Bemalte Eier und wärmendes Feuer

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Mit der Sonne kamen am Sonntag auch die Besucher. In der Bummelgass´ herrschte zeitweise drangvolle Enge.

Babenhausen - Mit 100 Marktbeschickern, zwölf Betrieben bei der Gewerbeschau und 70 Hobbykünstlern in der Stadthalle – 20 mehr als in den Vorjahren – hatte Helmut Fendt am Wochenende wieder eine echte Großveranstaltung auf die Beine gestellt. Von Petra Grimm

Vor der offiziellen Eröffnung des inzwischen 21. Ostermarktes am Samstagvormittag war der Vater aller Babenhäuser Märkte ein bisschen außer Puste. Denn er hatte schon einige Kilometer auf der Marktmeile, die von der Platanenallee durch die Bummelgasse bis zur Michelsbräu führte, zurückgelegt. Umrahmt von den Klängen des evangelischen Posaunenchores aus Langstadt wünschten Landrat Klaus Peter Schellhaas und Bürgermeisterin Gabi Coutandin der Veranstaltung, die auch von der Stadt und einigen Vereinen unterstützt wird, gutes Gelingen.

Die Partnerstädte Bouxwiller und Lichtentanne präsentierten sich ebenfalls mit Ständen. Die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft im Allgemeinen und der Partnerschaft zwischen Babenhausen und Bouxwiller im Besonderen hob Alain Janus, Mitglied der Bouxwiller Delegation, bei der offiziellen Eröffnung hervor: „Egal welcher Präsident in Frankreich jetzt gewählt wird, das wird an unserer Partnerschaft nichts ändern. Die Deutschen und die Franzosen werden weiter zusammen am gemeinsamen Haus Europa bauen und gegen die Krise kämpfen.“

Bilder vom Ostermarkt

Ostermarkt lockt zahlreiche Besucher

Allerlei Dekoratives zum nahenden Osterfest gab es zu sehen.

„Es sei kein kleines Päckchen aus Unterhaltung, Kommerz und Kreativität“, sagte die Bürgermeisterin über die dreiteilige Veranstaltung, die am Samstag unter dem kühlen, trüben Wetter litt. Menschenmassen waren da nicht unterwegs. Und Bratwurst ging definitiv besser als California Ice Cream. Am Abend wärmten sich aber trotzdem einige große und kleine Babenhäuser am Osterfeuer und genossen das Feuerwerk. „Für die Händler war es am Samstag schon ziemlich enttäuschend. Es war einfach zu kalt“, sagte Fendt am Sonntagvormittag. Aber der zweite Markttag war dafür von der Sonne beschienen – und die Innenstadt proppenvoll. Viele Besucher nutzten das breite Angebot. Das kennzeichnet den Babenhäuser Ostermarkt, dass es kaum etwas gibt, das es nicht gibt. Wer sich über Markisen informieren wollte, Frühlingsschmuck, geflochtene Körbe, Taschen, T-Shirts oder warmes Brot aus einem mobilen Steinofen kaufen wollte, war ebenso am richtigen Ort, wie Menschen, die immer schon mal ihren Namen in ein Reiskorn gravieren lassen wollten.

Die jüngeren Besucher unterhielten sich auf dem Autoscooter, dem Bungee-Trampolin oder beim Schminken. Eine in dieser Vielfalt wohl einmalige Gelegenheit, ein originelles, handgefertigtes Ostergeschenk zu erstehen, hatten die Besucher in der Stadthalle. Hier präsentierten sich neben den Hobbykünstlern auch der i-Punkt der Stadt, die Sozialstation und einzelne Vereine.

Mit Folienstiften kunstvoll bemalten Eier

An einigen Ständen grünte und blühte es. Ein Zeichen dafür, dass der Frühling langsam, aber sicher naht.

Und es war beeindruckend, mit welcher Geduld und welchem Können die Kreativen aus der Umgebung ihr Kunsthandwerk betreiben. Ein echter österlicher Vorbote war beispielsweise der Tisch von Christel Goll aus Dieburg. Ihre mit Folienstiften kunstvoll bemalten Eier – ganz klassisch von Hühnern oder auch eher ausgefallen von Straußen – erinnerten manchen Besucher an Kindertage, als man selbst beim Eier ausblasen eine sagenhafte Schweinerei in Mutters Küche veranstaltete. Goll, die für ihre Kunstwerke zahllose, ausgeblasene Eier benötigt, macht das aber nicht mit ihrem Mund, sondern benutzt einen speziellen Bohrer mit einem Sauger. „Mit dem Mund ausblasen ist ja auch unhygienisch, wenn man die Eier noch weiterverwenden möchte. Außerdem hat man dann zwei Löcher im Ei“, sagte sie.

Ihre Exponate, für deren Verzierung sie etwa eine Stunde im Einsatz ist, haben nur ein Loch, in dem das Bändchen zum Aufhängen befestigt ist. Weiden- oder Haselzweige in der vorösterlichen Zeit mit bemalten Eiern zu verzieren, komme aber aus der Mode, so ihre Erfahrung der letzten Jahre. „Diese Tradition geht scheinbar verloren“, bedauert sie.

Quelle: op-online.de

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