Offizielle Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeuges gerät zum Fest

Mit Pauken, Trompeten und Rauch

Viele Langstädter Bürger interessierten sich auch für die reichhaltige Ausstattung des neuen Löschgruppenfahrzeugs. Fotos: zba

Langstadt – Ein wenig ungläubig schaute Langstadts Wehrführer Heiko Plischke auf den großen Schlüssel, den ihm Bürgermeister Achim Knoke am Sonntag überreichte. Folgerichtig zweifelte er so auch an, ob der Riesenschlüssel denn in das Zündschloss passe.

Aber beeindruckend war das Teil schon. Genauso wie das neue Fahrzeug, das die Langstädter Freiwillige Feuerwehr bei einer Feierstunde offiziell in Dienst stellte.

Dabei hatte es seine Feuertaufe sogar schon hinter sich. Viele Stunden hatten die Wehrleute das neue Löschgruppenfahrzeug 10 (LF 10) gewienert, damit es am Sonntag der Öffentlichkeit adrett und geschmückt vorgestellt werden konnte. Doch dann kam noch ein Einsatz dazwischen. Stadtbrandinspektor Achim Frankenberger lobte es so auch als „das am besten geputzte Fahrzeug bei einem Einsatz wegen eines Brandes auf einem Stoppelacker“, der sich zwischen Langstadt und Kleestadt am Tag vor der offiziellen Indienstnahme ereignet hatte. Wie die Gäste der Feier aber sehen konnten, waren Langstadts Feuerwehrleute wieder fleißig gewesen und das Fahrzeug strahlte mit der Sonne um die Wette.

Das Stück „Eye of the tiger“ von der Gruppe Survivor erklang, als das neue LF 10 aus der Fahrzeughalle rollte. Dazu quoll künstlicher Rauch aus dem Gebäude. Geschmückt war es wie eine Kuh beim Almabtrieb mit einer Girlande und einem Blumenstrauß. Vielleicht hatten sich die Langstädter Kameraden von ihren Kärntner Kollegen der Partner-Feuerwehr aus Trebesing inspirieren lassen. Letztere waren ebenfalls mit einer kleinen Abordnung, darunter vier Frauen, vertreten und überreichten den Langstädtern ihr Geschenk. Die Damen trugen Dirndl, die Herren Lederhosen und zur Übernahme ihrer Patenschaft, in Kärnten ist das so Brauch, brachten sie einen rustikalen Stehtisch mit, mit praktischem Innenfach für die Aufbewahrung des Hochprozentigen, den sie praktischerweise auch dabei hatten.

Vorher hatte Plischke das neue Fahrzeug vorgestellt. Es ersetzt das 34 Jahre alte LF 16 vom Typ Steyr. Das hatte zum Schluss etliche Wehwehchen, die der Technische Prüfdienst schon 2018 moniert hatte. Fahrzeugpumpe, Koppelstange und Bremsen waren betroffen und das Fahrzeug verlor Kühlwasser. Schnelle Abhilfe war deshalb nötig, und so kauften die Langstädter ein Fahrzeug von der Stange. Das alte Auto wurde zumindest notdürftig repariert und noch einmal vorübergehend einsatztauglich gemacht. Es ist auch jetzt nicht ganz in den Ruhestand geschickt worden, die Trebesinger Gäste haben es abgeholt und noch eine Verwendung für den alten Steyr.

Im Oktober habe man bei der Firma Magirus in Ulm ein Vorführfahrzeug LF 10 EC-Line besichtigt und schnell festgestellt, dass dieses eine passende Lösung für Langstadt ist. Zudem kam der Stadt das Fahrzeug gelegen. Mit 263 000 Euro war es deutlich günstiger als eines, das die Langstädter sich individuell zusammenstellen hätten lassen. Am 9. Mai erreichte die Neuerung Langstadt.

Das Fahrzeug hat eine Leistung von 290 PS und ist mit Euro-6-Norm ausgestattet, könnte also auch in die Darmstädter Innenstadt fahren. Das Baujahr ist 2019, der Funkrufname „Florian Babenhausen 5-43“. Neben einem Fahrer kann es nicht nur acht Einsatzkräfte, sondern auch noch 1 200 Liter Wasser aufnehmen. Es verfügt über die komplette Beladung nach DIN, dazu kommen unter anderem noch ein pneumatischer Lichtmast, vier Atemschutzgeräte, ein Stromgenerator, ein Elektrolüfter und eine Wärmebildkamera.

Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm freute sich, dass nicht nur Langstadt, sondern auch Gesamt-Babenhausen mit vier Fahrzeugen dieser Art jetzt wieder gut ausgestattet ist. Bürgermeister Knoke erläuterte die Notwendigkeit, in die neue Technik zu investieren, merkte aber auch an, dass die ganze Technik nichts helfe, wenn die entsprechenden Einsatzkräfte fehlten. Langstadt sei da aber gut aufgestellt. 49 aktive Einsatzkräfte versehen hier ihren Dienst.

Auch Ortsvorsteher Günther Eckert lobte die Stärke der Langstädter Feuerwehr. Die sei allerdings auch erforderlich, Eckert erinnert nicht nur an die zunehmende Anzahl der Brände, die in Wald und Flur den heißen und trockenen Sommern geschuldet sei, sondern auch an Stürme wie Fabienne im vergangenen Jahr.

Die Gäste, die zahlreich erschienen waren, konnten sich fast den gesamten Sonntag auf dem Feuerwehrgelände aufhalten. Nach der Fahrzeugübergabe unterhielt der Posaunenchor die Langstädter bei einem zünftigen Frühschoppen. Später gab es noch eine Schauübung, bei der das neue Fahrzeug nicht nur eine Runde drehte, sondern auch Menschen aus dem Feuerwehrgebäude gerettet wurden.

Auch für die Kinder war gesorgt, sie konnten mit Wasser spritzen oder sich in einer Hüpfburg austoben.  zba

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare