Tag der offenen Tür an der Bachgauschule

„Wir haben ein Kulturprofil“

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Bachgauschule wirbt mit Individualität für Besuch der gymnasialen Oberstufe. Welche Schule ist die richtige? Besucher der Bachgauschule sammelten Eindrücke vom Leben an dem Oberstufengymnasium.

Babenhausen - Welche weiterführende Schule ist die richtige für mich? Jugendliche, die auf dem Sprung in die gymnasialen Oberstufe sind, machen sich derzeit kundig im Dschungel der Angebote. Viele Schüler Babenhausens wählen den kurzen Weg. Von Ursula Friedrich 

Nicht, weil die Bachgauschule flott zu erreichen ist. Beim Tag der offenen Tür überzeugten Schüler, Schulleitung und Kollegium des Oberstufengymnasiums mit der gelungenen Demonstration von Schulinhalten. „Den Wechsel nicht von der Freundin abhängig machen“, riet Schulsprecherin Alisha Grunze zwei jungen Mädchen, die derzeit noch die Bank an der Eichwaldschule in Schaafheim drücken. Beide waren unschlüssig, welche weiterführende Lehranstalt die richtige ist, und wollen weitere Angebote im Landkreis Darmstadt-Dieburg nutzen.

„Im Gegensatz zur großen LGS in Dieburg ist es bei uns überschaubarer“, erklärte Nikolas Schmiedecke aus der Schülervertretung, „richtig super, ein schönes, familiäres Verhältnis“. Obwohl die Bachgauschule derzeit nur 330 Schüler in drei Jahrgängen hat, werden im Leistungskurs-Angebot durchaus weniger populäre Fächer angeboten. „Die Schüler bekommen jetzt die Chance, den lang begehrten Sport-LK zu wählen“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Gitta Nübel-Weber. Auch Französisch ist möglich, für Physik gab es zu wenig Interessierte. Informatik wählen viele Schüler in der Qualifikationsphase (Q) wieder ab. Nübel-Weber: „Acht Schüler sollten es sein, um einen Leistungskurs anzubieten.“

Die Bachgauschule punktet mit besonderen Akzenten. „Wir haben ein Kulturprofil“, so die Konrektorin, „uns ist wichtig zu zeigen, dass Bildung nicht immer wirtschaftlich verwertbar sein muss.“ Die Persönlichkeit kreativer, wissbegieriger, kulturell und sprachlich begabter Menschen herauszuarbeiten, ist ein anderer Ansatzpunkt.

Dem wird durch besondere AGs und Kurse, Chorprojekt, Film-AG, Schülerzeitung, Kulturtage und mehr Rechnung getragen. Studienfahrten, ein Austausch mit der Partnerschule in Ungarn, eine Reise nach Peking, sprachliche Qualifikationskurse Delf und das Cambridge-Zertifikat werden angeboten. Individueller, familiärer kann eine kleinere Schule arbeiten. „Man kennt die Lehrer viel besser, man ist nicht anonym und sie sprechen einen an, wenn es einem mal schlecht geht“, so Schulsprecherin Alisha. Im Raum des Geschichts-LKs ließ sie sich von den dortigen Schülern begeistern. „Ich habe auf dem Dachboden von meinem Opa diese alte Kiste gefunden“, erzählte Kilian – dieser Schatz mit Briefen, Büchern und historischen Karten aus dem Zweiten Weltkrieg ist für die Historiker aus dem Geschichts-LK Michael Gremier wie ein Schatz.

Die Auswertung der vielen zeitgenössischen Dokumente aus dem Leben des Opas, der zwei Mal in den Russlandfeldzug musste und zwei Mal angeschossen wurde, begeistert die Jugend, die ihre Euphorie nur zu gerne an Besucher weitergaben. Etwas schwieriger gestaltete sich ein Gespräch mit Schulleiterin Christina Martini-Appel, die stetig von Eltern und Schülern umlagert war. Und sich mit der Entscheidung befassen, welche weiterführende die richtige ist.

Quelle: op-online.de

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