Was nun, liebe Stadt?

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Vor fast einem halben Jahr hatte die Stadt entschieden, die marode Markwaldhalle nicht nur zu sanieren, sondern auch zu erweitern. In der Zwischenzeit musste die Kostenschätzung gehörig nach oben korrigiert werden.

Babenhausen ‐ Die marode Markwaldhalle in Langstadt soll nach dem Willen der Babenhäuser Volksvertreter im aufgehübschten und prachtvolleren Gewand erstrahlen. Das haben die Stadtverordneten bereits vor langer Zeit entschieden. Nun aber könnten die Pläne ins Wanken geraten. Von Jenny Westphal

Bürgermeisterin Gabi Coutandin (SPD) legte am Donnerstagabend dem Haupt- und Finanzausschuss die aktuellen geschätzten Zahlen vor. Demnach steigen die Kosten für energetische Sanierung und Erweiterung von ursprünglich veranschlagten 2,1 Millionen Euro auf 2,9 Millionen Euro. „Der Markt ist durch das Konjunkturprogramm angeheizt“, fügte die Rathaus-Chefin erklärend hinzu. Bereits im Sommer hätte die Verwaltung vor den steigenden Preisen gewarnt. „Einige Mehrkosten gehen auf Wünsche des Kreises zurück“, sagte Ingenieur Clemens Kiefer, er betreut beim städtischen Eigenbetrieb die Immobilien. Als eine Halle, die für den Schulsport genutzt wird und damit teilweise ins Hoheitsgebiet des Kreises fällt, verlangt dieser als Ausstattung mehr als nur eine Sprossenwand, die immerhin schon vorhanden ist. Für den Kreis gehören allerdings noch Ringe oder Basketballkörbe zur Grundausrüstung einer Sporthalle. Der Kreis hatte sich bereit erklärt, 388 621 Euro zu übernehmen. Das war aber, bevor er zusätzliche Maßnahmen eingefordert hatte. Deshalb verhandelt die Verwaltung mit dem Kreis neu, wie die Bürgermeisterin mitteilte. „Wir wollen, dass ein neuer Quotient für die Beteiligung zugrunde gelegt wird“, ergänzte Kiefer. Anders gesagt, der Kreis soll mehr Kosten übernehmen. Die Stadt hofft, dass er sich auf eine Summe von rund 567 000 Euro festlegen lässt. Die Angelegenheit drängt jedoch: Um die Mittel aus dem Konjunkturpaket abzuschöpfen, muss die Entscheidung noch in diesem Jahr fallen. Knapp 1,15 Millionen Euro stehen Babenhausen aus dem Fördertopf des Landes Hessen zu. Mehr ist dort nicht zu holen, wie Coutandin erklärte. Der Satz ist an die Einwohnerzahl gekoppelt.

Ein zweiter Faktor, der die Kosten in die Höhe getrieben hat, ist der Brandschutz

Die Bauaufsicht verlangt eine Löschwasser-Zisterne. Warum spare man nicht diese Kosten und greife auf den 300 Meter entfernten Löschteich zurück, kam die Rückfrage aus dem Plenum. Das will die Stadt nun abklären. Ebenso hofft sie auf einen Kompromiss in Sachen Lüftungs- und WC-Anlagen. Die Versammlungsrichtlinien schreiben einen bestimmten Bestand für Veranstaltungshallen mit mehr als 200 Sitzplätzen vor. „Das sind aber in der Markwaldhalle unter zehn Veranstaltungen pro Jahr“, sagte Kiefer.

Die Stadt könnte aber auch einen gänzlich anderen Weg gehen, das hat die Verwaltungschefin den Parlamentariern offen gestellt: Babenhausen könnte bei der Sanierung abspecken und auf Geothermie-Heizung und Erweiterung verzichten und stattdessen die Markwaldhalle nur brandschutztechnisch und energetisch überholen. Das dürfte etwa eine Million Euro kosten. Auf die Zuschüsse von Land und Kreis müsste die Stadt dann verzichten. Die Geothermie-Heizung hat allerdings den unschätzbaren Vorteil, dass sich die Markwaldhalle in großen Teilen vom Energiemarkt unabhängig machen würde: Zwei Drittel der benötigten Energie kämen aus dem Erdreich. Der Magistrat spricht sich trotz Kostensteigerung weiterhin für die erste Variante mit Erweiterung und Geothermie-Heizung aus.

Quelle: op-online.de

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