„Normaler Bürger“ will etwas bewegen

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Täglich tüftelt Heinz Schumacher an seinem Roman „Die Brunnenvergifter aus Babenhausen“, der noch in diesem Jahr erscheinen soll. Hier präsentiert er das dazugehörige Skript.

Babenhausen - Ein Ziel für Sonntag hat Heinz Schumacher schon klar vor Augen. 200 Direktstimmen will der Babenhäuser bei den Bundestagswahlen sammeln. „Das wäre ein Erfolg“, sagt Schumacher, der für die Bürgerinitiative „Freie Volksentscheide“ an den Start geht. Von Jörn Polzin

Um dieser Zielsetzung näher zu kommen, hat der selbstständige Pädagoge und Buchhalter in den vergangenen Wochen mit seinem fünfköpfigen Wahlkampfteam die Werbetrommel gerührt und vor allem eines gezeigt – Präsenz.

Ich habe mich allen Bürgern vorgestellt und Sinn und Zweck meiner Kandidatur erläutert“, erklärt Schumacher. Er sehe sein Engagement gleichzeitig auch als Chance, seinen Bekanntheitsgrad für die anstehenden Kommunal- und Kreistagswahlen weiter zu erhöhen. Die Resonanz bei der Unterschriftensammlung stimme ihn positiv. „Die 200 benötigten Unterschriften für die Wahl habe ich zusammenbekommen und hatte weniger Mühe als andere Kandidaten“, betont Schumacher.

Weit weniger erfreut war der alteingesessene Babenhäuser darüber, dass er unlängst nicht zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Migration nach Kranichstein eingeladen wurde. Schumacher wittert Methode hinter dieser Nichtberücksichtigung. „Man wollte mir und anderen Politikern kein Forum geben.“ Die Auseinandersetzung mit sensiblen Bereichen könnte schließlich der vorherrschenden „Politik- und Parteienverdrossenheit“ entgegensteuern. Genau diese habe ihn auch darin bestärkt, an der Wahl teilzunehmen. „Keiner hält doch, was er sagt, alle schneiden auf, ohne die Themen wirklich anzupacken“, beklagt Schumacher, der sich quasi als Sprachrohr der Bürgerschaft sieht. Mit seiner Kandidatur will er den Mitmenschen zeigen, dass auch „normale Bürger“ etwas bewegen können und sollten.

“Es muss ein harter Sparkurs her“

Vielen fehle noch der Mut dafür, sodass ihre Anliegen ungehört bleiben. Dabei sei die Stimme aus dem Volk ein wesentliches Merkmal der plebiszitären Demokratie, für die sich Schumacher ausspricht. „Das Volk sollte die Möglichkeit bekommen, alle Entscheidungen mit zu begleiten, unabhängig davon, um was es geht.“

Dies könne den Einsatz von Truppen in Afghanistan betreffen, genauso wie die Debatte über eine Steuererhöhung. „Mit Volksentscheiden wäre das Gewicht der Bundesrepublik im europäischen Vergleich wieder stärker“, meint der Babenhäuser. Die elitären Strukturen seien derzeit noch zu verfestigt, um ein solches Verfahren in Deutschland zu etablieren. Auch auf regionaler Ebene hat sich Schumacher Gedanken darüber gemacht, was sich ändern sollte. Vorrangig natürlich über die Vorgänge in „seinem“ Babenhausen.

Es muss ein harter Sparkurs her, es wird einfach zu viel Geld für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben“, sagt Schumacher. Vor allem die Ausgaben für Gutachter und andere externe Dienstleister könne man einsparen. Häufig könnten diese Aufgaben auch die „teuer bezahlten Beamten“ übernehmen. Die komplette Sanierung des Freibads ist dem Babenhäuser beispielsweise ein Dorn im Auge. „Dafür ist kein Geld da, das Bad sollte für die Schwimmer umgebaut werden, Spaßbäder gibt es schon woanders.“ Zudem sollte die Bürgermeisterin Gabi Coutandin nicht gleichzeitig an verschiedenen Baustellen arbeiten, sondern sich für eine Ausrichtung entscheiden. „Entweder wir fördern den Tourismus-Anbau, das Gewerbe oder unser Image als Schlafstadt mit Fokus auf die Kindergärten und Schulen. Da muss man sich schon für eine Sache entscheiden“, betont Schumacher, der noch in diesem Jahr seinen Roman „Die Brunnenvergifter aus Babenhausen“ herausbringen will. Ein Buch, in dem natürlich auch die Politik eine gewichtige Rolle spielt.

Quelle: op-online.de

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