Verirrten Schwimmer auf Törn entdeckt

Babenhäuser hilft bei See-Rettung

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Der Babenhäuser Skipper Peter Michels berichtet unserer Zeitung von der Yacht „Fancy Free“ von einer dramatischen Rettungsaktion im Tyrrhenischen Meer.

Babenhausen - Der Babenhäser Architekt und Freizeitmatrose Peter Michels half auf einer Segeltour im Tyrrhenischen Meer, einen als vermisst gemeldeten, verirrten Schwimmer auf offener See zu retten.

Wir erreichten den Skipper telefonisch an Bord der deutschen Segelyacht „Fancy Free“. Der Diplomingenieur aus Babenhausen half am Montag bei der Bergung des Gesuchten aus dem Meer vor Sizilien tatkräftig mit. Die Yacht befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der Höhe von Palermo. Zirka eine Seemeile, also fast zwei Kilometer nördlich der Insel „Isola delle Femmine“, entdeckte eine Schweizer Mitseglerin den Mann im Wasser. Mit Michels und anderen Mitgliedern der Crew nahmen sie den völlig Entkräfteten an Bord. Im Hafen von Femmine eilten die verständigten Carabiniere, Beamte der Hafenbehörde und der Rettungsdienst zur Yacht. Nach einer ersten Untersuchung an Bord brachte die Ambulanz den völlig entkräfteten Schwimmer ins nächste Krankenhaus.

Es stellte sich schnell heraus, dass es sich bei dem Geretteten um den seit dem Morgen per Radio als vermisst gemeldeten Rosario M. (42) aus Mailand handelte, der bereits über Seefunk gesucht worden war. Er wohnt in einem Heim auf der Insel und war mit seinen Eltern und Bruder auf einem Ausflug, als er plötzlich verschwunden ist. Nach Einschätzung der örtlichen Beamten muss der äußerst kräftige Mann mindestens sechs Stunden geschwommen sein, bevor ihn die Crew der Yacht im Meer ausmachte. „Eine unvorstellbare Leistung, selbst bei einer Wassertemperatur von 26 Grad Celsius“, berichtet uns Peter Michels am Telefon.

Die Segelyacht befindet sich derzeit auf einem Langzeittörn von Port St. Louis auf Kosika rund um das Tyrrenische Meer. Die Besatzung steuert die Stationen Sardinien, Sizilien, Italien und Elba an, bevor sie von der Cote d´Azur zurück nach Port St. Louis segeln will. Erst in dem sizilianischen Städtchen Trappeto, im „Golfo di Castellamare“, wurde die Mannschaft um Peter Michels und Martin P. um die Schweizerin Andrea B. ergänzt.

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Auf der Fahrt von Trappeto zum Capo Gallo, einem Kap an der Nordküste Siziliens, entdeckte die Schweizerin zunächst „ein schwimmendes und sich bewegendes Etwas“, dass sich erst beim Näherkommen als hilfsbedürftiger Mensch erwies. Michels sagt: „Damit wurde ihr erster Tag auf dem Meer und einer Yacht gleich zu etwas Besonderem.“ Der 42-jährige Schwimmer Rosario hatte bei seiner Rettung übrigens einen hölzernen Rosenkranz mit kleinem Holzkreuz und ein Armband mit etwa 30 Bildchen dabei, die einen Padre Piu zeigten, der just jetzt in Trappeto gefeiert worden war. Aus welchem Grund der Mann sechs Kilometer weit aufs Meer heraus geschwommen war, konnte noch nicht geklärt werden.

(sma)

Quelle: op-online.de

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