LSC Babenhausen

Nur nicht nach unten schauen

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Bevor sie gemeinsam abheben, zeigt Corinna Fuchs den Schülern, wie man die Leitwerke vor dem Start prüft.

Babenhausen - Heinrich-Böll-Schüler dürfen in ihrer Projektwoche beim LSC Babenhausen mit dem Segelflugzeug abheben. Von Sebastian Schwarz 

Im wahrsten Sinne des Wortes „in die Luft“ gehen Schüler der Heinrich-Böll-Schule aus Rodgau bei einer Projektwoche zum Thema Luftfahrt. Beim Luftsportclub (LSC) Babenhausen dürfen sie zusammen mit erfahrenen Fluglehrern als Passagiere im Segelflieger abheben. Strahlend blauer Himmel über Babenhausen, kaum ein Wölkchen in Sicht. Ein Segelflugzeug zieht einsam seine Kreise. Am Steuer sitzt Corinna Fuchs, Fluglehrerin und Ausbilderin beim Luftsport-Club (LSC) Babenhausen. Gemeinsam mit Vereinskollege Sven Rausch darf sie elf Neunt- und Zehntklässler der Heinrich-Böll-Schule aus Rodgau durch die Lüfte fliegen.

Mit ihrem Lehrer Ludger Schmelz sind sie hergekommen, um für eine schulweite Projektwoche etwas über das Thema Luftfahrt zu erfahren. Zustande kommt der Kontakt über LSC-Mitglied Sven Hesselbach. Er sucht den Kontakt mit den Schulen in der Region. „Wir wollen Schüler für den Luftsport begeistern“, sagt er. Das Fliegen sei für Jugendliche gut geeignet, denn dadurch könne man Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein lernen.

Bei Lehrer Ludger Schmelz stößt er mit seiner Idee auf offene Ohren. „Wir haben sofort ja gesagt, schließlich ist es eine tolle Sache, wenn die Schüler auch mal selbst Flugzeuge anschauen und sogar damit fliegen dürfen“, freut sich der Pädagoge über die Zusammenarbeit zwischen Schule und Luftsportclub.

Erst die Theorie

Doch bevor die Schüler mit dem weißen Segelflugzeug vom Typ Schleicher ASK21 den Himmel über Babenhausen erstürmen dürfen, steht erstmal die Theorie auf dem Stundenplan. Corinna Fuchs erklärt den Schülern das richtige Verhalten auf dem Flugplatz. So sollte man zum Beispiel nicht kreuz und quer übers Startfeld laufen, auch wenn dort gerade kein Betrieb herrscht.

Fürs Technische ist an diesem Tag Sven Rausch zuständig. Aufmerksam hören die Schüler zu, als der Fluglehrer sie durch den Hangar des LSC führt. In der geräumigen Halle stehen rund 15 Flugzeuge. Was für welche das sind, erläutert Rausch. Neben den Segelflugzeugen gibt es dort nämlich auch noch Motorflugzeuge, Motorsegler und Ultraleichtflieger zu sehen. Besonderes Interesse wecken bei den Schülern die Motorsegler. Das sind Motorflugzeuge, bei denen man die Maschine während des Flugs abschalten kann und darf, um dann wie mit einem Segelflugzeug im Aufwind weiterzufliegen. Staunende Blicke erntet auch die K8, ein Segelflieger mit einem Rumpf aus Metallröhren, der mit Stoff bespannt ist. Was denn so ein Segelflieger kostet, wollen die Schüler von Rausch wissen. Seine Antwort: Rund 100.000 bis 120.000 Euro.

„Wie geil ist das denn“

Mit der Führung durch den Hangar ist der offizielle Teil des Projekts beendet. Aber selbstverständlich bleiben die Schüler alle noch zur anschließenden Freizeitveranstaltung, bei der sie mit Erlaubnis ihrer Eltern als Passagiere in einem Segelflugzeug mitfliegen dürfen.

Als erster darf Böll-Schüler Vincent abheben. Vorsichtig nimmt er auf dem engen Sitz in dem schmalen, weißen Segelflieger Platz. Auf dem Pilotensitz vor ihm sitzt Corinna Fuchs. Gleich geht es los. Langsam wird das Seil, mit dem das Flugzeug nach oben befördert wird, von einer motorisierten Seilwinde eingezogen. Langsam beginnt der Segelflieger zu rollen. Nach einigen Metern hebt er plötzlich steil ab, schießt rasant in Richtung blauer Himmel. „Wie geil ist das denn“, entfährt es einem der Schüler.

Bis auf rund 300 Meter Flughöhe steigt der Flieger, dann dreht Corinna Fuchs einige Runden. Fast senkrecht stehen die Flügel der ASK21 in der Luft, als sie einige Kurven fliegt.

Nach ein paar Minuten ist der Flug für Vincent dann auch schon wieder vorbei. Fast geräuschlos gleitet die Maschine Richtung Erde, setzt sanft auf. Gemeinsam schieben Schüler und Fluglehrer sie zurück zum Startpunkt, gleich darf der nächste abheben.

Und hat es denn auch Spaß gemacht? „Auf jeden Fall“, findet der Schüler. Und der rasante Start? „Das war auch nicht schlimmer als eine Achterbahnfahrt“, sagt er. Gerne würde er so einen Flug mal wieder machen. Ähnlich geht es auch seinen Mitschülern. Zum beispiel Dominik. „Das war ein einmaliges Erlebnis“, ist er begeistert. „Am spannendsten waren die Kurven, aber nach unten schauen sollte man dabei nicht“, fügt er lächelnd hinzu.

Quelle: op-online.de

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