Vom Ofen bis zur Bücherei

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Andrea Seitz und Merle Heidenreich (hinten rechts) mit Kirchgarten-Schülern, die wie alle Klassen von der finanziellen Unterstützung des Fördervereins profitieren.

Babenhausen - (mj) „Es macht wirklich Spaß, schon wegen der Kinder“, sagt Merle Heidenreich. Die Aussage muss man ihr glauben, denn obwohl ihre Kinder die Schule im Kirchgarten längst verlassen haben, engagiert sie sich immer noch als Vorsitzende des Fördervereins.

In diesem Jahr kann der Unterstützerkreis der über 400 Schüler zählenden Grundschule sein 15-jähriges Bestehen feiern. Um den Schulalltag abwechslungsreicher zu gestalten, hatten sich im Dezember 1993 Eltern und Lehrer zu einem Förderverein zusammengeschlossen. Sein Ziel war und ist, die Schule bei Anschaffungen und Veranstaltungen finanziell zu unterstützen. „Durch das knappe Geld wäre in den vergangenen Jahren ohne uns so gut wie nichts gegangen“, sagt die 43-Jährige. Anfang des Jahres sei es durch das Investitionsprogramm des Bundes zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise zum ersten Mal seit Jahren anders gewesen.

Wenn Heidenreich, die zusätzlich noch in einem weiteren Förderverein eines Babenhäuser Kindergartens aktiv ist, auf die bisherigen Leistungen schaut, kann sie diese manchmal nur schwer glauben: So trug man in den zurückliegenden Jahren Fördergelder in Höhe von 70 000 Euro zusammen. Derzeit stehen dem Vorstand mit Merle Heidenreich, Monika Heinlein, Jana Otto, Andrea Seitz und Ute Sobina fünf Frauen vor – mancher vermutet gerade in dieser „Frauenpower“ das Geheimnis des Erfolgs.

Die Liste der finanzierten Projekte ist beeindruckend: Angeschafft wurden zahlreiche Sport- und Spielgeräte für den Pausenhof (darunter Dreiräder und „Doppeltaxis“), Musikinstrumente, ein Brennofen für Keramikarbeiten (2 500 Euro) und Sportbekleidung für Wettkämpfe. Erheblich mitgetragen wurde der Schulgarten (das „grüne Klassenzimmer“), die Schulküche, der Computerraum, die Bücherei und die neue Pausenhofgestaltung. Darunter befinden sich Projekte, die jedes Jahr einen festen Betrag erhalten, wie etwa die Bücherei (500 Euro) oder der Schulgarten für die Anschaffung neuer Pflanzen.

Weiteres Geld steht für Klassenfahrten, Theaterstücke oder Vorträge und Autorenlesungen bereit. Wer die Aufwendungen im einzelnen sieht, stellt fest, dass fast jeden Monat Kosten ganz oder teilweise übernommen worden sind. Wie wichtig diese sind, machte vor kurzem die notwendige Reparatur eines Klettergerüsts deutlich, für das ohne Förderverein kein Geld da gewesen wäre.

Besonders stolz ist man auf die Pausenspielgeräte, die ausnahmslos der Förderverein angeschafft hat. Im Jubiläumsjahr hätte der eingetragene Verein selbst ein Geschenk verdient, doch ihren Geburtstag nahmen die Verantwortlichen zum Anlass, die 19 Klassen der Schule zu beschenken: Die jüngste Anschaffung sind 19 „Twister“-Spiele, die man vor wenigen Tagen beim Sportfest übergab.

Weitere Infos über den Förderverein der Schule gibt’s hier

Das nächste Projekt steht noch nicht fest: „Nächste Woche ist Sitzung. Dann hören wir, was die Schule so braucht und will“, sagt Heidenreich mit einem Lachen. Derzeit hat der Förderverein 115 Mitglieder, der Jahresbeitrag zum Wohl der Babenhäuser Grundschüler beträgt zwölf Euro. Der Kreis der Aktiven beschränkt sich – von Kuchenspenden abgesehen – fast ausschließlich auf die fünf Vorstandsfrauen, die regelmäßig Stände aufbauen.

Das war beim Hochbegabtentag oder beim jüngsten Sportfest nicht anders. Wie lange Heidenreich, die dem Förderverein seit nunmehr elf Jahren angehört, sich noch engagieren will, weiß sie nicht: „Das geht nur, wenn ich eine Nachfolge finde, die zu dieser Aufgabe passt“, sagt die 43-Jährige und betont, dass sich auch dann eines für sie nicht ändern wird: „Mitglied im Förderverein bleib ich für immer.“

Quelle: op-online.de

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