Hahnepot Skipperbags

Nicht nur für Wasserratten

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Julia und Stefan Junge präsentieren ihre Taschen, deren Umschläge immer Motive aus der Welt des Segelns zieren. -

Harreshausen - Nicht jeder kann aus seiner Leidenschaft so viel Honig saugen, dass sie zu einem Beruf wird. Doch es gibt gute Beispiele dafür, dass es klappen kann. So wie bei Stefan Junge. Der gebürtige Offenbacher war bereits früh ein Freund von Wasser, Wind und Wetter. Von Stefan Scharkopf 

„Mit dem Segelvirus wurde ich schon in jungen Jahren infiziert“, sagt er. Das Mittelmeer hat es ihm besonders angetan, speziell die griechische Ägäis. Das Setzen der Segel auf hoher See, der ständige Umgang mit dem Material ließ in ihm eine Überlegung reifen. 1987 verband er seinen Beruf mit seinem Hobby und gründete die Firma „Hahnepot Skipperbags“. Hier entstand die Idee , maritime Taschen aus Segeltüchern zu kreieren. 2001 wurde das Vorhaben umgesetzt und die Marke „No fish“ ins Leben gerufen. „Ich wollte Taschen machen, die eine Seele haben und die eine Geschichte erzählen von der Liebe zum Segelsport“, beschreibt Junge seine Philosophie.

Er kauft Segeltücher ein, die gewaschen, mit Schablonen zugeschnitten und schließlich detailreich designed werden. Die Taschen sind aus Nylon, die Cover aus originalem Segeltuch von Yachten und Jollen. Aus Materialien mit Gebrauchsspuren, Falten und markanten Nähten entstehen so Behältnisse, von denen keins dem anderen gleicht. Gefertigt werden Einzelstücke für jeden, aber auch Serien für Segelclubs und Yachtwerften. Verarbeitet hat Junge beispielsweise auch die grünen Segel des aus der TV-Werbung bekannten Beck´s-Bootes.

Geankert hatte Junge zunächst in Dieburg, dort blieb die Familie einige Jahre. Am Anfang nahm der leidenschaftliche Skipper, wie er erzählt, ein paar seiner Taschen mit auf Bootsmessen nach Düsseldorf oder Friedrichshafen. Die Nachfrage stieg.

Die Folge: Es wurde zu klein in der Kettelerstraße, und die Familie zog vor zwei Jahren nach Harreshausen in die Gersprenzstraße 26 um und erwarb eine 1750 erbaute Fachwerk-Hofreite. Diese bietet nicht nur Platz zum Wohnen, sondern auch für die Produktion. Zwei Nähkräfte, eine davon halbtags, und eine ausgelagerte Mitarbeiterin lassen die Segeltaschen entstehen.

Unterstützt wird Junge auch von seiner Tochter Julia. Sie hilft wochenweise und betreibt die restliche Zeit mit ihrer Schwester Katrin eine Werbeagentur in Darmstadt. Im Laufe der Zeit hat Junge seine Kollektion ausgebaut. Nun gehören auch Geldbörsen, Etuis, Schmuck oder Wohnaccessoires zum Sortiment - alles aus gebrauchtem Segeltuch. Um seinen Kunden die Gelegenheit zum Stöbern zu geben, hat Junge einen Anbau der Hofreite zu einem Verkaufs- und Ausstellungscottage umfunktioniert.

Am Samstag, 28. Juni, 10 bis 18 Uhr, wird das Cottage eröffnet. Ab 13 Uhr gibt es Live-Musik. Adresse: Harreshausen, Gersprenzstraße 26, www.nofish.de, 06073/6889307

Quelle: op-online.de

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