Nicht nur Schaafheim im Visier

Schaafheim (cor) - „In der Nacht zum Freitag haben bislang noch unbekannte Täter die Scheiben mehrerer geparkter Fahrzeuge beschossen und beschädigt“, so war der Wortlaut einer Polizeimeldung vom Wochenende.

Dass dieser Vorfall in Schaafheim – genau genommen waren acht Autos in der Wilhelm-Leuschner-Straße, in der Friedensstraße und im Eichenweg betroffen – alles andere als ein Einzelfall war, zeigen inzwischen die jüngsten Ermittlungen der Aschaffenburger Polizeiinspektion.

Die Bayern gehen von einer Serie aus, wonach bislang über 50 Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen durch kleine Metallkugeln begangen wurden. Die Fälle in Schaafheim gehören offenbar zum westlichsten Punkt im Aktionsradius der Täter, die es hauptsächlich im Kreis Aschaffenburg auf Autos abgesehen haben.

Inzwischen beschäftigt sich beim Ermittlungsdienst der Aschaffenburger Polizeiinspektion eine Arbeitsgruppe mit den Straftaten. Wie Ferdinand Derigs, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südhessen mitteilt, findet seit den Vorfällen in Schaafheim auch ein länderübergreifender Austausch statt. Man stehe im engen Kontakt, versichert der Sprecher.

Gefunden wurden an einzelnen Tatorten bislang kleine Metallkugeln, im Durchmesser 4,5 Millimetern groß. Fest steht, dass sie mit relativ hoher Energie gegen die Scheiben geflogen sind. Denkbar ist beispielsweise, dass die Täter eine Präzisionsschleuder oder eine Luftdruckwaffe verwenden. Weiterhin nehmen die Ermittler an, dass die Unbekannten seit Anfang Juli ihr Unwesen in Großostheim, Ringheim, Kleinostheim, Mainaschaff, Stockstadt und Aschaffenburg treiben. In allen Fällen waren an geparkten Fahrzeugen Seiten- oder Heckscheiben, bei einigen Autos auch die Außenspiegel zertrümmert worden. Rund 40 Straftaten, die sich zwischen dem 1. und 23. Juli in den genannten Gemeinden zutrugen, werden nach dem derzeitigen Ermittlungsstand den unbekannten Tätern zugeordnet. Hinzu kommen noch sieben vergleichbare Delikte, die aus Niedernberg und Sulzbach gemeldet wurden.

Taten vor allem während der Nacht verübt

Die Schadenssumme wird nach ersten Schätzungen der Polizei auf mindestens 30 000 Euro beziffert. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Taten vor allem während der Nacht, zwischen 23 und 3 Uhr, verübt werden. Rund zwei Drittel der Sachbeschädigungen ereigneten sich in der vergangenen Woche, in den Nächten von Mittwoch auf Donnerstag und Donnerstag auf Freitag. In der Nacht zum vergangenen Samstag wurden noch zwei Fälle in Ringheim und Stockstadt bekannt, die der Serie zugerechnet werden.

Das Bayerische Landeskriminalamt hat nun unter Ausschluss des Rechtswegs eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter beziehungsweise sonst zur Aufklärung der Straftatenserie führen. Anrufe nimmt die Polizeiinspektion Aschaffenburg, Tel: 06021 8572230, oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Offenbar haben es die Vandalen dabei ausschließlich darauf abgesehen, die Scheiben von geparkten Kraftfahrzeugen zu beschädigen. Denn Diebstähle aus den Pkw sind nicht bekannt. Weil die Beschädigungen mit einem Knallgeräusch einhergehen müssen, hofft die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung. Auch unbedeutend wirkende Beobachtungen könnten zur Aufklärung der Straftatenserie von Bedeutung sein, heißt es dazu in der polizeilichen Mitteilung.

Quelle: op-online.de

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