Bei winterlichen Temperaturen

Ostermarkt der vielen Ideen - und mit Glühwein

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Natalie im Osterhasenkostüm verteilt Eier an die Gäste bei der offiziellen Eröffnung (von links) 1. Stadtrat Reinhard Rupprecht, die Harreshäuser Ortsvorsteherin Heidrun Koch-Vollbracht, den Babenhäuser Ortsvorsteher Reinhold Gottstein und Wulf Heintzenberg.

Die eine oder andere Schneeflocke tänzelte durch die Luft bei der offiziellen Eröffnung des Ostermarktes.

Babenhausen – Dabei hatte Marktorganisator Helmut Fendt die Musiker des evangelischen Posaunenchors aus Langstadt kurz zuvor sogar scherzhaft gewarnt: „Ihr dürft auf keinen Fall den Schneewalzer spielen“. Das Wetter war am Samstagvormittag tatsächlich eher weihnachtsmarkttauglich, und Standbetreiber, die kurzfristig Glühwein in ihr Angebot aufgenommen hatten, waren bestimmt auf der Gewinnerseite.

Mit hundert Marktbeschickern in den Gassen, 70 Hobbykünstlern in der Stadthalle und einem guten Dutzend Gewerbetreibenden auf dem Parkplatz davor war am Wochenende eine echte Großveranstaltung geboten, die die Vergnügungsbetriebe Angelika Fendt 1992 zum ersten Mal auf die Beine gestellt hatten. Allerdings noch nicht in diesem Rahmen.

Faszinierende Handarbeiten und interessante Gespräche mit Künstlern lockten in die Stadthalle, wo es auch diese goldigen Bären zu sehen gab.

Eine Hobbykünstlerausstellung, die Gewerbeschau, das Osterfeuer des Gewerbevereins und der verkaufsoffene Sonntag in vielen Geschäften waren nach und nach dazugekommen, sodass der Ostermarkt bei seiner 28. Auflage trotz der knackigen Temperaturen auch ein Magnet für viele Gäste von außerhalb war. Werbung für die Gersprenzstadt und ihre malerische Altsstadt zu machen, sei von Anfang an eine Motivation für die Organisation der Veranstaltung gewesen, so Fendt. Das Sortiment der fliegenden Händler war wie üblich weit gefächert und reichte von Frühlingsdekoration, floralen Gestecken und Osterhasen in allen Variationen über T-Shirts, Taschen, und Haushaltswaren bis zu kulinarischen Verlockungen aus aller Herren Länder. Ein Autoscooter, Bungee-Jumping auf Trampolinen oder auch Karussells sorgten für Spaß bei den jüngeren Besuchern. Einige Vereine beteiligten sich mit Info-Ständen oder Kaffee und Kuchen.

Bei der Eröffnung durch Helmut Fendt und Bürgermeister Joachim Knoke waren auch die beiden Partnerstädte Bouxwiller und Lichtentanne durch ihre Bürgermeister Alain Janus und Tino Obst vertreten. Janus sprach die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft und die Europawahl an. Obst betonte das Interesse, die Partnerschaft der beiden Städte, die bisher vor allem im Jugendbereich wirke, weiter auszubauen.

Faszinierende Handarbeiten und interessante Gespräche mit den Künstlern und Bastlern lockten in die Stadthalle, wo unter den Kreativen einige bekannte Gesichter zu entdecken waren. So präsentierte Ingrid Berlich aus Bad Vilbel wieder ihre zauberhaften Bären, die sie, „auf traditionelle Weise wie das Frau Steiff früher gemacht hat“, anfertigt. Eine aufwendige Arbeit, die vor etwa 20 Jahren zu ihrem Hobby wurde und mit einer Bastelpackung begann. Sie belegte Zuschnittkurse und brachte sich immer mehr selbst bei. „Das Material muss stimmen“, so ihr überzeugtes Credo.

Ostermarkt 2019 in Babenhausen: Bilder 

Bei der Hobbykünstlerausstellung in der Stadthalle wurde Schmuck munter anprobiert.

Berlich arbeitet ausschließlich mit Mohair. Zum Füllen der fantasievoll gekleideten Kuscheltiere nimmt sie für Allergiker geeignete Spezialwatte. „Die Glasaugen werden ganz traditionell eingezogen und das Gesicht bestickt“, erklärte sie. Über tausend Bären und einige Hasen hat sie seither geschaffen, eine Auswahl präsentiert sie jedes Jahr auf 15 Märkten in der ganzen Region.

Zum Thema „Upcycling“, also dem Aufwerten gebrauchter Dinge, fiel der Stand von Marina Fassing ins Auge. Die Babenhäuserin verwandelt mit Hilfe bunter Holzperlen, Aludraht und mehr ausgediente Kaffeekapseln, die sonst im Hausmüll landen, in dekorative Püppchen. „Ich selbst habe keine solche Kaffeemaschine, aber Bekannte sammeln die Kapseln für mich“, sagte sie. Wer dort kein Ostergeschenk fand, dem war nicht mehr zu helfen: handgefertigte Grußkarten, Holzarbeiten, Puppenstuben, Schmuck, Liköre oder gehäkelte Fingerpüppchen. Neben Ideenreichtum, Geduld und Handfertigkeit zeichnet viele Hobbykünstler eine weitere Eigenschaft aus, wie sich in Gesprächen zeigte. „Ich schaue eigentlich nicht viel fern“, sagten einige.

VON PETRA GRIMM

Quelle: op-online.de

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