Schüler und Eltern nutzen den Tag der offenen Tür

Suche nach dem Wohlfühlfaktor an Joachim-Schumann-Schule

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Zahlreiche Einblicke über die Joachim-Schumann-Schule gab es beim Tag der offenen Tür. Unter anderem präsentierte die Biologie ihre Ausstattung.

Babenhausen - Grundschüler und Sechstklässler – jeweils mit Eltern – hatten nun die Möglichkeit, das breite Angebot der Joachim-Schumann-Schule an einem Vormittag zu erkunden und sich zu informieren. Von Michael Just 

Normalerweise treten Ulrike Münch, Sandra Roth und Mirzeta Fakic als Lehrerinnen in Erscheinung. Beim Tag der offenen Tür an der Joachim-Schumann-Schule (Offene Schule) wechselten sie in die Rolle des Empfangskomitees. Direkt am Eingang postiert, halfen sie, die Besucher zu den gewünschten Informationen zu lotsen. Zwei Interessengruppen galt es zu begrüßen. Zum einen jene Eltern mit ihren Kindern, für die die Grundschule bald vorbei ist. „Zum anderen unsere zukünftigen Siebtklässler, die sich aus einem riesigen Wahlpflichtbereich für zusätzliche Fächer entscheiden müssen“, erklärte Münch. Mit ihrem Tag der offenen Tür betrat die Schule Neuland: Den fast dreistündigen Zeitraum zum Schnuppern gab es zum ersten Mal. „Bisher hatten wir für die Eltern, deren Kinder in die fünfte Klasse kommen, immer Informationsabende“, berichtet Schulleiter Reiner Becker. Die hatten allerdings den Nachteil, dass keine Möglichkeiten bestand, die integrierte Gesamtschule optisch in Augenschein zu nehmen. Das war am Wochenende anders: Führungen in sämtliche Schulbereiche boten ausreichend Gelegenheit zum Erkunden und Staunen. Eine ganze Reihe von Klassensälen war offen und schuf nicht nur in der Biologie die Möglichkeit, die Ausstattung zu inspizieren.

Formale und inhaltliche Aspekte über das Schulsystem gab es von Schulleiter Becker und seiner Kollegin Dorothee Ahrens. In den Vorträgen war zu erfahren, was Joachim-Schumann-Schule ausmacht. Anders als beispielsweise im Gymnasium bleibt die Klasse länger als offener Verband zusammen und die weitere schulische Entwicklung wird nicht in ein enges Korsett gepresst. „Trotzdem besteht jederzeit die Möglichkeit, ein höheres Kursniveau zu erreichen“, erläuterte Becker. Die Frage integrierte Gesamtschule oder Gymnasium beschäftigte beim Tag der offenen Tür auch Andrea Dreger und ihre Tochter Leni-Rabea. Die beiden kommen aus Seligenstadt, wo es für die Neunjährige nach der Grundschule die Möglichkeit gäbe, auf ein Gymnasium zu wechseln. „Sie will aufs Gymnasium, was auch passen würde, da sie eine gute Schülerin ist“, erklärt die Mutter. Ihr ist wichtig, dass die Tochter für die Wahl ihrer zukünftigen Schule den Wohlfühlfaktor einbezieht. „Für uns zählen heute nicht nur Zahlen und Fakten, sondern ganz wesentlich das Bauchgefühl. Meiner Tochter macht Schule Spaß – und das soll so bleiben“, sagt Deger. Das schätzt in Babenhausen bereits Anna Zöller. Die 14-Jährige stammt aus Mainflingen und kommt jeden Tag mit Bus oder dem Zug in die Gersprenzstadt. „Bisher hab ich es noch nicht bereut“, meint die Schülerin, die ihre Erfahrungen im direkten Austausch mit den Besuchern weitergab.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Beim Wohlfühlfaktor kann die Schule punkten: Erst vor wenigen Jahren wurde die Bildungseinrichtung komplett neu gebaut. Seitdem gilt sie mit ihrem Ganztagsangebot als einer der schönsten und modernsten Schulen im Kreis. Zu den großzügig ausgestatteten Jahrgangsbereichen und den multimedialen Smartboards in allen Räumen gesellen sich Verpflegungsmöglichkeiten in Mensa und Cafeteria sowie eine ganztägig geöffnete Bibliothek als Arbeits- und Rückzugsort. Für die Schüler bilden die über die Woche verteilten Lern-, Übungs- und Anwendungsphasen eine attraktive Basis, den größten Teil ihrer Aufgaben in der Schule zu erledigen. Geschätzt wird zudem der musikalische Schwerpunkt, der Musikklassen bereithält und die vielfältigen Anstrengungen, möglichst früh in die Berufsorientierung einzusteigen. Trotz des demographischen Wandels hat die Schule keinen Mangel an Schülern. Stattdessen werden – trotz des Neubaus – Platzprobleme evident und immer wieder Räume aufgrund der vielen Angebote knapp. Wie ein Lehrer bei der Führung sagte, müsse wohl zukünftig überlegt werden, ob neue Säle durch einen inneren oder äußeren Ausbau geschaffen werden.

Quelle: op-online.de

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