Panzerknacker scheitern an Lichtschranke

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Lehrerin Dr. Johanna Ripper betreute beim Tag der Offenen Tür Schülerinnen beim Genetik-Quiz.

Babenhausen ‐ Alarm schrillt durch die Bachgauschule. Auslöser sind zum Glück aber keine Einbrecher, sondern lediglich Besucher, die sich am Tag der offenen Tür des Babenhäuser Oberstufengymnasiums am „Panzerknacker-Parcours“ versuchen. Von Melanie Welters

Wie jedes Jahr Anfang Februar öffnete die Bachgauschule ihre Pforten, um Einblicke in die Fachbereiche und Angebote der Schule zu gewähren. Auch diesmal warteten zahlreiche Aufführungen, Ausstellungen und Mitmachaktionen auf die Besucher. Für das leibliche Wohl sorgte die Schülervertretung mit Kaffee und Kuchen, deren Erlös den Opfern des Erdbebens in Haiti zugute kommen wird.

Unüberhörbarer Höhepunkt des Tages war ein Geschicklichkeits-Parcours unter dem Motto: „Mission Impossible“ im abgedunkelten Physiksaal. Dabei galt es, zu einem Tresor mit kleinen Präsenten zu gelangen, ohne einen Alarm auszulösen. Als Schikane waren Lichtschranken zu überwinden, denen nur ausweichen konnte, wer mit Wasserzerstäubern die Laserstrahlen sichtbar machte. Viele Besucher versuchten hier ihr Glück. Physiklehrer Manfred Charrier: „Mit ganz einfachen Mitteln haben wir die Lichtschranken aufgebaut und dazu lediglich zwei Spiegel, Laserpointer und einen Alarmmelder benutzt.“

Demonstrationen in Physik und Projektarbeit in Geschichte

Im schummerigen Licht des Klassenraums waren auch einige Geräte der neuen Physiksammlung ausgestellt. „Das hier ist ein Fadenstrahler. Ähnlich wie in der Braun'schen Röhre werden darin Elektronen aus einer Elektronenkanone durch ein Magnetfeld umgelenkt und im Gas sichtbar gemacht“, erklärte Tim Kolb aus dem Physik-Leistungskurs. Er freute sich über die neue Ausstattung: „Das macht viel mehr Spaß, als jeden Versuch immer nur auf dem Papier zu sehen.“ An einem anderen hochmodernen Gerät beschrieb er die Influenz: „Das ist im Prinzip genauso, wie mit einem Luftballon die Haare zu elektrisieren.“

Großen Anklang fand auch „Zeitenwende“, ein Film zum Thema „20 Jahre deutsche Einheit“, den der Geschichts-Leistungskurs des zwölften Jahrgangs selbst produziert hatte. Entstanden war er im Rahmen des Unterrichts als Beitrag zum diesjährigen Schülerwettbewerb des hessischen Kultusministeriums. „Die Schüler haben selbstständig Zeitzeugen des Mauerfalls aus dem Schulumfeld ausfindig gemacht, interviewt und gefilmt“, berichtete Lehrerin Gitta Nübel-Weber, die das Projekt betreut hatte. In Eigenregie wurden Fragen erarbeitet, Zwischentexte geschrieben und Bildrecherche betrieben, um schließlich einen professionellen Film zu erstellen. „Uns allen hat es großen Spaß gemacht und wir haben viel gelernt“, resümierte Laura Berg aus dem Produktionsteam. „Jetzt sind wir natürlich gespannt, ob wir einen Preis gewinnen.“

Theater AG mit „Der gestiefelte Kater“ in der Aula

Auch der Fachbereich Deutsch brachte ein eigenes Werk auf die Leinwand. Sechs Schüler der elften Klasse hatten einen zuvor im Unterricht gelesenen Roman verfilmt. Gedreht wurde an zwei Tagen unter anderem in der Babenhäuser Stadtkirche und am Main. Christin Becker war stolz auf die Arbeit ihrer Gruppe: „Es hat gut geklappt, obwohl wir spontan und ohne Drehbuch gearbeitet haben.“

Unterdessen gab es in der Aula kräftigen Szenenapplaus für die Theater-AG: Schon im letzten Sommer hatte sie mit der Aufführung von Tiecks Komödie „Der gestiefelte Kater“ in der Stadthalle den Besucherrekord gebrochen. Tanz und musikalische Darbietungen rundeten das kulturelle Programm in der Aula ab.

Erinnerungen an die letzte Studienfahrt nach China

Im Mathematikraum konnten Denksportler ihre Kombinationsfähigkeit an den Stationen einer Knobelstraße unter Beweis stellen. Gleichzeitig wurde bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Minarett-Verbot“ unter der Leitung zweier Politik-Leistungskursler eifrig debattiert. Wer es etwas ruhiger mochte, hatte im Fremdsprachen-Fachbereich die Gelegenheit, bei Tee und englischem Gebäck den verschiedenen Präsentationen sprachbegeisterter Zwölftklässler zu lauschen. Bei einem kniffligen Fremdsprachenquiz winkten attraktive Preise wie ein dreisprachiges Kochbuch und exquisite französische Köstlichkeiten. Während im Fachbereich Geschichte eine Ausstellung über die DDR zu besichtigen war, drehte sich im Biologieraum alles um Genetik und Mikroskopie. Die große Kunstausstellung in der Aula zeigte verschiedene praktische Arbeiten aller Jahrgänge. Actionreich ging es beim Sportkurs des 13. Jahrgangs zu: Es wurde „Futsal“ gespielt, eine Variante des Hallenfußballs.

Ganz im Zeichen der letztjährigen Studienfahrt nach Peking war der Erdkunderaum dekoriert. Alle Schüler, die in den Herbstferien daran teilgenommen hatten, schwärmten von der Zeit in der chinesischen Hauptstadt. Auch im nächsten Jahr plant Lehrerin Gabriele Gottschalk, eine solche Reise anzubieten. „Am liebsten würde ich 2011 wieder mitfliegen“, bekannte Sascha Sandebeck und auch Chris Schwickart schwelgte in Erinnerungen: „Es war toll, eine ganz andere Kultur kennen zu lernen und dort den Unterricht mitzuerleben.“

Quelle: op-online.de

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