Nicht nur Geschäft, auch Treffpunkt

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Über eine großzügige Spende von 6 000 Euro freuen sich die Gründer des Lebens-Mittel-Punktes.

Babenhausen - Fast fertig ist es nun, das Sozialkaufhaus Lebens-Mittel-Punkt. Da kommt eine große Spende gerade recht. 6000 Euro gab es von Rechtsanwalt Dr. Ingo Friedrich für das soziale Projekt. Von Ulrike Bernauer

Auf zehn Gründerfirmen haben die künftigen Betreiber des Lebens-Mittel-Punktes gesetzt, die eine ähnlich hohe Spende wie Notar Friedrich zur Verfügung stellen. „Sieben Spender haben wir zusammen“, sagt zufrieden Manfred Müller für den Lebens-Mittel-Punkt.

Rechtsanwalt Friedrich gehört zu den 3 – 2 – 1- Spendern, das heißt, die Sponsoren bezahlen im ersten Jahr 3 000 Euro, im zweiten Jahr 2000 Euro und im dritten Jahr 1 000 Euro als Starthilfe für den Lebens-Mittel-Punkt. „Wir hoffen, für die Anschubfinanzierung für die nächsten drei Jahre 50.000 Euro zusammen zu bekommen“, sagt Müller, „danach haben wir hoffentlich genug Mitglieder, die mit ihren Beiträgen die laufenden Kosten finanzieren.“

Der Lebens-Mittel-Punkt gibt ab dem 18. Juni für einen ganz geringen Obolus Lebensmittel, aber auch andere Waren an sozial benachteiligte Menschen ab. Auch Möbelspenden gab es zahlreiche, „und da wurden uns verwendbare Möbel und kein Ramsch angeboten“, freut sich Müller.

Im Moment sieht es im Laden, dem ehemaligen Farbengeschäft Willand im Herzen von Babenhausen, noch sehr nach Baustelle aus. „Manche Leute arbeiten unter Druck am besten“, lacht Jutta Krüger, eine der Mitinitiatorinnen des Sozialkaufhauses. Am umfangreichsten sind die Umbauarbeiten für die Toilettenanlage, es wird nicht nur Toiletten getrennt für Männlein und Weiblein geben, sondern auch eine behindertengerechte WC-Anlage.

Bereits 30 ehrenamtliche Mitarbeiter

Mit zahlreichen Geschäften in Babenhausen sind die Initiatoren schon in Kontakt getreten wegen regelmäßiger Abgaben von Lebensmitteln und anderen Waren. „Wir haben schon viele Zusagen und sind zuversichtlich, dass wir von Anfang an ein gutes Sortiment für unsere Kunden haben“, erklärt Müller. Zudem hat man schon fleißig Kontakte zu Tafeln geknüpft. Mit der Dieburger Tafel oder auch dem Rodgauer Tante Emma Laden, Vorbild für den Babenhäuser Lebens-Mittel-Punkt, will man gegebenenfalls Waren austauschen. Wenn beispielsweise, wie in Rodgau geschehen, auf einmal viel zu viele Bananen da sind.

30 Mitarbeiter haben sich bereits gefunden, die ehrenamtlich im Sozialkaufhaus mitarbeiten wollen, beim Fahrdienst, um die Waren in den Geschäften abzuholen, beim Verkauf aber auch bei der Beratung. „Wir würden uns durchaus noch über weitere ehrenamtliche Freiwillige freuen“, sagt Krüger. Der Lebens-Mittel-Punkt will mehr sein als ein Geschäft, in dem Hartz IV- Empfänger, Arbeitslose und andere sozial Bedürftige preiswerte Lebensmittel einkaufen können. „Es wird ein Café geben, in dem sich die Käufer auch miteinander unterhalten und soziale Kontakte knüpfen können“, sagt David Jocham, ebenfalls ein Initiator.

Hoher Anteil bedürftiger Menschen in Babenhausen

„Das hat mich für das Konzept des Lebens-Mittel-Punktes auch so eingenommen und mich zu der Spende bewogen“, sagt Rechtsanwalt Friedrich, der sich auch in seiner anwaltlichen Tätigkeit zur sozialen Verantwortung bekennt und mitunter auch kostenlose Rechtsberatung gibt. Die Kombination aus materieller Zuwendung und sozialer Unterstützung hat dem Spender besonders gut gefallen.

Einen ganz anderen Aspekt bringt Hans Dieter Vogel ein. „Ich denke auch an die vielen älteren Frauen, die oft wenig Rente haben und sich kaum Unterstützung holen. Wir hoffen, dass wir diesen Kundenkreis auch gewinnen können, sozusagen als Dank für die Elterngeneration, die uns ja aufgezogen hat.“

Bürgermeisterin Gabi Coutandin will die künftige Funktion des Lebens-Mittel-Punktes auch weit fassen. „In Babenhausen ist der Anteil an bedürftigen Menschen im Verhältnis zu anderen Kommunen im Ostteil des Landkreises relativ hoch, billige Waren erleichtern den Betroffenen das Leben und damit ist schon viel geholfen. Wir hoffen allerdings auch, dass der Lebens-Mittel-Punkt den Betroffenen wieder zu mehr Teilhabe am öffentlichen Leben verhilft.“

Quelle: op-online.de

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