragung zu dem Ergebnis gekommen ist, dass mit einer sogenannten funktionalen Ausschreibung eine Kommune viel Geld sparen kann. Den Hintergrund dazu erläutert Bau-Fachbereichsleiter Christian Heinemann. Es ist eine Abkehr vom herkömmlichen Planungs- und Ausschreibungsverfahren. So hätte die Stadt meist zusammen mit einem Planungsbüro alles geplant und alle Gewerke einzeln ausgeschrieben. Auf diese Weise konnte die Stadt alles Mögliche beeinflussen, dafür aber eben auch viel bezahlen. Beim Neubau der evangelischen Kita sei die Stadt bereits einen anderen Weg gegangen. Nach den ersten Planungsphasen ist das Vorhaben an einen Generalunternehmer vergeben worden. Nun habe die Kanzlei Nickel analysiert, dass Totalunternehmer, die in modularer oder serieller Bauweise fertig, wesentlich günstiger sind, wenn sie selber von Anfang an r planen können. „Selbstverständlich geben wir die Eckpunkte vor“, sagt Heinemann. Dazu gehöre unter anderem das verfügbare Grundstücke – knapp 4 000 Quadratmeter neben der Bachwiesenschule –, das acht Gruppen Platz finden müssen und der Bau eingeschossig sein soll. Durch eben diese „Vergabe von kombinierter Planungs- und Bauleistungen in einem Verhandlungsverfahren mit leistungsfähigen Anbietern“ soll nicht nur die Planungs- und Bauzeit verkürzt, sondern eben auch Kosten reduziert werde. Die Förderrichtlinien für Kita-Neubauten würden erfüllt, versichert die Kanzlei.

Da ein derartiges Verfahren nicht durch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung bearbeitet werden könne, wie es im Antrag heißt, fallen für die „erforderliche rechtliche Betreuung“ Kosten an. Die deckelte das Stadtparlament für die Kanzlei Nickel auf 60 000 Euro.

FDP-Fraktionsvorsitzender Manfred Willand äußerte sich ob des neuen Verfahrens skeptisch und meinte, die Stadt sei eine Art „Versuchskaninchen“.

Wie Bauamts-Leiter Heinemann erläutert, muss von städtischer Seite auch noch der Bebauungsplan für das Vorhaben in Hergershausen geändert werden. Ein Bezug der neuen Kindertagesstätte ist frühestens im Laufe des 2022 möglich. (Von Norman Körtge)

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