Kinder der Ferienspiele haben viel gelernt

Mit Pfeil und Bogen

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Einmal Robin Hood sein: Der BCB Babenhausen beteiligte sich an den Ferienspielen.

Babenhausen - Die Kinder der städtischen Ferienspiele entdeckten den Wald mit seinen vielfältigen Möglichkeiten. Die Revierförster Lothar Seipp und Thomas Zinth nahmen 64 Jungen und Mädchen, aufgeteilt in zwei Gruppen, mit. Von Michael Just

Vom Stützpunkt der Ferienspiele, dem Gelände des TSV Harreshausen, liefen die Gruppen in ein nahes Waldstück. Dort hatten die Förster zum einen ein paar Spiele vorbereitet, zum anderen gab es Informationen und Einblicke in den Lebensbereich Wald. Unterstützung bekamen die Männer vom Bogenclub Babenhausen: Tobias Patzer und Steffi Stroot hatten unter einem großen Blätterdach eine kleine Ecke hergerichtet, wo sie die Kinder in die Grundlagen des Bogenschießens einwiesen. Das passte in hervorragender Weise zum diesjährigen „Robin Hood“-Motto der Ferienspiele. „Das macht Spaß“, bilanzierte die elfjährige Saskia schon nach dem Abschuss weniger Pfeile. Sie hätte durchaus noch mehr Zeit mit Pfeil und Bogen in der Hand verbringen können. „Hier lernen die Kinder jetzt im Schnellverfahren etwas über Körperhaltung und den Bewegungsablauf. Im Verein gibt es dazu weit mehr Theorie“, erläutert Stroot. Wichtig ist beim Bogenschießen, dass ein Schütze einen bestimmten Bewegungsablauf immer wieder wiederholen kann. Dabei sollten die Muskeln und Bänder nicht falsch belastet werden. „Ab zehn Jahren beginnen für Kinder die Wettkampfklassen“, fügt die 34-Jährige hinzu.

Einige hundert Meter entfernt stellt Thomas Zinth Fragen zu einigen Bäumen des Waldes: „Von welchen Nadelbäumen stammen diese Zapfen?“ Er will den Unterschied zwischen den Samenträgern von Fichte, Kiefer, Lärche und Douglasie klären. In einigen Fällen wussten die Kinder die Antwort – oder errieten sie. Dabei tauchte auch die Antwort „Tanne“ auf, was aber falsch war, denn die Tanne ist in unserer Region nicht heimisch. Und auch mit den Zapfen hat es eine besondere Bewandtnis, denn diese fallen in der Regel nicht vom Baum. Das passiert nur bei starkem Wind oder anderen Umständen. „Die Tannenzapfen zerfallen am Baum. Die sogenannten Zapfen und die Zapfenschuppen fallen runter, die Spindel bleibt zurück“, erläuterte Seipp. Im weiteren Verlauf des Mittags stand noch ein „Wald-Memory“ und damit ein Gedächtnis-Spiel an: Seipp und Zinth hatten zuvor Pflanzenteile oder Früchte aus dem Wald gesammelt. Die mussten sich die Kinder einprägen und dann selbst ausschwärmen, um diese zu finden. Dazu gehörten unter anderem Weißdorn, Efeu oder das Maiglöckchen.

Ziemlich unterschiedliches Fachwissen

Tom (12) war in der Lage, zwei Zapfen zu bestimmen. „Mein Hund schleppt im Wald immer Fichtenzapfen an. Da ich mit meinen Eltern Pilze sammele, habe ich über Pilze und Zapfen bereits in die Bücher geschaut“, sagt er. Das vorliegende Wissen der Kinder über den Wald bezeichnet Seipp als ziemlich unterschiedlich: „Einige Kinder kennen sich gut aus, andere wissen eher wenig.“ Die Frage, ob ein bisschen mehr Naturkunde gut tun würde, will er nicht direkt beantworten: „Vermutlich wird das in der Schule nur kurz gemacht und schnell abgehakt. Denn Biologie ist heute an der Schule sehr weit gefächert.“ Um die Kinder nicht mit Wissen zu überhäufen, hatten die beiden Förster immer wieder Spiele eingebaut. „Es bringt nichts, zwei Stunden zu erklären. Die Kinder sollen Spaß haben und nicht zugetextet werden“, erläuterte Seipp. So gehörte ein Staffellauf oder ein Wettkampfspiel auf zwei langen, parallel am Boden liegenden

Baumstämmen zum Programm. Auf denen galt es, das Gleichgewicht zu halten. „Stellt euch vor, das ist ein Graben und Robin Hood will zur Burg seines Widersachers“, führte Seipp ihnen vor Augen. Die Bewegungsspiele zeigten sich als wichtiges Element, um bei einigen Kindern die Energie etwas zu drosseln. Laut Zinth hätten sie heute zwei sehr unterschiedliche Gruppen erlebt: „Morgens waren die Kinder etwas jünger. Sie haben besser zugehört und sich nicht so leicht ablenken lassen.“ Die Ruhe des Waldes, die die beiden Förster sonst genießen, mussten sie mit den Ferienspielkindern ein wenig zurückstellen. Trotzdem ziehen sie ein überaus positives Fazit, verbunden mit einem Lob für alle Lehrer: „Nach dem Tag heute bekommt man einen besonderen Respekt vor dieser Tätigkeit“, so Zinth schmunzelnd.

Schaumparty bei den Ferienspielen in Rodgau

Schaumparty bei den Ferienspielen

Quelle: op-online.de

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