Oliver Schröbel

Vom Wingert in den Landtag?

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Oliver Schröbel bewirbt sich als SPD-Kandidat für den Landtag. Bislang arbeitet er als Geschäftsführer der Odenwälder Winzergenossenschaft.

Dieburg - Der Groß-Umstädter Oliver Schröbel bewirbt sich für die SPD als Kandidat für hiesigen Wahlkreis 52. Er sieht sich als bodenständigen Abgeordneten. Von Ulrike Bernauer

Bis jetzt war Oliver Schröbels Leben ganz dem Wein verschrieben, nun kann sich der Geschäftsführer der Odenwälder Winzergenossenschaft nicht nur vorstellen, in die Politik zu wechseln, sondern er betreibt ganz aktiv diesen Wechsel. Für die SPD will er bei der nächsten Landtagswahl als Vertreter des Landkreises antreten und bei geglückter Wahl in den Landtag einziehen. „Ich bin glücklich mit meinem Beruf, aber ich bin der Meinung, dass auch ein paar bodenständige Abgeordnete die Interessen der Bürger im Land vertreten sollten“, sagt Schröbel (37 Jahre).

Am heutigen Dienstag wird die SPD in Ober-Klingen mit der Nominierungskonferenz für den Wahlkreis 52 den Reigen zur Aufstellung ihrer Landtagskandidaten abschließen. Dieser Wahlkreis umfasst den östlichen Teil des Kreises Darmstadt-Dieburg mit den Kommunen Babenhausen, Dieburg, Eppertshausen, Fischbachtal, Groß-Bieberau, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern, Münster, Otzberg, Reinheim und Schaafheim. Um die Ersatzkandidatur bewirbt sich Catrin Geier aus Groß-Zimmern.

Der Winzer aus Geisenheim

Schon mit 16 Jahren begann Schröbel, der in Dieburg aufgewachsen ist, seine Ausbildung zum Winzer in Geisenheim. Eine Sektkellerei in Stuttgart, die Ausbildung zum Weinbaumeister und Techniker, ein Jahr in einem Privatweingut im Rheingau, sowie Teamleiter in der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden waren seine beruflichen Stationen, bevor er als sehr junger Geschäftsführer, 26 Jahre war er alt, die Stelle bei der Winzergenossenschaft annahm.

Der Winzergenossenschaft will Schröbel auch nach seinem Einzug in den Landtag, sollte der klappen, treu bleiben. „Ich will Vinum autmundis auch weiterhin zur Verfügung stehen, schließlich wohne ich in Groß-Umstadt, da lässt sich das zumindest mit einigen Stunden bewerkstelligen.“

Aus einer uralten SPD-Familie

Oliver Schröbel ist ein Quereinsteiger in die Politik, 2008 trat er der SPD bei, seit 2011 sitzt er für die Sozialdemokraten im Umstädter Stadtparlament. Er entstammt zwar einer uralten SPD-Familie, der Ururopa war SPD-Bürgermeister in Semd, die nachfolgenden Generationen hielten der SPD zwar die Treue, waren aber nicht parteipolitisch aktiv. Die kommunalen Finanzen liegen dem Umstädter am Herzen: „Den Städten und Kreisen wird der Hahn abgedreht, das ist längerfristig nicht hinzunehmen.“ Ein weiteres Thema, das ihn umtreibt, ist die demographische Entwicklung. Der Winzer rechnet sich gute Chancen gegen seinen voraussichtlichen Gegenkandidaten Manfred Pentz (CDU) aus, der den Wahlkreis zurzeit im Landtag vertritt.

Oliver Schröbel ist verheiratet. Seine Hobbys sind „ganz klar der Weinbau, schließlich habe ich einen eigenen Wingert mit rotem Riesling“, aber auch das Fahrradfahren, das Wandern und Tauchen. Zur Familie gehört auch noch Cockerspaniel Murphy.

Quelle: op-online.de

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