Ökologie statt Militärbetrieb

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Von nachhaltiger Bedeutung für die Stadt ist die Umwandlung der Kaserne. Babenhausen setzt jetzt auf ökologisches Bauen – auch um sich von anderen Konversionen in der Umgebung abzusetzen.

Babenhausen ‐ Zäh verliefen erste Gespräche um die Zukunft des Babenhäuser Kasernengeländes. Doch seit der Ausschuss Konversion Kaserne im vergangenen Jahr gegründet wurde, ist die Stadt dem Ziel einer Umwandlung mit „ökologischem Modellcharakter“ schon ein ganzes Stück näher gekommen. Von Christina Schäfer

Am Mittwoch sind die Ausschussmitglieder zum zweiten Mal zusammen gekommen. Von Dr. Jürgen Schmitt, Projektleiter Stadtentwicklung von der Nassauischen Heimstätte, gab es einen Überblick über den aktuellen Sachstand.

Auf der Immobilienmesse Expo Real hat die Stadt Babenhausen bereits Werbung für das Kasernenareal gemacht. Eine ganze Reihe unverbindliche Anfragen von Investoren seien bereits eingegangen, einige hätten sich auch schon das Grundstück angesehen, teilt Dr. Jürgen Schmitt mit. Auch Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die als Besitzerin für den Verkauf des Areals zuständig ist, sowie dem Hessischen Wirtschaftsministerium zwecks potenzieller Förderung sind gut gelaufen.

Konsens über „ökologische Gesichtspunkte“

„Wir haben bereits eine positive Rückmeldung der Bima bekommen“, sagt Bürgermeisterin Gabi Coutandin. So möchte die Stadt an dem Findungsprozess der Bima nach geeigneten Investoren teilhaben und damit gleichfalls einen „innovativen Weg“ gehen. „Die Zukunft der Kaserne hat nachhaltige Bedeutung für die Gesamtstadt“, erklärt Gabi Coutandin das Interesse. So wolle man sich durch den Modellcharakter von anderen Kasernenumwandlungen absetzen.

Die Nutzung soll durch Gewerbebetriebe, Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Wohnen erfolgen.

Dabei herrsche im Ausschuss ein breiter Konsens darüber, so die Bürgermeisterin, dass das Kasernengelände unter „ökologischen Gesichtspunkten strukturiert werden soll“. „Wir gehen davon aus, dass alle Gebäude nach ökologischen Standards gebaut oder umgebaut werden“, sagt Schmitt. Dabei lege man auch Wert auf erneuerbare Energien, und die Infrastruktur solle den ökologischen Ansprüchen genügen. Dies soll auch über LEED-Zertifizierung – Leadership in Energy and Environmental Design – transportiert werden.

Im Frühjahr vielleicht erste Stufe

Ziel ist es nun im weiteren Verfahren, die Interessen der Beteiligen – der Bima, der Stadt sowie der potenziellen privaten Investoren – übereinzubringen. Dabei strebt die Stadt Babenhausen ein zweistufiges Verfahren an. Im sogenannten Teilnehmerwettbewerb sollen Interessenten ausgewählt werden und schließlich parallel zu den Verhandlungen ein Rahmenplan gemeinsam mit den Partnern erstellt werden. Dieser Rahmenplan wäre dann für die weitere Entwicklung bindend. Diesen eigenen Weg, jenseits zwei gängiger Optionen, hat die Stadt bereits der Bima unterbreitet. Der Vorschlag wird derzeit juristisch geprüft.

„Wir hoffen, dass wir im Frühjahr mit der ersten Stufe – dem Teilnehmerwettbewerb – beginnen können“, sagt Schmitt. Dann erst habe man Klarheit, wer sich für das 60 Hektar große Gelände des Kasernenareals interessiert. Weiter ist es ein Wunsch der Stadt, die Ergebnisse aus dem EUROPAN-Wettbewerb (Architektenwettbewerb auf europäischer Ebene) zu nutzen. Mit den Preisträgern, der Arbeitsgemeinschaft Büro 711LAB aus Stuttgart und metris architekten aus Darmstadt, stehe man weiterhin in Kontakt, so Schmitt.

Die Kosten für das Rahmenplanverfahren belaufen sich nach aktuellem Stand auf etwa 40 000 Euro. Man gehe davon aus, dass der überwiegende Teil durch Zuschüsse und Fördergelder getragen werden kann.

Quelle: op-online.de

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