Parlament segnet Vorhaben ab

Babenhausen - Die Stadtverordnetenversammlung hat mit großer Mehrheit die Vor-aussetzungen dafür geschaffen, dass das Unternehmen KS eine Senioren-Residenz auf dem Michelsbräu-Gelände errichten kann. Von Stefan Scharkopf

Die Firma kann jetzt einen Bauantrag stellen und in die Detailplanung gehen. Bei der Offenlegung der Pläne können Anwohner der Spessartstraße, die wegen der Höhe des Baus, aus ihrer Sicht ungeklärter Fragen zu Parkplätzen und der Beeinträchtigung des Stadtbildes Nachbesserungen fordern, offiziell ihre Bedenken einreichen.

Eine deutliche Ablehnung des Projekts kam von der parteilosen Abgeordneten Ina Donnhauser. Für sie wird das Seniorenheim in einer „hässlichen Lage“ entstehen. Zuerst müsse man an die Bedürfnisse der alten Menschen denken, nicht ans Geld. Ingrid Schumacher („Bürger“) hatte ebenfalls Zweifel. Sie favorisiere zwar ein Seniorenheim in der Innenstadt, aber nicht in dieser Größe und nicht als „klotzigen Solitärbau“ mit 55 Metern Länge und 15 Metern Höhe. Die Freien Wähler enthielten sich der Stimme, weil für sie noch Fragen ungeklärt sind. Ihr Antrag, die Angelegenheit nochmal im Bauausschuss zu beraten, wurde abgelehnt.

Lieferverkehr über Michelsbräu-Einfahrt

Zustimmung kam von allen anderen Parlamentariern. Andrea Möbius (FDP) sagte, noch kein Investor sei im Vorfeld auf die Bedenken der Anwohner so eingegangen wie KS. Der Lieferverkehr erfolge über die Einfahrt der Michelsbräu, die Küche sei verlegt worden, um Gerüche von den Anwohnern fern zu halten. Parkplatzprobleme seien gering, weil kaum Besucherverkehr zu erwarten sei.

Friedel Sahm (CDU) warb dafür, am Investor festzuhalten. Keinesfalls dürfe das Projekt wieder scheitern wie beim ehemaligen Feuerwehrgelände. Werde in Babenhausen nicht gebaut, dann eben in der Nachbarschaft. Die Städte befänden sich in einem Wettbewerb. Das Projekt sollte nicht zerredet werden.

Im Verfahren werden Bürger nochmal gehört

Bürgermeisterin Gabi Coutandin erinnerte daran, dass es sich bei der Entscheidung im Parlament zunächst nur um einen Aufstellungsbeschluss gehe. Im Verfahren würden die Anwohner nochmal gehört. Der Investor habe die Bettenzahl um 20 reduziert, das Gebäude der Michelsbräu an der Spessartstraße komme weg und werde durch einen kleinen Park ersetzt, die Zahl der Stellplätze auf dem Gelände sei von 13 auf 17 erhöht worden. In den kommenden Jahren würden die Parkplätze an der Lache sukzessive erweitert. Das Projekt sei zu begrüßen. Coutandin: „Die Stadt verändert sich, und wir sollten offen sein für Wandel. Die alten Menschen wollen in der Innenstadt untergebracht werden und nicht in der Pampa“.

Quelle: op-online.de

Kommentare