Nikolaus landet auf dem Dach

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Nikolaus, alias Erich Blümler, wird sicher auf die Erde gebracht.

Babenhausen ‐ Hollywood in Babenhausen? Das vermuteten jene, die den Abschluss der Weinachtswanderung der Freiwilligen Feuerwehr verfolgen. Von Michael Just

Kurz nach dem Mittagessen waren 56 große und sieben kleine Wanderer am Stützpunkt gestartet, die sich kaum von dem stundenlangen Schneefall beeindrucken ließen. Zuerst ging es nach Harreshausen, wo eine Zwischenstation mit Brezel, Glühwein und Kinderpunsch wartete.

Danach ein Teil der Strecke wieder zurück und auf Höhe des Tierheimes links ab in Richtung Schützenhaus. Das hatten die Schützen den Blauröcken für ihren Ausklang überlassen. „Die Zusammenarbeit der Vereine ist vorbildlich. Da hilft man sich gegenseitig“, so Werner Flechsenhar, der bei Wehr für die Pressearbeit zuständig ist.

Den weißen Bart schon in der Hand

Während die Mitglieder und Freunde des Feuerwehrvereins am Sonntagnachmittag noch durch den Schnee wateten, liefen im Vereinsheim schon die Vorbereitungen für einen gemütlichen Abschluss des Jahres, zu dem natürlich auch der Weihnachtsmann nicht fehlen durfte: Auf den Tischen befindet sich Gebäck und Süßes, in einem großen Topf werden Würstchen heiß gemacht.

 Erich Blümler hat sein knallrot-leuchtendes Kostüm mit dem etwas zerzausten - weil in die Jahre gekommenen - weißen Bart schon in der Hand und steht für seinen Auftritt in den Startlöchern. Seit mehreren Jahren mimt der 56-Jährige bereits den Weihnachtsmann. Bei den Organisatoren kommt dabei immer größte Kreativität zum Tragen: Einmal kam der Nikolaus schon mit einem Schlauchboot über den Haselsee, ein anderes Mal war eine Kutsche im Einsatz oder sein Schlitten wurde von einem Feuerwehrauto gezogen.

„Irgendwie bringen die mich dazu, immer alles mitzumachen“, lacht Blümler. In diesem Jahr sollte das bisher Dagewesene noch überboten werden, als um halb drei das Flachdach des acht Meter hohen Schützenhauses frei gekehrt wird. Eine dreiviertel Stunde später steht Blümler in luftiger Höhe - getreu dem Motto „Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her“. Wie er mit einem Lautsprecher in der Hand klagt, habe es ihn mit seinem Rentierschlitten aus der Bahn geworfen und die Landung sei auf einem Dach erfolgt.

„James-Bond-Auftritt“ vom Nikolaus

Die Frage, wie er von da oben gerettet werden kann, würde vielerorts Probleme bereiten. Nicht aber bei den Babenhäuser Blauröcken: Ein großes rotes Auto mit Gelenkmast steht schon für erstaunte Kinder und Erwachsene parat, um den Weihnachtsmann samt seinem Geschenke-Sack, der Gott sei Dank nicht verloren ging, wieder festen Boden unter den Füßen zu geben. Dabei steht der Rauschebart-Träger nicht im Korb, sondern hängt als „i-Tüpfelchen“ angeseilt in der Luft. „Was für ein Aufwand“, sagt eine Stimme, während das Gros der Zuschauer von dem unerwarteten „James-Bond-Auftritt“ begeistert ist.

„Wenn wir was machen, machen wir es richtig“, geben die Verantwortlichen kund und freuen sich dabei über die großen Kinderaugen. Vielleicht gibt es im nächsten Jahr wieder einen fliegenden Nikolaus bei der Feuerwehr: „Uns fehlt noch ein Hundeschlitten, die Ankunft mit dem Flugzeug und ein Fallschirmsprung“, lacht Blümler und ergänzt: „Gute Kontakte zum Luftsportclub gibt es ja bereits...“.

Quelle: op-online.de

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