Joachim-Schumann-Schule entlässt Abgänger

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Wie sind die Abschlussnoten? Der erste Blick galt nicht der zuvor geschenkten Blume, sondern den Zensuren.

Babenhausen - „Ich wart seit Wochen auf diesen Tag (–) Das hier ist ewig, ewig für heut’. Wir steh’n nicht still, für eine ganze Nacht.“ – Diese Zeilen gehören zum Song „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Von Michael Just

Emotional bewegend eignet sich die Hymne nicht nur zum Feiern von Meisterschaften beim Sport, sondern auch bei Schulabgängen. Am Freitagabend bildete der Song mit dem Wunsch nach Unendlichkeit den Schlusspunkt der dreistündigen Abschlussfeier der Joachim-Schumann-Schule in der Stadthalle.

Zuvor hatten rund 120 Schüler ihre Abschluss-Zeugnisse erhalten. Schüler und Lehrer erinnerten sich gemeinsam an ihre zurückliegende Zeit. Probleme aus der Vergangenheit spielten in der Stunde des Abschieds keine Rolle mehr. Die Moderation des Abends übernahmen die Schüler Alishia Krapp und Tom Schreier.

Die Stadthalle zeigte sich mit Eltern, Geschwistern und Freunden als gut gefüllt. Wie in den Vorjahren platzte sie aber nicht aus den Nähten. Das lag daran, dass die Gymnasiasten erstmals alleine und schon mittags getrennt gefeiert hatten. Diese Lösung sieht Ursula Pullmann von der Schulleitung nicht weiter tragisch: „Die Feier in der Stadthalle markiert heute Abend für viele das Ende der Schulzeit. Dies trifft auf die Gymnasiasten weniger zu, die jetzt fast alle auf die Oberstufe wechseln.“ Neben den rund 100 Realschülern wurden auch zehn Hauptschüler sowie zwölf Schüler der Schub-Klasse der Eduard-Flanagan-Schule entlassen.

Die stellvertretende Schulleiterin Ursula Pohlmann verglich in ihrer Rede die Schulzeit mit einem Labyrinth, in dem man nach Orientierung suche. Schule und Lehrer würden dabei helfen, sich zurechtzufinden. Wichtig in einem Labyrinth – wie auch im späteren Leben – sei es, niemals stehenzubleiben. Bei dem Großteil der abgehenden Schülern sieht es nicht nach Stagnation und Orientierungslosgkeit aus. Ihre ehemaligen Lehrer können sie nahezu sorgenfrei in einen neuen Lebensabschnitt entlassen. Besonders stark zeigten sich die Realschüler: 61 von 96 weisen einen qualifizierten Abschluss vor. Dass das zwei Drittel der Jugendlichen geschafft haben, ist ein beeindruckender und wahrlich stolzer Schnitt. Mit dem qualifizierten Realschulabschluss ist nun sogar das Abitur möglich. Viele werden deshalb weiterführende Schulen, wie etwa die Landrat-Gruber-Schule in Dieburg, die Martin-Behaim-Schule in Darmstadt oder die Oberstufe des Bachgau-Gymnasiums in Babenhausen besuchen. Fast der gesamte Rest hat einen Ausbildungsplatz oder eine Lehrstelle gefunden. Bei den Hauptschülern können fünf von zwölf einen qualifizierten Abschluss vorweisen. Bei den besten Zeugnissen aller Abgänger wurden Elena Thom, Carlos Böhm, Eren-Can Gökce, Ummut-Can Gökce, Hannah Krapp, Ilka Sandra Pankotsch, Zeliche Souleimann und Maurice Richter geehrt. Zudem ging der Dank für die Arbeit in der Schülervertretung an Philip Schimpf, Marcel Macht, Manuela Mohr, Damla Demirci sowie im Sanitätsdienst an Kevin Wörner.

Vor der Zeugnisübergabe stellten sich die einzelnen Klassen mit Fotos oder kleinen Filmen vor, die bei den jüngsten Abschlussfahrten entstanden waren. Sehr beliebt waren hier der Gardasee mit Trip nach Venedig oder die Toskana. Eine Klasse be-stieg sogar den Flieger nach Mallorca zum Ballermann. Dafür ging nochmal ein besonderes Lob der betreffenden Schüler an ihren Lehrer, dafür, dass er das ermöglichte und dafür die Verantwortung übernommen hatte. „Schule soll auch Spaß machen“, antwortete der, um herauszuheben, dass die Gaudi auf dem weiteren Lebensweg zunächst wohl mal vorbei sei.

Spaß machte am Freitagabend auch die Versteigerung von „Lehrer-Utensilien“ für den guten Zweck. Weg ging ein T-Shirt für 20 Euro oder ein riesiges Geo-Dreieck für die alte Mathe-Tafel. Letzteres brachte sogar 45 Euro. Selbst zwei Brillen wurden für 15 Euro ersteigert, genauso wie ein Paar modischer Damenschuhe für zwölf Euro. Wie es Moderator Tom Schreier auf den Punkt brachte, falle der Abschied mit dem Besitz der Pumps leichter: „Wer das Klack-Klack, mit der die einstige Trägerin durch die Schulgänge schritt, mit nach Hause nimmt, wird die OSB weit weniger vermissen.“

Quelle: op-online.de

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