Pferdestadt mit Taubenkonkurrenz

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Die Spuren der Tauben, etwa bei der Michelsbräu, sind nicht zu übersehen.

Babenhausen - Leises Gurren – permanent und eindringlich. Die Anwohner an Fahr- und Alicestraße bringt es auf die Palme. Ein Schwarm von geschätzten 100 bis 150 Wildtauben hat sich ausgerechnet im Bereich dieser beiden Straßenzüge niedergelassen. Von Cora Werwitzke

Seit rund fünf Wochen ist ihre Anwesenheit besonders prägnant am Dreck zu erkennen, den die Vögel allgegenwärtig hinterlassen. Besonders gravierend ist es am Michelsbräu-Gebäude entlang der Fahrstraße: Federn und Kot besudeln den kompletten Gehweg.

Heiko Duda seufzt. „Ja, das Problem ist uns bekannt.“ Von einer Plage will der städtische Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung zwar nicht sprechen, für ein großes Ärgernis hält er die Wildtauben in der Kernstadt trotzdem: „Die Tiere hatten sich in einem verwaisten Dachboden eingenistet. Der wurde deshalb mit Brettern vernagelt.“ Doch anstatt zu verschwinden, schwärmen die Tauben seither quasi „obdachlos“ im Wohngebiet umher. „Sie mögen die hohen Häuser, von denen sie einen guten Blick haben“, vermutet Heiko Duda, der bereits bei einem Ortstermin mit den Anwohnern sprach. Im Gepäck hatte er schlechte Nachrichten – oder zumindest keine guten: „Wir können nicht viel machen“, so seine Botschaft. Rechtlich sei man nicht befugt, die Tiere gewaltsam zu entfernen – etwa zu vergiften oder gar abzuschießen. Auch das Spannen von Netzen sei nicht sehr vielversprechend: „Dann wandern die Tauben drei Häuser weiter“, schätzt der Chef des Ordnungsamts, der bereits Rücksprache mit dem Veterinäramt und der Stadt Darmstadt hielt. Im Gegensatz zur Pferdestadt sind die Vögel in Darmstadt ein dauerhaftes Problem. „Dort wird die Stadt erst ab einer Anzahl von 3000 Tieren aktiv, die sich im öffentlichen Raum aufhalten.“

Aufenthalt soll für Tauben möglichst ungemütlich werden

Ganz machtlos sind die Anwohner freilich nicht. Heiko Duda rät dazu, Vorrichtungen mit spitzen Spikes anzubringen, „um den Tauben den Aufenthalt so ungemütlich wie möglich zu machen“. Zudem solle darauf geachtet werden, dass die Tauben nicht mühelos an Nahrung kommen. „Das haben wir vor allem in den ansässigen Läden deutlich gemacht.“

Mit diesen Vorkehrungen sind die Verantwortlichen im Rathaus mit ihrem Latein – und auch Befugnissen – am Ende. „Hoffen wir, dass die Wildtauben einsehen, dass sie hier nicht sehr willkommen sind“, meint Ordnungsamts-Chef Duda abschließend.

Spätestens wenn die Temperaturen sinken, würden sie sich zumindest im Freien nicht mehr permanent wohlfühlen.

Quelle: op-online.de

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