Pfarrhaus als Seelsorgezentrum

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Viele Besucher nahmen an der Einweihung des neuen Pfarrhauses teil. Das Gebäude konnte auch besichtigt werden. 

Babenhausen - Gestern war es soweit: Das neue katholische Pfarrhaus wurde im Rahmen einer Feierstunde von Dekan Erhard Weilbächer gesegnet. Von Petra Grimm

Musikalisch begleiteten die katholische Kirchenmusik und der Singkreis die Einweihungsfeier, die ein ganz besonderer Anlass war, wie verschiedene Redner betonten. Im ganzen Bistum Mainz sei schon lange kein neues Pfarrhaus mehr eingeweiht worden. „Die Überlegungen gehen heute meist eher darum, wie man die alten, von Pfarrern nicht mehr bewohnten Pfarrhäuser sinnvoll nutzen kann“, sagte Dekan Weilbächer. „Wichtig ist, dass ein Haus mit Leben erfüllt ist und Menschen Schutz und Heim bietet, sagte Johannes Fäth, der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats der St.  Josefsgemeinde.

Dekan Erhard Weilbächer segnete das Haus, in das Pfarrer Winter im Juli einzieht.

Es sei nicht nur als Wohnhaus für den Pfarrer geplant, sondern als „Seelsorgezentrum“, so Fäth, der an die ewige Raumnot der Gemeinde in der Vergangenheit erinnerte. Er hoffe, dass sich alle mit dem neuen Haus identifizieren und sich dafür auch verantwortlich fühlen. Geplant für den Neubau - die Sanierung des alten Pfarrhauses hätte sich nicht mehr gelohnt - waren 430 000 Euro. „Das wird auch so eingehalten“, sagte Bauleiter Hans Hix aus Groß-Zimmern, der die Pläne der beiden Architekten Rainer Cebulla und Ursula Baum vom Diözesan-Bauamt in Mainz umsetzte.

Die Kosten übernimmt zu 90 Prozent das Bistum, die restlichen zehn Prozent trägt die Pfarrgemeinde. „Der Bau wurde mit Krediten vorfinanziert“, sagte Fäth.

Entstanden ist ein Niedrigenergiehaus mit begrüntem Flachdach. Im Erdgeschoss werden zwei Büroräume für den Pfarrer und Gemeindereferentin Claudia Czernek einrichtet. Sie nutzte als Arbeitsplatz bisher einen Mehrzweckraum im Gemeindezentrum. Außerdem ist ein freundliches und helles Beicht- und Besprechungszimmer eingeplant. Die Wohnung im ersten Stock wird der Pfarrer im Juli beziehen.

Bauleiter Hix übergab dem Pfarrer offiziell die Schlüssel und lobte die gute Zusammenarbeit mit ihm. Er dankte ausdrücklich den beteiligten Handwerkern. Denn trotz aller Maschinen könne auch heute so ein Haus nicht ohne deren Hände Arbeit gebaut werden.

Die schnelle Ausführung innerhalb weniger Monate fand ebenfalls viel Lob. Nach dem Abriss des in die Jahre gekommenen Pfarrhauses im September vergangenen Jahres fiel der Startschuss für den Neubau Anfang November. „Dabei konnten wir im Winter wegen der Kälte acht Wochen gar nichts machen“, sagte der Bauleiter.

Grußworte und Glückwünsche überbrachten unter anderen Bürgermeisterin Gabi Coutandin und die evangelische Pfarrerin Ruth Selzer-Breuninger.

Dass mit dem Bau des neuen Pfarrhauses, in das auch Eigenleistungen im Wert von 6 000 Euro geflossen sind, das Thema Bauarbeiten für die katholische Pfarrgemeinde nicht abgeschlossen ist, betonte Johannes Fäth. Im Gemeindezentrum müsse einiges getan werden. Er nannte beispielsweise die Erneuerung der Heizung, des Daches und der Fenster als zukünftige Aufgaben. „Wir haben uns im Verwaltungsrat Gedanken über die Finanzierung gemacht und einen Kirchenbauverein ins Leben gerufen. Nächste Woche wollen wir die Satzung festlegen“, sagte Fäth und forderte die Festgäste zur Mitgliedschaft auf.

Quelle: op-online.de

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