Online Einblick in „normalen“ Schulalltag

Viele nutzen digitalen Informationstag der Bachgauschule Babenhausen

Lernen am PC und nach digital übermitteltem Plan mit Griff zum Lehrbuch, so sieht Homeschooling derzeit auch an der Bachgauschule aus.
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Lernen am PC und nach digital übermitteltem Plan mit Griff zum Lehrbuch, so sieht Homeschooling derzeit auch an der Bachgauschule aus.

Digital statt analog ist fast überall das Gebot der Stunde. So ging - wie bereits an der Joachim-Schumann-Schule auch an der Bachgauschule der traditionelle Info- und Kennenlerntag für Schüler und Eltern, die sich für eine Aufnahme am Oberstufengymnasium interessieren, digital über die Bühne.

Babenhausen – Neben Filmen, Bildern und Informationstexten auf der Schul-Homepage, die den Besuchern einen guten Einblick boten, lud die Schulleitung außerdem zu einem Online-Meeting über eine digitale Plattform ein. „Parallel dazu hatte ich meine Telefonnummer angegeben, falls Teilnehmer technische Probleme gehabt hätten. Aber es verlief alles unproblematisch“, sagt Schulleiterin Anja Heimer, erfreut über die gute Resonanz von 65 Teilnehmern beim Online-Meeting, das mit einer vom Lehrer Stefan Schüttler erstellten Präsentation startete. Danach stellten die Teilnehmer noch über eine Stunde direkt Fragen an das Schulleitungsteam, eine Schülerin des Abiturjahrgangs und den Vorsitzenden des Schulelternbeirats.

Interesse war also da. Was nicht wundert, denn in „normalen“ Zeiten herrscht reges Treiben am „Tag der offenen Tür“ an der Oberstufenschule, die ein besonderes Kulturprofil pflegt.

Neben den Abgängern der beiden Gesamtschulen in Babenhausen und Schaafheim bemühen sich auch Jugendliche anderer Schulen – vor allem aus dem benachbarten Bayern – jedes Jahr darum, an der kleinen, familiären Schule mit insgesamt nur knapp 400 Schülern in drei Jahrgängen einen Platz zu ergattern. „Etwa ein Drittel der Schüler kommt aus Bayern“, sagt die Schulleiterin. In der nächsten E-Phase, also der elften Klasse, werden rund 140 neue Schüler aufgenommen. „Größer wollen wir auch gar nicht werden“, so Heimer, die das Oberstufengymnasium seit diesem Schuljahr leitet und den Unterricht im Pandemie-Modus managen muss.

Bis auf den Abiturjahrgang werden alle Schüler über die Plattform Microsoft Teams ausschließlich in Distanz unterrichtet. Für Endgeräte zum Ausleihen ist gesorgt. Der Landkreis als Schulträger hat 35 iPads zur Verfügung gestellt, außerdem kamen durch eine Spendenaktion des Schulfördervereins weitere 15 dazu und im Fundus der Schule befinden sich weitere Note- und kleinere Netbooks. „Wir haben vom Schulträger auch einen Drucken erhalten, auf dem die Schüler sich in der Schule Arbeitsblätter und anderes ausdrucken können“, sagt Heimer.

Das WLAN würde, wenn alle zeitgleich in der Schule und an bestimmten Zugangsknotenpunkten digital aktiv wären, nicht reichen. „Die Kapazität der Leitungen reicht nicht aus, aber der Glasfaserausbau soll kommen“, so Heimer, die sich bei der nötigen Digitalisierung im Sommer von der IT-Abteilung des Schulträgers gut unterstützt fühlte: „Sie haben alles schnell und unbürokratisch zum Laufen gebracht:“

Beim Abiturjahrgang, der an vielen Schulen komplett in Präsenz unterrichtet wird, geht man in Babenhausen einen Sonderweg, wie Heimer erläutert: „Der Abiturjahrgang ist bei uns nicht in Dauerpräsenz. Wir wechseln zwischen Distanzunterricht und Anwesenheit vor Ort. Und zwar auf Wunsch der Schüler und Eltern und in Absprache mit dem Staatlichen Schulamt. Der Videounterricht läuft so gut, dass die Schüler ihn – auch aus Sicherheitsgründen – sogar bevorzugen. Die Abiturienten sind in der Woche nur zwei bis drei Tage an der Schule. Ein Kurs ist immer auf zwei Räume aufgeteilt. Was den Nachteil hat, dass der Lehrer immer zwischen den beiden Räumen hin und herlaufen muss. Die Effizienz ist so eigentlich geringer, als wenn über Teams in Distanz unterrichtet wird.“

Die gute Nachricht mit Blick auf das anstehende Abitur: „Inhaltlich haben wir bereits alles für das Standard-abitur bearbeitet und wir haben sogar noch acht Wochen Zeit für weitere Vorbereitungen. Denn schon im vergangenen Jahr wurde beschlossen, dass der Termin nach hinten, nach den Osterferien, geschoben wird. Start ist am 21. April“, sagt Heimer.

Aber im Corona-Jahr ist nicht nur zeitlich ein bisschen mehr Luft. Denn im Landesabitur erhalten die Schulen in diesem Jahr vom Hessischen Kultusministerium in jedem Prüfungsfach einen zusätzlichen Aufgabenvorschlag, damit die Lehrkraft vor Ort nach dem Kenntnisstand der Prüflinge eine entsprechende Vorauswahl treffen kann. (Von Petra Grimm)

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