Kreisausschuss stimmt der Integrierten Gesamtschule zu

Offene Schule auf dem Weg zurück

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Der Neubau der OSB kommt gut an. Jetzt wird an der Rückkehr zur alten Schulform gefeilt.

Babenhausen - G8 ist fast überall im Kreis vom Tisch und soll es auch an der Offenen Schule (OSB) bald sein. Das Kultusministerium hat, wie berichtet, nicht befürwortet, dass die Joachim-Schumann-Schule Versuchsschule mit einem G8- und einem schulformübergreifenden Zweig wird. Von Stefan Scharkopf

Nach Ansicht des Schuldezernenten Christel Fleischmann war dies nachvollziehbar: „Die zwischenzeitlich aktualisierte Fassung des Hessischen Schulgesetzes sieht diese Mischform nicht vor. Wir sind froh, nun Klarheit in dieser Frage zu haben. “

Doch nach der Ablehnung stellte sich an der OSB die Frage, wie es nun weitergeht. Beim pädagogischen Tag, der als „Zukunftswerkstatt“ überschrieben war, hat die Gesamtkonferenz der OSB diese Woche den Beschluss gefasst, für 2013/14 die Umwandlung zu einer Integrierten Gesamtschule zu beantragen. Hiermit würde eine Rückkehr zu der früheren Schulform vollzogen, die für den Hauptschulabschluss anstrebende Schüler die übliche fünfjährige, für das Ziel Realschulabschluss bzw. Übergang in die gymnasiale Oberstufe eine sechsjährige Schullaufbahn vorsieht, wie es Schulleiter Rainer Becker in einer kurzen Stellungnahme ausführt. G8 wäre also passé.

Breite Unterstützung in der Schulgemeinde

Der Antrag der Gesamtkonferenz wurde dem Schulträger, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, übermittelt und zwischenzeitlich durch den Kreisausschuss auch positiv beschieden. „Angesichts der sehr breiten Unterstützungsbasis in der Schulgemeinde und seitens der außerschulischen Institutionen hoffen wir nun, dass nach Durchlaufen der erforderlichen formalen Schritte letztlich auch vom Kultusministeriums grünes Licht für die Schulformänderung zum kommenden Schuljahr gegeben wird“, sagt Becker.

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Zweiter Antrag für integratives Modell

Die Integrierte Gesamtschule ist eine Schule, in der Mädels und Jungs mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung gemeinsam unterrichtet werden. Ziel ist, dass die Schüler das gemeinsame Lernen und den sozialen Umgang miteinander erleben und gleichzeitig auch entsprechend ihrem individuellen Leistungsvermögen unterrichtet und vor allem gefördert werden. In der kooperativen Gesamtschule werden die Schüler zwar unter einem Dach unterrichtet, sind aber grundsätzlich in Haupt-, Real- und Gymnasialklassen getrennt.

Integrierten Gesamtschulen wurde es nicht ermöglicht, die gymnasiale Oberstufe innerhalb der Sekundarstufe in fünf Jahren zu erreichen. Im Schuljahr 2004/05 war die OSB in eine Kooperative Gesamtschule umgewandelt worden. 2009 wurde der Antrag zu einer Kooperativen Gesamtschule mit G8-Zweig und einem integrierten Schulzweig gestellt – und vom Kultusministerium abgelehnt. Auch ein zweiter Anlauf brachte nichts. Jetzt strebt die OSB also an, wieder zur alten Schulform zurückzukehren. Vor wenigen Wochen wurde der Neubau bezogen. Die Architektur ist so angelegt, dass die Rückkehr zur alten Schulform und größeren Durchlässigkeit baulich gegeben ist.

Quelle: op-online.de

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