Nicht ohne meinen Ball

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Das Spiel mit dem Basketball habe ihn zu einem anderen Menschen gemacht, sagt der 23-jährige Tobias Jahn. Dank seines Talents und seinem Ehrgeizhat er ein Fünf-Jahres-Stipendium an einem College im sonnenverwöhnten Kalifornien bekommen.

Babenhausen - Strand und Sonnenschein Kaliforniens hat Tobias Jahn gegen den Babenhäuser Sommer getauscht. Warum das? Nun, der 23-Jährige genießt seine Ferien bei seiner Familie in Babenhausen – fernab seines Lebens im Staat von Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Von Christina Schäfer

Seit drei Jahren ist das Studentenwohnheim auf dem Campus des Colleges sein zu Hause. Immer griffbereit der Basketball.

Die Liebe zum Sport war für den Babenhäuser die Eintrittskarte in die USA. Als 18-Jähriger lebte er ein Jahr lang in den Staaten. Dort ging der Schüler zur High School. Sein Fazit über Texas: Nicht frei, konservativ. Schon damals bestimmte der Sport das Leben des jungen Mannes mit den „fast Basketball-Traummaßen“: 2,04 Meter (so stehe es in seinem Spielerpass), sehr beweglich, nicht langsam, körperlich gut in Form und sicher im Sprung. „Nur an Gewicht könnte ich noch zulegen“, sagt Jahn. Von derzeit 105 auf 110 oder 115 Kilogramm bei gleicher athletischen Form, wäre ein Traum für den begeisterten Sportler.

Im Alter von 16 Jahren tauschte Tobias Jahn den Fußball gegen den Basketball ein. „Es war was Neues und ich habe viel schneller Erfolg gesehen.“ Nicht nur Tobias Jahn entdeckte sein Talent für den Basketball - auch seine Trainern fiel dieses auf. „Ich habe den Drang, das Talent zu nutzen und lächele beim Spiel“, sagt Jahn über seine positive Ausstrahlung in der Halle.

Zwei Monate spielte er für Babenhausen, dann in Aschaffenburg, später in Langen und Ober-Ramstadt – Jugend, erste Oberliga und auch bei den Herren hat Tobias Jahn viel gelernt. „Wenn man mit Älteren spielt und willig ist zuzuhören, kann man viel lernen.“ Er schätzt die Erfahrungen der Herren: „Ich war ihnen vielleicht athletisch überlegen, aber die Technik hatten sie drauf.“ So saß Tobias Jahn einst als Jugendlicher für das Team in der Regionalliga mit auf der Bank und bekam „immer mal ein paar Minuten“ im Spiel.

Während seiner High-School-Zeit war es Tobias Jahn vor allem wichtig, sein Englisch zu verbessern. Und auch von den Eltern gab es dafür ein „Ja“. Erstmals war Tobias Jahn auf sich alleine gestellt weit weg von Babenhausen, seinen Eltern und der Schwester.

Kein Leben mehr denkbar ohne Basketball

Er habe viel über sich gelernt in dieser Zeit, sagt er rückblickend. Erfolg hatte der damals 18-Jährige im Sport mit der Schulmannschaft, dort holte er einige Siege. „Mein Name kam rum.“ Dennoch machte er nach seinem Auslandsaufenthalt erfolgreich in Dieburg sein Abitur. Doch während sich andere um Numerus Clausus an deutschen Unis oder Bewerbungen kümmerten, war für Tobias Jahn die Sache klar: Ein Leben ohne Basketball – niemals. „Für den Basketball würde ich sterben.“

Seine Motivation wieder in die USA zu gehen war groß. Mit einem „Travel-Team“ - einer zusammengestellten Mannschaft durch den Trainer – spielte Tobias Jahn in den Osterferien bei Turnieren in Las Vegas und Houston. Die Zeit dazwischen nutzte er gut: Mit seinem Vorspiel überzeugte der Deutsche den Trainer des Collegeteams von „Cal Poly Pomona“ in L.A. und sicherte sich so ein Stipendium für über fünf Jahre - drei sind schon vorüber. Die Begeisterung für den Basketball sei ungebrochen und auch mit seinem Studium in „International Business“ und „Marketing“ laufe es gut.

Tobias Jahn ist ehrgeizig und denkt meist positiv: „Ich bin zu mir selbst am härtesten“. So steht er auch mal früher auf, um vor den Vorlesungen – neben den täglich vorgeschriebenen vier Stunden Training – noch drei Stunden in der Halle an seiner Technik zu feilen. Dabei habe er einen Hang zu einem gewissen Perfektionismus.

Ich glaube, Basketball hat mich zu einem ganz anderen Menschen gemacht“, sagt Tobias Jahn. Das Leben zwischen Deutschland und den USA ist nicht einfach. So macht sich der 23-Jährige schon mal darüber Gedanken, ob er jemals wieder in Deutschland leben kann. Doch mindestens einen Monat im Jahr zieht es Tobias Jahn zu seiner Familie nach Babenhausen. Derzeit sieht Tobias Jahn seine Zukunft im Sport. Einige Agenten seien schon auf den Deutschen im Team der weißen und schwarzen Amerikaner aufmerksam geworden. Eine Operation am Knie und an der Nase – beides Sportverletzungen – zwingen ihn derzeit zu einer Auszeit. Damit er schnell wieder fürs Basketballspielen fit wird, nutzt er die Zeit neben Reha-Übungen fürs Training im Fitnessstudio. Und macht Yoga: „Yoga ist riesig und hält einfach fit.“

Quelle: op-online.de

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